Freitag, 11. Januar 2019

München Stadtmuseum Veranstaltungen zur Fotoausstellung

Münchner Stadtmuseum - Veranstaltungen zur Ausstellung LAND_SCOPE

AKTUELL: Themenführungen, Gesprächsrunden, Buchvorstellung und Seminare

Künstlerische Fotografie und die Idealisierung von Landschaften stehen im Fokus der Veranstaltungen rund um die Ausstellung LAND__SCOPE. Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung


Münchner Stadtmuseum


München. Die Ausstellung LAND_SCOPE stellt unter anderem die Ideallandschaft in der Zeitgenössischen Fotografie in das Zentrum der Betrachtung. Untersucht werden Kompositionsschemata, die unterschiedlichen Modi der Darstellung und jene Landschaftstypen, die sich aus der malerischen Tradition und bildnerischer Naturbetrachtung ergaben. 
Das Münchner Stadtmuseum bietet begleitend zum täglichen Ausstellungsbetrieb unterschiedliche Führungen und Gesprächsrunden, die verschiedene Themenschwerpunkte der Landschaftsfotografie der letzten 50 Jahre gemeinsam mit den Besuchern erarbeiten und vorstellen.

Münchner Stadtmuseum, Foto: Helga Waess (Archiv - Presse)


Am Mittwoch, 16. Januar 2019, um 17:00 Uhr 


wird unter dem Titel „Bilderlust“ oder der kuratorische Blick im Rahmen eines Seminar der Münchner Volkshochschule Dr. Ulrich Pohlmann und Katharina Zimmermann mit den Teilnehmern einen "Blick hinter die Kulissen und Informationen zur Museums- und Ausstellungsarbeit in der Sammlung Fotografie" wagen. Von der Bildauswahl bis zur Katalogpräsentation – was passiert vor der Eröffnung?" (Ankündigung des Museums)
  • Teilnahme: 15 € / Anmeldung unter www.mvhs.de / Kursnr. H250120


Am Sonntag, 20. Januar 2019, um 15:00 Uhr 


gibt es eine Führung der Münchner Volkshochschule, die sich den 7 Themen-Abschnitten der Ausstellung widmet.
  • Tagesticket: erm. 3,50 € / Führung: 7 € direkt an den Guide


Am Mittwoch, 23. Januar 2019, um 16:00 Uhr 


wird die Kurator_innen-Führung mit Katharina Zimmermann  die zeitgenössische Fotokunst zwischen 1972 und 2018 erläutern.
  • Tagesticket: 7 €, erm. 3,50 € / Führung: 3 €


Am Mittwoch, 23. Januar 2019, um 19:00 Uhr 


wird das Podiumsgespräch mit Buchpräsentation und den Gesprächspartnern Jan Paul Evers, Christina Leber und Ulrich Pohlmann tiefer in das Thema einsteigen. Die Leihgaben der Frankfurter Sammlung der DZ Bank, die 2018 bereits seit 25 Jahren Fotokunst sammelt, werden vorgestellt und eine Publikation mit dem Titel „Fotofinish. Siegeszug der Fotografie als künstlerische Gattung“, den Standpunkt der heutigen künstlerischen Fotografie erörtern.
  • Ort: Saal des Münchner Stadtmuseums
  • Eintritt frei


Am Freitag, 25. Januar 2019, um 16:30 Uhr 


werden kunsthistorische Traditionen und die heutigen Techniken der künstlerischen Darstellungsmodi in einer Themen-Führung mit Regina Sasse erläutert. Landschaftsfotografien der DZ BANK Kunstsammlung und kunsthistorische Landschafts-Vorbilder spiegeln künstlerische Herangehensweisen unserer Zeit.
  • Tagesticket: 7 €, erm. 3,50 € / Führung: 3 €



Mittwoch, 9. Januar 2019

1-Baden-Baden: Wilhelm Busch im Museum LA8

Baden-Baden - Museum LA8 - Wilhelm Busch-Ausstellung 


Wilhelm Busch dichtete und zeichnete für sich selbst - zum eigenen Amüsement! Heute würde man sagen: Loriot war seine Liga!


Wilhelm Busch. Eine Würdigung und eine Ausstellungs-Empfehlung zum 111 Todestag!



Baden-Baden. Hannover. Vor 111 Jahren verstarb in Hannover am 09. Januar 1908 der humoristische Dichter und Zeichner Wilhelm Busch. Grund genug nach Baden-Baden zu fahren und das Museum LA 8 - Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts aufzusuchen. Es zeigt zurzeit eine große Ausstellung mit dem Titel „Wilhelm Busch. Bilder und Geschichten“ (noch bis bis 03. März 2019). Nach 111 Jahren möchten wir hier den Maler und Zeichner und sein dichterisches Werk in Erinnerung rufen.
Der kleine Maler mit großem Hut und großer Mappe hockt zeichnend auf dem Plakat zur Ausstellung. Als Rückenfigur - so genannte Repoussoirfigur - ist diese Ansicht gut gewählt. Wir sehen nicht, was er zeichnet und auch kein Motiv, welches dieser Maler betrachten könnte. Es scheint, dass diese blaue, nebulöse Welt des Hintergrundes ihm Motiv und Inspiration genug sei. So stellt Wilhelm Busch das Bild des Malers vor, der durch Können und Fantasie eine neue Weltsicht kreiert.



Am Eingang zur Ausstellung - Plakat mit  Wilhelm Buschs
Zeichnung zu
"Der kleine Maler mit der großen Mappe"
Pressefoto: Helga Waess aus der Ausstellung im LA 8


Zwei Malergeschichten in Wilhelm Buschs Gesamtwerk

Es gibt zwei Malergeschichten in Wilhelm Buschs Gesamtwerk, die eine entsteht um 1859 und heißt "Der kleine Maler mit der großen Mappe". Diese Geschichte erscheint 1859 im Münchner Bilderbogen Nr. 248. In dieser Zeit wollte Wilhelm Busch selbst noch Kunstmaler werden. Das sein humoristisch dichterisches und zeichnerisches Hobby schließlich den Broterwerb bringen würde, ahnte er damals noch nicht.
Erst Jahrzehnte später, als der berühmte Maler Klecksel veröffentlicht wird - 1884 -, war Busch für seine Bildergeschichten in aller Munde. In dem Maler Kuno Klecksel, der mit seiner Malkunst scheitert, ist eine gehörige Portion Selbstironie zu lesen. Maler Klecksel wird Gastwirt. Und Wilhelm Busch? Der Maler Busch, der mit den späteren Malerfürsten Franz von Lenbach und Friedrich August Kaulbach in München verkehrt, an der Kunstakademie in München studiert, in Kunstvereinen und Ateliers Hause ist, glaubt nicht, dass er die großen Niederländischen Meister je erreicht. Busch bleibt humoristischer Dichter und Zeichner und schafft ein zeitloses Lebenswerk.

Innenhof: Eingang zur Ausstellung Wilhelm Busch im Museum LA8 in Baden-Baden,
Foto: Helga Waess

Von Max und Moritz bis zur Frommen Helene

Bereits am Eingang des LA8 beziehungsweise im Vorhof zur Ausstellung empfangen den Besucher an der Glasfassade Worte, Namen, die eine ganze erzählerische Erinnerung wach rufen: Max und Moritz, Helene die Fromme und eben Wilhelm Busch. Mit diesen Namen stolperten früher Generationen von Kindern auf dem Schoss ihrer vorlesenden Eltern und Großeltern in die Welt der Zeichnungen, ja, in eine comic-ähnliche Erzählsprache, welche mit Witz und Humor in den Herzen blieb. Oder sie wurden gar, wie die Verfasserin dieses Textes, einst in eine Wilhelm-Busch-Grundschule eingeschult, wo der Humor dazu gehörte - der trockene und der feine!

Eine Wandgestaltung im Museum - Wilhelm Busch-Ausstellung im LA8
Pressefoto: Helga Waess aus der Ausstellung im LA 8

Sprüche, die den Erziehungsprinzipien Rechnung trugen


Es waren, so scheint es uns heute, immer Sprüche, die der Erziehung Rechnung trugen, wer sie erzählt bekam, erinnert sich bis ins hohe Alter:

  • "Es ist ein lobenswerter Brauch, wer was Gutes bekommt, der bedankt sich auch!" 


oder 

  • "Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Sachen, welche wir nicht kriegen!"

Wilhelm Busch, Max und Moritz, 1863/64 (veröffentlicht 1865),
Bilderhandschrift mit den eingeklebten Zeichnungen,
Bleistift, Buntstift auf Papier
Pressefoto: Helga Waess aus der Ausstellung im LA 8

Wilhelm Busch

Wilhelm Busch erblickte am 15. April 1832 in Wiedensahl das Licht der Welt. Einer Welt die ihm viel Humor abverlangte und der er sein bleibendes humoristisches Gedankengut schenkte.

Der Maler, Zeichner und Dichter verstarb heute vor 111 Jahren in Hannover.

Wilhelm Busch war 27 Jahre alt als seine Geschichten in gedruckter Form als Einzelblätter erschienen. Gut 5 Jahre danach, im Jahr 1864, erschien sein erstes Buch mit dem Titel "Bilderpossen".


Blick in die Ausstellung mit Wilhelm Buschs Gemälden,
Pressefoto: Helga Waess aus der Ausstellung im LA 8

Unvergesslich ist auch Buschs Interpretation der leicht überspannten Frau, bei ihm die Fromme Helene. Sie prägte jenen Spruch, den bis heute fast jeder kennt:

"Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör." 

Wilhelm Busch, Die fromme Helene mit der Likörflasche,
Entwurf mit Handschrift
Pressefoto: Helga Waess aus der Ausstellung im LA 8

Nun halten wir es hier mit Wilhelm Busch:
  • "Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie." 
Und wie weise mutet Busch an, wenn er Kritik übt:
  • "Was man ernst meint, sagt man ab besten im Spaß."

Wilhelm Busch dichtete und Zeichnete für sich selbst - zum eigenen Amüsement!


Und das Tat der feinsinnige Wilhelm Busch: er unterhielt sich selbst! Das eigene Vergnügen, das war der erste, vorrangige Sinn seiner Bildergeschichten.

Ein Zitat aus dem Jahr 1886, als Wilhelm Busch in München mit Friedrich August von Kaulbach zusammen sitzt, bringt die Antriebfeder all seines Zeichnens, Dichtens und Denkens auf den Punkt.

 In großen Lettern haben es die Ausstellungsmacher in Baden-Baden an die Wand geschrieben:

"Dass ich meine Sachen lediglich und vor allen Dingen zum meinem
rücksichtslosen Plaisir zurechtgeschustert habe, das ist eben
manchen Leuten nicht begreiflich zu machen."

Treppe zum Selbstbildnis
 in Graublau
(1869) , Öl auf Holz,
Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst
Pressefoto: Helga Waess aus der Ausstellung im LA 8



Der Maler Wilhelm Busch hat ein Selbstbildnis hinterlassen


Der Maler Wilhelm Busch hat ein Selbstbildnis hinterlassen, das zwar klein, aber in Öl und mit einer Portion Schalk in die Welt blickt. In der Ausstellung führt eine lange Treppe hinauf zu diesem kleinen Konterfeih des großen, philosphischen Dichters Busch.

Wilhelm Busch: Selbstbildnis in Graublau (1869) , Öl auf Holz,
Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst
Foto: Helga Waess, Pressefoto aus der Ausstellung im LA 8

Der Arbeitsplatz von Wilhelm Busch


Der Zeichner und Dichter saß an einem kleinen Sekretär, der in Öl gemalt ebenfalls ausgestellt ist. Seine feine Atmosphäre zeigt, welch kleine Welt jenem Denker-Geist ausreicht, der für sein ganzes Tun lediglich Feder, Tinte und ein Blatt Papier braucht.
Er kann mit wenigen Handstrichen eine ganze Gedankenwelt erschaffen und eine gesamte Außenwelt interpretieren.

Gemälde von Wilhelm Busch "Mein Stubenplatz in Wiedensahl", 1853,
Öl auf Papier/Pappe, Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karkatur und Zeichenkunst,
Hannover / Foto: Helga Waess, Pressefoto aus der Ausstellung im LA 8

Fragt man sich, wer Wilhelm Busch im 20. Jahrhundert geworden wäre, so könnte er sich mit Loriot gut verstanden haben - das wäre seine Liga! 


Heute wird Wilhelm Busch häufig als der "Vater des Comics" bezeichnet, aber, dem ist nicht so. Gefühlt vielleicht! Aber wissenschaftlich gesehen hat die Comic-Forschung hier ganz andere Wurzeln lokalisiert. Der Katalog zur Ausstellung gibt genauere Auskunft.

Diese schöne Ausstellung im LA8 ist ein "... Projekt der Grenkestiftung mit freundlicher Unterstützung des Museums Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst" aus Hannover - eben jenem Ort, in dem Busch vor 111 Jahren die Augen schloss.

AUSSTELLUNGs-Empfehlung

Wilhelm Busch
Bilder und Geschichten

bis 03. März 2019

LA 8. Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts

Lichtentaler Allee 8
Baden-Baden
musum.la8.de

Das LA 8 befindet sich übrigens im Innenhof des 1820 bis 1822 errichteten klassizistischen Palais der Schwedischen Königin Friederike, die eine badische Prinzessin war.

LA8 in Baden-Baden, Foto: Helga Waess

Dienstag, 8. Januar 2019

Münchner Stadtmuseum: Katalog zur Ausstellung LAND_SCOPE

Münchner Stadtmuseum - Foto-Ausstellung LAND_SCOPE


LAND__SCOPE - Künstlerinnen und Künstler mit unterschiedlichen Stil- und Sichtweisen prägen die Landschaftsfotografie unserer Zeit


Ausstellungskatalog: LAND_SCOPE. Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung / Herausgeber Dr. Ulrich Pohlmann, Christina Leber



München. 50 Jahre Landschaftsfotografie und der zeitgenössische Blick: In Bildern und Texten wird die Foto-Landschaft der letzen 50 Jahre gezeigt und in Bezug zu einander und zur Realität interpretiert. Landschaftstypen sind erkennbar, die von der Ideallandschaft zum politischen Territorien reichen. Und immer lässt die Kunst Zeit für  Abstraktionen und Formensprachen, die neue Wahrnehmungs-Ebenen anpeilen.
Die in Kooperation mit der DZ BANK Kunstsammlung und dem Münchner Stadtmuseum gestaltete Ausstellung (noch bis zum 31. Märze 2019) wird von einer 160-seitigen Publikation begleitet. Der im Snoeck Verlag in Köln erschienene Katalog mit dem Titel LAND__SCOPE versammelt neben zahlreichen Abbildungen Texte von Volker Demuth, Ulrich Pohlmann, Christina Leber, Dietmar Mezler, Erec Gellautz und Katharina Zimmermann.

Münchner Stadtmuseum, Foto: Helga Waess (Pressefoto-Archiv)


Die Fotokunst gewinnt Land


Im Katalog zur postmodernen und zeitgenössischen Fotokunst steht die Landschaft im Mittelpunkt. Rückblickend lässt sich die Landschaftsvorstellung der heutigen Betrachter, welche Idylle und überwältigende Natur suchen, bis in die Zeit der Romantik zurückverfolgen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein waren es die Maler - denken wir an Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich - welche die Naturlandschaft in ihren Gemälden so mächtig festhielten, wie sie sich diese ihrem Künstler-Auge präsentierte. Das Zeitgefühl, die Musik, die Lebensumstände und die Literatur der Zeit spielten hierbei eine große Rolle.
Es entstanden Fantasie-Landschaften, die die Größe der Natur jenen kleinen szenischen Darstellungen des Menschendaseins gegenüberstellten. Landschaften wurden konstruiert und symbolisch beladen. Die Naturdarstellung in der Malerei wurde dramatisch, weit, leer oder undurchschaubar und geheimnisvoll.  


Der Eingriff des Fotografen in die Landschaft des Fotos


Ein Blick in die zeitgenössische Fotokunst lässt Parallelen erkennen. Die scheinbar reale Veränderung der Naturdarstellung wird nicht nur durch reale Eingriffe des Menschen in Landwirtschaft oder  Industrieräumen wahrgenommen. Der Katalog zur Ausstellung lässt circa 60 Künstlerinnen und Künstlern durch ihre Werke sprechen. Der Breite Fotobestand der DZ BANK Kunstsammlung ließ die Ausstellungsmacher aus dem Vollen schöpfen.


Künstlerinnen und Künstler mit unterschiedlichen Stil- und Sichtweisen prägen die Landschaftsfotografie unserer Zeit


In der Münchner Ausstellung und dem Katalog Land_Scope werden Fotografien von Claudia Angelmaier, Olivo Barbieri, Peter Bialobrzeski, Sonja Braas, Claus Bury, Marc Cellier, Lucinda Devlin, Caroline Dlugos, William Eggleston, Dörte Eißfeldt, Andre Gelpke, Jochen Gerz, Luigi Ghirri, Mario Giacomelli, Beate Gütschow, Naoya Hatakeyama, Raphael Hefti, Anton Henning, Dan Holdworth, Carsten Höller, Roni Horn, Axel Hütte, Magdalena Jetelová, Sven Johne, Timo Kahlen, Peter Keetmann, Andrej Krementschouk, Jean Le Gac, Zoe Leonard, Robert Longo, Richard Mosse, Andreas Mühe, Andreas Müller-Pohle, Walter Niedermayr, Simone Nieweg, Detlef Orlopp, Jorma Puranen, Inge Rambow, Heinrich Riebesehl, Klaus Rinke, Thomas Ruff, Sebastião Salgado, Victoria Sambunaris, Adrian Sauer, Stephan Schenk, Maria Sewcz, Stephen Shore, Oriol Vilanova, Anna Vogel, Sascha Weidner und Manfred Willmann gezeigt.

Ausstellung: 

LAND_SCOPE

im
Münchner Stadtmuseum bis zum 31. März 2019

Buchempfehlung / Ausstellungskatalog


LAND_SCOPE. Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung
Herausgeber Dr. U. Pohlmann, C. Leber
Snoeck Verlagsgesellschaft mbH Köln
160 Seiten mit Farbabbildungen
ISBN-Nr. 978-3-86442-264-5
Preis von 19,90 € an der Museumskasse / Online Shop

Münchner Stadtmuseum

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
muenchner-stadtmuseum.de

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag 10:00 -18:00 Uhr
Montags geschlossen

Abendöffnung

Jeden 2. Mittwoch im Monat sind ausgewählte Ausstellungen bis 20:00 Uhr geöffnet.

Feiertage

5. März 2019 (Faschingsdienstag) geschlossen

Sonntag, 6. Januar 2019

München-Schäffler-Tanz-Marienplatz

Schäfflertanz in München - Aufführungen bis zum 5. März 2019


Auf dem Marienplatz wurde der Auftakt zum traditionellen Schäfflertanz gegeben


Alle sieben Jahre tanzen in München die Schäffler  - offizieller Schäffler-Tanzplan für München im Anhang:  von heute bis zum 05. März 2019 um 21:00 Uhr




München. Der Schäfflertanz gehört zu den Handwerksbräuchen der Stadt München, die sich bis heute gehalten haben. Einst sollten die bunten, tanzenden Schäfflergesellen das Ende der Pest verkünden und die Bewohner wieder auf die Straßen locken. 
Die Schäffler, das waren die Fassbauer der Stadt, die in ihrer Zunft organisiert waren und in ihrer Gesellenorganisation unterschiedliche Bräuche pflegten. Die heute beginnenden öffentlichen Tänze des Schäffler-Vereins haben ihren Ursprung vermutlich im Jahr 1702. Jedenfalls gibt es eine Urkunde, welche den öffentlichen Reiftanz der Schäffler vom Magistrat der Stadt München in diesem Jahr genehmigt. Bis heute muss das Kreisverwaltungsreferat diese Tanz-Vorführung, die zwischen Dreikönigstag und Faschingsdienstag an unterschiedlichen Plätzen der Stadt aufgeführt wird, genehmigen.

Tanzende Schäfflerfiguren am Schäffler-Eck in München,
Straße zwischen Marienhof und Frauenkirche
Foto: Helga Waess (Pressefoto-Archiv)

Schäfflertanz am Fest der Heilig Drei Könige


Zwischen dem heutigen Fest der Heilig Drei Könige, am 6. Januar 2019, und dem Faschingsdienstag, am 5. März 2019, tanzen die Schäffler mit ihren Reifen und geflochtenen, grünen Bogen-Ranken in München und auch im Umland (Termine und Plätze sind unten aufgelistet).

Schäfflerfigur am Schäffler-Eck, in
München am Marienhof hinter dem Rathaus
Foto: Helga Waess

Urkundliche Erwähnung des Schäfflertanzes


Die Schäffler als Berufsbezeichnung findet sich im Süddeutschen Raum, der Fassbauer hieß im nördlichen und östlichen Deutschland Böttcher, in Nordbayern Büttner und in Weingegenden wie in Westen und im Südwesten des Landes sprach man von Küfern. Weil die Fässer mit Reifen gebunden wurden sprach man in Niederbayern auch von Bindern.

Offizielles Plakat des Fachvereins der Schäffler
Münchens - Presse: Veranstalter


Alle Termine und weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Schäffler-Vereins in München (schäfflertanz.com)


Heute beginnt am Marienplatz um 14:00 Uhr der Schäfflertanz in München.

Schäfflerfigur am Schäffler-Eck, in
München am Marienhof hinter dem Rathaus
Foto: Helga Waess


Schäfflertanz in München im Januar 2019


6. Januar 2019 – 12:00 Uhr: Festgottesdienst des Fachvereins der Schäffler Münchens mit anschließendem Zug zum Marienplatz
6. Januar 2019 - 14:00 Uhr: Tanzeröffnung auf dem Marienplatz mit dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter
11. Januar 2019 - 17:00 Uhr: Hofbräuhaus am Platzl
12. Januar 2019 - 12:00 Uhr: Marienplatz
19. Januar 2019 - 12:00 Uhr: Marienplatz
26. Januar 2019 - 12:00 Uhr: Marienplatz



Schäfflertanz in München im Februar 2019


2. Februar 2019 - 12:00 Uhr: Marienplatz
14. Februar 2019 - 14:00 Uhr: Bayrische Staatskanzlei
16. Februar 2019 - 12:00 Uhr: Marienplatz
16. Februar 2019 - 19:00 Uhr: Schäfflerball im Wirtshaus am Bavariapark (Karten erforderlich)
19. Februar 2019 - 17:00 Uhr: Richard-Strauss-Brunnen in der Fußgängerzone an der Michaelikirche
23. Februar 2019 - 12:00 Uhr: Marienplatz
28. Februar 2019 - 17:00 Uhr: Weiberfasching am Viktualienmarkt


Schäfflertanz in München im März 2019


2. März 2019 - 12:00 Uhr: Marienplatz
4. März 2019 - 17:00 Uhr: Faschingstreiben am Rotkreuzplatz
5. März 2019 - 10:00 Uhr: Auftritt beim Tanz der Marktweiber
5. März 2019 - 21:00 Uhr: Letzter Tanz der Saison vor der Herberge in der Neuhauser Str. 27


Schäfflerfigur am Schäffler-Eck, in
München am Marienhof hinter dem Rathaus
Foto: Helga Waess

Samstag, 5. Januar 2019

1 München-Stadtmuseum-Land-Scope-Fotoausstellung

München Stadtmuseum: Land_Scope - Empfohlene Fotoausstellung


Das Münchner Stadtmuseum zeigt mit der Foto-Ausstellung LAND_SCOPE einen zeitgenössischen Blick auf die Natur- und Landschaftsfotografie der letzten fünf Jahrzehnte


LAND__SCOPE – Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung



München. Ulrich Pohlmann, Leiter der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum, und sein Team vom Münchner Stadtmuseum zeigen noch zum 31. März 2019 ein Gemeinschaftsprojekt zur Landschafts- und Naturfotografie, das in dieser Fülle wohl auch nur in der Kooperation mit der DZ BANK Kunstsammlung zu realisieren war. Die Ausstellung mit allen begleitenden Veranstaltungen von Diskussionsrunden bis zu Themen-Führungen, ein Katalog und einem zweitägigen Fotosymposium ist für uns ein gutes Beispiel für hochmotiviertes Museumsmanagement, das die Fotografie als Gattung in der Kunstgeschichte und Darstellungs-Medium unserer Zeit hochaktuell und absolut zeitgenössisch interpretiert.

Münchner Stadtmuseum, Foto: Helga Waess (Archiv)

Die Ausstellung „LAND__SCOPE

Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK“ zeigt Fotografien und Fotoarbeiten zahlreicher Urheber


Wir sehen in München Werke von Stil- und Sichtweisen prägenden Fotografen wie Claudia Angelmaier, Olivo Barbieri, Peter Bialobrzeski, Sonja Braas, Claus Bury, Marc Cellier, Lucinda Devlin, Caroline Dlugos, William Eggleston, Dörte Eißfeldt, Andre Gelpke, Jochen Gerz, Luigi Ghirri, Mario Giacomelli, Beate Gütschow, Naoya Hatakeyama, Raphael Hefti, Anton Henning, Dan Holdworth, Carsten Höller, Roni Horn, Axel Hütte, Magdalena Jetelová, Sven Johne, Timo Kahlen, Peter Keetmann, Andrej Krementschouk, Jean Le Gac, Zoe Leonard, Robert Longo, Richard Mosse, Andreas Mühe, Andreas Müller-Pohle, Walter Niedermayr, Simone Nieweg, Detlef Orlopp, Jorma Puranen, Inge Rambow, Heinrich Riebesehl, Klaus Rinke, Thomas Ruff, Sebastião Salgado, Victoria Sambunaris, Adrian Sauer, Stephan Schenk, Maria Sewcz, Stephen Shore, Oriol Vilanova, Anna Vogel, Sascha Weidner und Manfred Willmann.

Die Ausstellung hochrangiger Foto-Künstler stellt Themen- und Herstellungsweisen zu einander in Bezug


Die Landschaftsdarstellung war als Bildthema seit dem Mittelalter und allerspätestens seit der Renaissance ein Hauptthema der Künstlerischen Interpretation. In der zeitgenössischen Fotokunst, die in den letzten dreißig Jahren zunehmend in den Fokus der kunsthistorischen Betrachtung rückte – sowohl in der Forschung wie musealen Präsentation – haben sich bestimmte thematische Schwerpunkte durchgesetzt oder neu entwickelt. Längst geht es nicht mehr nur um ein Abbild der Natur, das in Anlehnung an die Malerei adaptiert wurde. Die Darstellung stellt im Gegenteil altes in den Schatten und feiert neue Konventionen und schafft damit auch neue Wahrnehmungen.

In den letzten fünf Jahrzehnten kam es, man möchte sagen zur immer rascher sich verändernden und Möglichkeiten schaffenden „Medienrevolution“ und damit zur Erschließung einer neuen fotografischen Weltsicht, Wahrnehmung und Interpretation. Man lehrte an den Hochschulen das Alte und das Neue, während man ständig von tagesaktuellen Neuerungen überholt wurde. Spannend!!!
Künstlergenerationen versuchen sich und ihre Wahrnehmung mit darstellerischen Mitteln der Fototechnik zu verorten – manches Mal auch an neuen, mit den Mitteln der Medienkunst geschaffenen Orten.

 Leica bleibt Leica-Kamera und Hasselblad bleibt Hasselblad-Kamera


Bei all dem Hype in der Fototechnik bleibt eine Leica eine Leica und eine Hasselblad eine Hasselblad. Alte Techniken werden neu erlernt und mit heutigen Möglichkeiten gemischt. Fasziniert blicken junge Fotografie-Studenten auf die selbstgebauten Super-Objektive eines Andreas Feininger und folgen den, dann doch irgendwie romantische Gefühle auslösenden Landschaftsfotografien eines Sebastiao Salgado – teils dadurch motiviert Natur zu zeigen, die eigentlich keine Menschen brauchte.


Das digitale Zeitalter verträgt sowohl die analoge als auch die computerbasierte Fotografie. Sie malt mit anderen und mit allen Mitteln. Sie interpretiert die Zeit, die Gesellschaft und die Formen von Natur und Landschaft mit fotografischer Präzision, mit digitalen Möglichkeiten und mit sich verändernden Blicken auf das Motiv – festgehalten durch die Augen des Künstlers, der bewahrt, dokumentiert, verändernd eingreift oder aus Fragmenten gar ganz neu schöpft.

Landschaften sind Bedeutungsträger der Zeit und ihrer Kunstschaffenden


Sie werden langwierig debattiert oder und politisch diskutiert. Lange Besprochen meint jeder ein Motiv zu kennen. Kann es in der Landschafts- und Naturfotografie überhaupt noch wirklich neue Sichtweisen geben? Außer auf dem Mars oder Mond, scheint man doch alles zu kennen. Die Bilderfluten und multimedialen Sehgewohnheiten haben doch ausgereizt, was früher noch faszinierte – oder?

Der Titel der Ausstellung LAND__SCOPE


Das Kunstwort LAND__SCOPE wurde als Titel für die Ausstellung gewählt, die einen Rundumblick und weitgefassten Überblick über die zeitgenössischen Fotografie von Landschaften erarbeiten und bieten will. LAND_SCOPE beruht zunächst auf dem englischen Begriff „landscape“ für „Landschaft“. Der hinzu gesetzte Begriff „scope“ kommt ebenfalls aus dem Englischen und wird in der Bedeutung von Aussicht, Horizont oder Geltungsbereich gleich ausholender – er kommt übrigens aus dem altgriechischen „σκοπεῖν“ für „beschauen“. Und genau das sollte der Besucher dieser Tage im Münchner Stadtmuseum, hingehen, Landschaft sehen, erkunden, neue Aussichten wahrnehmen und über den Horizont des Bekannten blicken, um neue Geltungsbereiche kennen zu lernen und mit neuer, eigener Interpretationsvielfalt neu be- und anschauen.

LAND__SCOPE
Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung

bis 31. März 2019 im

Münchner Stadtmuseum

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
muenchner-stadtmuseum.de

  • Dienstag – Sonntag 10.00-18.00 Uhr

Montags geschlossen

Mittwoch Abend geöffnet!

Jeden 2. Mittwoch im Monat sind ausgewählte Ausstellungen
des Münchner Stadtmuseums bis 20:00 Uhr geöffnet.

Feiertage

  • 6. Januar 2019 (Heilige Drei Könige) geöffnet: 10:00 – 18:00 Uhr
  • 5. März 2019 (Faschingsdienstag) geschlossen

Donnerstag, 3. Januar 2019

1 Baden-Baden: Brücke im Museum Frieder Burda

Baden-Baden / Museum Frieder Burda

Das Museum Frieder Burda steht dieser Tage ganz in der „Macht der Farbe“


Brücke-Ausstellung bis zum 24. März 2019 in Baden-Baden



Baden-Baden. Über 100 Jahre nach der Gründung der Künstlergruppe „Die Brücke“ haben die Werke der Expressionisten ihre Wirkung noch nicht verloren. Im Museum Frieder Burda (Lichtentaler Allee 8b) werden zurzeit Gemälde der Künstlergruppe „Brücke“ ausgestellt. Für die bunte Werkschau der Brücke-Mitglieder, die noch bis zum 24. März 2019 zu sehen ist, konnten die Kuratoren die eigene Sammlung mit Leihgaben aus dem Brücke-Museum Berlin und selten gezeigten Werken aus Privatbesitz ergänzen.

Museum Frieder Burda in Baden-Baden, Eingang,
Foto: Helga Waess


Eine Explosionen reiner Farben


Explosionen reiner Farben, vereinfachte Formgebungen und die Spontaneität und Struktur des Pinselstriches sind die „Markenzeichen“ der Brücke-Künstler, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts (ab 1905) zusammenfanden. Die Klassische Moderne begann mit dem Fauvismus und Kubismus in Frankreich, dem Futurismus Italiens, der Kunst des Blauen Reiters um Kandinsky in München und eben jenem Brücke-Expressionismus aus Dresden und Berlin, der dieser Tage in Baden-Baden präsentiert wird.

Museum Frieder Burda in Baden-Baden, Eingang,
Foto: Helga Waess

Selbstfindung und Selbstverortung durch die Kunst



Der Besucher steht vor Werken, die eine Art von Selbstfindung und Selbstverortung der Künstler beinhalten. Neues geisterte nicht nur durch die Köpfe der Brücke-Künstler, sondern auch durch ihre Ateliers, um sich schließlich auf den Leinwänden zu manifestieren. Die „Macht der Farbe“ wurde zum Inhalt der Malerei.


Die Brücke-Expressionisten



Erich Heckel (geb. 19883) und Karl Schmidt (geb. 1884), der sich später Schmidt-Rottluff nannte, waren mit Ernst Ludwig Kirchner (geb. 1880) und Fritz Bleyl befreundet. Heckel, Schmidt-Rottluff, Kirchner und Bleyl waren 1905 Gründungsmitglieder der „Brücke“. Bekannt sind jene Aktstudien aus dem Sommer 1909–1911, als Heckel mit Kirchner an den Moritzburger Teichen weilte. Emil Nolde (geb. 1867) war 1906-1907 bei der Brücke, war in der Berliner Secession und ab 1911 in der Neuen Secession. 1906 kam auch Max Pechstein (geb. 1881) hinzu und war von 1907 bis 1912 dabei. 1910 kam Otto Mueller zur Brücke. Die Begegnungen der Künstler mit Franz Marc, August Macke und Lyonel Feininger im Jahr 1912 bestätigten die eigene Bildersprache. Heckel begegnete Max Beckmann und James Ensor und auch hier zeigte sich: jeder beeinflusste die Kunstsprache des anderen.

Der Einfluss der Brücke-Kunst


Die „Brücke“ wurde 1905 in Dresden gegründet. Ab 1911 fanden die Künstler sich in Berlin ein. Der Mai 1913 ließ die Künstlergruppe zerplatzen – es gab zu viele Widersprüche zwischen den Individuen, die sich nicht mehr vereinheitlichen ließen.
Erst in den 1980er Jahren setzten sich die so genannten Neuen Wilden mit der Stilsprache der „Brücke“ auseinander. Gemälde der Brücke wurden früh, bereits in den 20er Jahren des 20.
Jahrhunderts von den Museen angekauft. Nach der Ausstellung ‚Entartete Kunst’ in München verschwanden viele Werke. Es dauerte bis in die Mitte der 1950er Jahre bis sie wieder gewürdigt wurden.

„Die Brücke“

- bis 24. März 2019 im

Museum Frieder Burda

Lichtentaler Allee 8b
Baden-Baden

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag, 10 – 18 Uhr
an allen Feiertagen geöffnet


Schlagworte: Renaissance, Malerei, Bildhauerei, 15. Jahrhundert, Sakrale Kunst, Fresko