Terry O'Neill in München: Ein
Rückblick, ein Überblick und persönliches Interview aus dem Jahr 2013
Interview: "Ich bin kein Paparazzo" ... denn es geht auch anders!
Star-Fotograf Terry O'Neill tourte 2013 mit seinen limitierten und signierten Celebrity-Fotos
durch die Länder - München war ein Lieblingsort
Terry
O’Neill (1938 – 2019): Seine Fotografien schmückten die Titelseiten
des Stern, Rolling Stone, Newsweek, GQ, Time, ...
München. Er war ein Ausnahme-Fotograf: Terry
O’Neill (1938 – 2019). Mit einem untrüglichen Gespür für die Persönlichkeit
der Celebrities. Er hat sie alle fotografiert, Stars von Ursula
Andress bis Catherine Zeta-Jones. 2013 kam er zu einem
Blitzbesuch nach München, um seine Ausstellung „50 years of iconic
photography“ in der Galerie Stephen Hoffman zu eröffnen. Doch zu
einem Interview reichte seine knapp bemessene Zeit nicht. Dennoch
hatten wir Gelegenheit, den sympathischen Photo-Künstler mit dem
Auge für, wie er selbst sagt, „Magical Moments“, bei der
Vernissage kennenzulernen. Am nächsten Tag waren wir beim
Film-Interview mit dem Regisseur Eckhart Schmidt dabei und bei der
Signierstunde der aktuellen Kataloge.
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| Terry O'Neill auf seinem Bücherstapel zur Ausstellung 2015 – TERRY O’NEILL “ROCK’N ROLL ALBUM” – mit limitierten, signierten Originalphotographien / in der Galerie Stephen Hoffman in München, Foto: Helga Waess - Pressefotoarchiv |
Terry O'Neill und seine Arbeiten sind
international bekannt
Seine Fotografien schmückten die Titelseiten
des Stern, Rolling Stone, Newsweek, GQ, Time, The Sunday Times
Magazine, People, Playboy, Paris Match, Look, Vanity Fair und vieler
anderer Magazine. Für Filmplakate und Platten- und von weltbesten Designern wurde er
engagiert. Denn, und dass ist sicherlich seiner unkonventionellen
Einstellung und seinem Gespür für Persönlichkeiten zuzurechnen:
Dieser Fotograf findet immer das richtige Maß und kommt sehr nah,
teils sehr privat an jene Celebrities heran, die weltweiten
Ikonen-Charakter haben. Viele zählen seit Jahrzehnten zu seinen
Freunden und „niemals“ habe er sie „in Momenten fotografiert,
die peinlich gewesen wären“, so betont er im Filmtermin mit
Eckhart Schmidt und hebt den Zeigefinger:
„Ich bin kein Paparazzo!“
Terry O'Neill fotografierte die Rolling
Stones, Paul Newman und Lee Marvin,
Richard Helms und Robert Redford,
das 75-jährige Jubiläum der Paramount Pictures mit allen damals am
Set anwesenden Stars, Audrey Hepburn, Faye Dunaway – mit der Mr.
O'Neill sechs Jahre verheiratet war –, die Beatles, die Gruppe The
Who, Jimmy Page, die Gruppe The Queen mit Freddy Mercury, The Royal
Family mit HM the Queen oder ihren Familienangehörigen halbprivat,
Amy Winehouse, Kate Moss, Christy Turlington, Dean Martin, Brigitte
Bardot, das Bond Girl Ursula Andress, David Bowie, Frank Sinatra,
Steve Martin und Michael Caine, Franz Beckenbauer und Bobby Moore,
Raquel Welch – diese und viele andere Fotografien finden sich in der Galerie
Stephen Hoffman.
Terry O'Neill in München: Ein
Rückblick
Zur Vernissage füllt sich die
exklusive "Galerie Stephen Hoffman – Fine Art Photography" an der
Rückseite des Hotels Bayerischer Hof schnell. Das Schaufenster und
der Rote Teppich werden von außen mit großen Filmset-Strahlern
erleuchtet.
Passanten bleiben neugierig stehen. Im Fenster ein Foto
von Raquel Welch am Kreuz und eines, das den jungen Mick Jagger im
Winter zeigt – sehr privat, sehr persönlich.
Terry O'Neill ist
einer der berühmtesten Fotografien der Film- und Musikgeschichte.
Ein sehr sympathischer Mensch, der, wie die Gäste bei Hoffman
schnell merken, für jeden ein offenes Ohr hat und gerne über sein
Leben und seine Arbeit spricht. Ganz schnell kommt er während seiner
Ausstellungseröffnung mit den Fotografie-Freunden ins Gespräch, signiert im
größten Trubel mit gleichbleibender Freundlichkeit und fast
stoischer, innerer Ruhe seine Kataloge oder lächelt in die Kamera der
anwesenden Fotografen. Dabei ist er knapp zwei Stunden zuvor erst am
Flughafen München gelandet und schon mitten in seinem Element. Das
Zimmer im Bayerischen Hof gefällt ihm. Hier sind schon viele
Berühmtheiten, die er persönlich kennt und kannte und „Ikonen“
nennt, über Nacht geblieben.
In der Galerie stellt der Künstler
sich direkt unter die Fotografie von „Franz Beckenbauer und Bobby
Moor im James-Bond-Look“, das er 1970 aufnahm
Hier bleibt er die
nächsten drei Stunden stehen und im Gespräch mit den Besuchern.
Gemeinsam mit Stephen posiert er für Pressefotos. Man
lacht, scherzt, und schnell kommt man sich vor wie bei einem
Familientreffen, bei dem nur die auf den Fotografien anwesenden
Verwandten fehlen.
Aber: Über jedes Foto und jede Begegnung weiß
der Meister eine Geschichte. Wir könnten stundenlang zuhören, um
die uns allen längst bekannten, hier ausgestellten Personen näher
kennenlernen.
In München zeigte Terry O'Neill
Fotografien aus 50 Jahren Celebrity-Photography
Die großformatige
Einladungskarte hatte Sammler und Kunstkenner neugierig gemacht. Das
Frontbild zeigte Raquel Welch mit gebräuntem Körper, knappem
Fellbikini und wilder Haarmähne, locker ans Kreuz gefesselt. Die
Schauspielerin verkörperte in Amerika jener Tage die Frau
schlechthin. Raquel Welch ist bis heute „an icon“ und hier mit
wilder blonder Mähne im Kontrapost das Symbol einer Frau zwischen
Lässigkeit und Zwang. Als Frau am Kreuz, das für Erlösung, Opfer
und Märtyrertum schlechthin steht, sorgte diese Photography damals
weltweit für Aufsehen. Terry O'Neill hatte dieses Motiv 1970 in Los
Angeles aufgenommen, und es sollte wachrütteln.
Der Oscar verändert dein Leben: Am
Morgen danach...
Unser Interview
Mr. O'Neill, nach der Veröffentlichung
dieses Fotos erhielten Sie weltweit zahlreiche Preise. Das Bild mit
dem Titel „Oscar Ennui“ wurde als einer der kultigsten
Hollywood-Shots aller Zeiten nominiert.
Wie entstand diese Aufnahme?
TERRY O’NEILL: „Die Photographie
zeigt Faye Dunaway, meine Ex-Frau, in Beverley Hills. Es entstand am
Morgen, nachdem sie ihren Oscar als beste Schauspielerin für den
Film „Network“ bekommen hatte. Es war der Morgen nach der Party.
Sie stand auf, durchblätterte ein paar Zeitungen, trank einen
Schluck Tee, und in einem Moment war ihr kurz bewusst, was geschehen
war. Es war sehr früh am Morgen. Es zeigt jenen Moment in Fayes
Karriere, in dem ihr bewusst wird, dass sich von nun an alles ändert.
Der Oskar verändert dein Leben! Der Hotelpool hatte eine
wunderbare kühle, eisige Farbe. Der Himmel und Faye Dunaways
Morgenmantel: alles in zartem Rosa."
Perfektes Licht?
TERRY O’NEILL: „Genau! Alles
schlief noch. Es war der perfekte Ort. Das perfekte Licht! Nichts ist
gestellt, nichts nachbearbeitet, sondern in einem Moment so gesehen
und auf den Auslöser gedrückt. Faye durchblätterte die Zeitungen,
es war alles noch nicht so tief in Ihrem Bewusstsein, die Ehrung, der
Oscar, die Party; und doch ahnte sie, dass sich nun alles ändern
würde. Nicht nur die Honorare! (Terry lacht!) Es war so ein
magischer Moment. Ein Augenblick im Leben, an dem du weißt, dass du
am Beginn von etwas Neuem stehst, etwas noch nicht Greifbares. Ich
machte das Foto, dann ging sie wieder schlafen. Es war noch sehr früh
und die Party erst ein paar Stunden her. All dies fing ich hier ein.“
Diese wunderschöne Frau betrachtet
versonnen diese kleine, goldene und so mächtige Skulptur, die alles
verändert.
Das Bild erzählt eine Geschichte, man mag es immer
wieder ansehen. Das scheint es zu sein, was seine Fotos
außergewöhnlich macht: Sie erzählen Geschichten und zeigen doch
nur einen Moment, einen Blick, einen Augenblick im Leben der
Celebrities. Ein kurzes Aufleuchten in den Augen oder einen
bestimmten Gesichtsausdruck in einer besonderen Situation, etwas, das
nur ein Fotograf einfangen darf, der Vertrauen und Freundschaft
genießt.
Während der Vernissage in der Galerie
Stephen Hoffman muss Terry O'Neill immer wieder seinen Katalog
signieren „Terry O'Neill: The A-Z of fame“
Insgesamt 360 Seiten
mit bekannten Persönlichkeiten von AC/DC bis Catherine Zeta-Jones.
Das große, schwere Buch ist soeben in England erschienen und zeigt
eine Auswahl, die für das Ganze steht, für das Opus aus 50 Jahren
„ICONIC-Photography“. Von Terry O'Neill für diese
Veröffentlichung ausgewählte und zum Teil kommentierte Arbeiten. Im
Vorwort zu diesem großartigen Foto-Buch erzählt Dylan Jones wie
Terry O'Neill 1966 erstmals in die Staaten kam. 1938 in
London geboren, verließ Terry, wie viele Jungen damals, mit 14
Jahren die Schule. Seine Passion war der Jazz, und so wollte er
eigentlich Jazz-Drummer werden.
Seine Passion: Jazz-Drummer
Sie wollten eigentlich Drummer werden,
wieso wurden Sie Fotograf?
TERRY O’NEILL: „Das war ein Unfall!
Ich war am Londoner Flughafen Heathrow und sah mich um. Meine Kamera
dabei. Dann sah ich Rab Butler schlafend. Ich drückte den Auslöser.
Kurze Zeit später sprach mich ein Reporter einer Tageszeitung an, ob
er mir dieses Foto abkaufen könne und überhaupt, ob ich ihn
regelmäßig mit Aufnahmen vom Flughafen versorgen könne. So wurde
das mein Beruf. An Accident!"
Und Ihr Traum vom Jazz-Drummer, was ist
davon geblieben?
TERRY O’NEILL: „Die Improvisation.
Mein ganzes Leben ist Improvisation! Das ist das, was ich jeden Tag
tue: IMPROVISATION!“
Wieso nennen Sie Ihre Aufnahmen
„iconic“-photographien?
TERRY O’NEILL: „Wenn Sie sich die
Fotos ansehen, dann merken Sie gleich, dass ich vielen
Persönlichkeiten begegnet bin, die unsere Zeit mit prägten. Ich
lernte die Beatles oder die Stones kennen, und wir waren alle junge
Leute, keiner wusste, ob er einmal berühmt wird. Wir freundeten uns
an, und so durfte ich sie immer wieder fotografieren. Das sind
wirklich Ikonen! Heute sind Celebrity-Ikonen seltener geworden.
Künstler, Talente, die ihrer inneren Berufung folgend Großes
erreichen und einen weltweiten Bekanntheitsgrad erlangen. Die für
etwas stehen!“
Wie war die Begegnung mit den Rolling
Stones?
TERRY O’NEILL: „Ich erhielt den
Auftrag, diese fünf wilden Musiker zu fotografieren. Und ich dachte,
ich würde auf fünf Monster treffen. Aber dann stellte ich fest,
dass es genauso nette Jungs waren wie ich selbst. Wir waren alle jung
und hatten Spaß. Niemand wusste, wie lange der Erfolg anhält oder
gar wie berühmt man werden würde…“
Sie sind vielen berühmten
Filmdiven begegnet und waren mit Faye Dunaway verheiratet.
Wer hat Sie besonders beeindruckt?
TERRY O’NEILL: „Alle! Sie waren und
sind alle ganz wunderbar. Audrey Hepburn und Christy Turlington haben
eine besondere, weibliche Ausstrahlung, ihr Wesen zieht dich magisch
an. Vollkommene Ladies! Und geheiratet hätte ich meine Modelle am
liebsten alle – vom Fleck weg. Brigitte Bardot war sehr spontan.
Sie war stets mitten im Leben, man musste nicht sagen, ob oder wie
sie posieren sollte.“
Sie haben Filmschauspieler, Politiker und
Musiker fotografiert.
Gibt es da Unterschiede beim
Fotografieren?
TERRY O’NEILL: „Jeder hat eine
andere Motivation: Popstars sind ganz Musik, Politiker wollen ihre
Message verbreiten, und Schauspieler können alles sein. Bei den
Beatles z.B. hatte jeder eine ganz eigene Mentalität, aber alle
trafen zusammen und harmonierten, weil sie Musik machen wollten. Sie
hatten viel Spaß, waren aber auch sehr ernst bei der Arbeit. Es war
Swinging-London in den 60th , und die jungen Frauen waren verrückt.
Die Musiker konnten bei Konzerten kaum ihre Musik hören. Alles stand
am Anfang, es war „the best time of my life“. Auch für
Fotografen war es eine gute Zeit. Ich ging damals nach Amerika, um
etwas Neues zu machen. Jeder Tag war anders, jeder Tag brachte etwas
Neues. Eine wirklich beeindruckende Begegnung wird für mich immer
jene mit Nelson Mandela bleiben, den ich anlässlich seines 90.
Geburtstags fotografieren durfte. Bill Clinton kam für einen
halbstündigen Besuch. Als Nelson Mandela ging, ging eines der
größten Individuen der Welt, was für ein Charisma. Immer noch und
für alle Zeiten wird dieser Mann mit seiner Aura anwesend sein.“
In Ihren Fotos hat man eine besondere
Nähe. Man verliert die Distanz zur „Ikone“, und sie wird
menschlich greifbar. Wie schaffen Sie das? Vor Ihrer Kamera erscheint
der eine oder andere noch schöner oder verletzlicher bzw. stärker
und unnahbar. Körperhaltungen, Blicke und Situationen scheinen
un-gestellt – oder?
TERRY O’NEILL: „Filmfotografie,
klassische Fotografie kommt ohne Retusche aus. Ich hasse diese ganze
Retuschiererei. Keiner nimmt sich mehr die Zeit für die perfekte
Vorarbeit. Ein richtiger Fotograf verlässt sich nicht auf das
Zufallsfoto. Er sieht den Moment und löst aus. Dann hat er das
perfekte Foto. Heute wird alles schnell, schnell geknipst und dann
einfach wild retuschiert, bis man kaum noch erkennt, in welchem Licht
die Aufnahme entstand. Hat der Fotograf den Ort, das Licht und den
Moment gewählt, tagelang überlegt, stundenlang auf den Moment
hingearbeitet, und dann beim Druck auf den Auslöser das Gefühl
gehabt: DAS IST ES! Wenn ja, dann erzählt ein Bild alles! Mit einer
Kamera kann man das Schönste aus jedem Menschen herausholen. Ich
nenne es das „glowing“. Gemeint ist das innere Leuchten, jene
Motivation, die ihn antreibt und die sich auf das Gegenüber
überträgt. Das, wofür dieser Mensch auf dem Foto brennt. Jenes
innere Leuchten, das sich in einem bestimmten Blick ausdrückt, das
sein Charisma ausmacht. Das versuche ich einzufangen, wenn ich einen
Menschen, den ich fotografieren soll, verstanden habe. Das war immer
mein Anliegen, meine Mission! Ich zeige, wofür es sich lohnt, alles
auf sich zu nehmen und seinen Weg zu gehen – gegen alle Widerstände
und Meinungen. Berühmt zu werden, ist manches Mal sehr schwer, es
verändert dein Leben. Du kannst daran wachsen oder zerbrechen.“
Was ist für Sie das Wichtigste am
Beruf des Fotografen?
TERRY O’NEILL: „Das Wichtigste in
meinem Beruf: echtes Interesse an Menschen! Und natürlich Talent! Du
musst ein Foto fühlen, bevor du auf den Auslöser drückst.“
Mit vielen Celebrities sind Sie heute
noch befreundet.
TERRY O’NEILL: „Mit vielen. Wir
begleiten das Leben des Anderen. Wie z.B. Paul McCartney und die
Beatles. Wir lernten uns sehr jung kennen. Waren auf Familienfesten
eingeladen. In der Ausstellung findet man z.B. ein Foto, das auf der
Hochzeitsfeier von Ringo Starr und Barbara Bach entstand. Ich war
privat eingeladen. Hatte aber, wie immer, den Fotoapparat dabei. Es
war sehr viel los und ein tolles Fest. Dann entdeckte Paul plötzlich
ein Klavier, setzte sich daran und spielte „All you need is love!“,
und auf einmal sangen wir alle mit. Wirklich alle, auch die Kinder.
Paul und Linda, Ringo, einfach alle singen. Eine tolle Stimmung.
Genau so war es! Aber auch dieses Foto zeigt mehr, das Leuchten in
den Augen und das Leuchten in dem Raum. Man spürt, wofür diese
Musiker brannten und dass sie selbst und ihre Musik Ikonen-Charakter
hatte. Es ist sehr privat. Imponiert hat mir natürlich auch Mick
Jagger. Hier gäbe es viele Stories. 1970 nahm ich Fotoserien mit der
Deutschen Nationalmannschaft auf: darunter auch Franz Beckenbauer,
ein toller Sportler und Mensch.“
Sie fotografierten auch HM Queen
Elisabeth?
TERRY O’NEILL: „Ja! Es sind sehr
private Portraits. Sie zeigen einen großartigen Menschen. Die Fotos entstanden in privaten
Räumen. Als Fotograf der Königlichen Familie durfte ich viele
Aufnahmen machen. Eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre und Ehre.“
Waren alle, die Sie fotografiert haben, immer begeistert von Ihren
Fotos?
TERRY O’NEILL: „JA! Nicht nur ich,
sondern auch die Fotografierten müssen mit dem Ergebnis leben, und
das geht nur, wenn eine absolut überzeugende Begeisterung herrscht.
Niemand wurde in Situationen aufgenommen, die er nicht wollte. Und
natürlich haben alle besondere Abzüge bekommen."
Und diese Ausstellung in München? Sie
sind für zwei Tage aus London angereist und stellten aus. Signierten
Bücher, redeten mit der Presse und mit Sammlern. Jeder möchte viel
von Ihnen wissen, das ist doch sehr anstrengend?
TERRY O’NEILL: „Natürlich! Aber
ich brenne für die Fotografie, und jetzt toure ich mit meinen Fotos
durch die Lande. Ich treffe sehr viele interessante Menschen, mit
denen ich angeregte Gespräche führe. Sie wollen viel über meine
Arbeit wissen. Und ich merke, dass ich über die Kamera und die Fotos
meine Mission verständlich mache. Man sieht, was ich damals sah. In
diesem einen Moment des Auslöser-Drückens. Das direkte Feedback von
Galeristen und Sammlern gibt mir sehr viel.“
Gibt es jemanden, einen Superstar, den
Sie unbedingt noch fotografieren möchten?
TERRY O’NEILL: „Gute Frage! Die
Antwort lautet vermutlich: Nein! Niemanden! Denn ich glaube, es gibt
keine echten Ikonen mehr. Aber wer weiß, vielleicht ja doch?! Lasst
uns sehen, was kommt!“
Lieber Terry O'Neill, vielen Dank für
das Interview. Wir durften in Ihnen einen Fotografen kennen lernen,
der für seine Kunst brennt. Jetzt sehen auch wir die Fotografien in
Ihrer Ausstellung mit anderen Augen! Danke, und fotografieren Sie
bitte immer weiter – Celebrity-Ikonen werden auch von Fotografen
unserer Zeit gefördert, und ein Foto von Ihnen darf da als Adelsschlag gewertet
werden. Es freut uns, in Ihrer Ausstellung auch die wunderbare
Aufnahme von Amy Winehouse zu sehen. Viel Glück für Ihre Tour durch
Europa!
... bislang unveröffentlichtes Interview 2013: Dr. Helga Wäß, Kunsthistoriker &
Autorin
Gestern im Kunst-Kultur-Blog:
About Galerie Stephen Hoffman
Immer wieder schafft es die Münchner
Galerie Stephen Hoffmann Highlights in der Szene zu setzen. Wie
jüngst mit der Ausstellung des Londoner Star-Fotografen Terry
O’Neill. Dass die Fotografie dem Galeristen Stephen Hoffman am
meisten am Herzen liegt, ist kein Wunder. In den 90igern lebte er in
den USA und hatte dabei Gelegenheit, viele Fotografen kennenzulernen
– darunter auch bedeutende Magnum-Mitglieder. Durch diese langen
Bekanntschaften arbeitet die Galerie Stephen Hoffman, die 2002 in der
Münchner Prannerstraße eröffnet wurde, ausschließlich mit
bekannten internationalen Fotografen zusammen oder zeigt Werke aus
deren Nachlässe. Für Sammler eine unschätzbare Qualität. Als
einer der führenden Kunsthändler für Fotografie spezialisierte
sich Stephen Hoffman auf die Meister der klassischen Fotografie des
20. Jahrhunderts. Weiterer Schwerpunkt: die internationale Modern und
Contemporary Photography.
GALERIE STEPHEN HOFFMAN Prannerstraße
5, Rückseite Hotel Bayerischer Hof, 80333 München , Homepage: www.galeriehoffman.com
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