Ausstellungstipp: Die Blauen Reiterinnen - Wiesbaden, Bremen, München und Ascona
Iris Berben übernimmt die Schirmherrschaft für das Ausstellungsprojekt „Die Blauen Reiterinnen“ - 12 Künstlerinnen der Moderne in einer Wanderausstellung
Zwölf bekannte und wiederentdeckte Pionierinnen der Moderne und ihr europaweites Netzwerk stehen im Mittelpunkt der internationalen Premiere „Die Blauen Reiterinnen“ - ab Oktober 2026 bis 2028 in vier Museen
München - Wiesbaden - Bremen - Ascona. Ein kunsthistorisch bedeutendes Ausstellungsprojekt des Museums Wiesbaden, des Paula Modersohn-Becker-Museum, Bremen, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München und der Fondazione Marianne Werefkin, Ascona erzählt die Geschichte des „Blauen Reiter“ erstmals konsequent aus der Perspektive seiner Künstlerinnen. Zwölf bekannte und wiederentdeckte Pionierinnen der Moderne und ihr europaweites Netzwerk stehen im Mittelpunkt der internationalen Premiere „Die Blauen Reiterinnen“. Die Schauspielerin Iris Berben übernimmt die Schirmherrschaft für die drei deutschen Ausstellungsorte.
| Königsplatz in München - hier finden sich das Lenbachhaus mit dem Kunstbau im U-Bahn-Zwischengeschoß, der Propyläen, Glyptothek, die Staatlichen Antikensammlungen, Pressefotoarchiv: Helga Waess |
Iris Berben zu dem Ausstellungsprojekt "Die Blauen Reiterinnen"
„Ich weiß sehr genau, was es bedeutet, sich als junge Künstlerin in einem männerdominierten Umfeld zu bewegen und sich dort durchzusetzen. Deshalb habe ich keinen Moment gezögert, die Schirmherrschaft für dieses Augen öffnende Ausstellungsprojekt zu übernehmen. Auch die Frauen des „Blauen Reiter“ haben Stärke zeigen müssen, um sich durchzusetzen und sind doch später trotz ihrer Leistungen in Vergessenheit geraten. Für mich ist es „großes Kino“, endlich sehen zu können, was sie gegen viele Widerstände geschaffen haben.“
„Der Blaue Reiter“
Hierunter versteht man einen Kreis von unterschiedlichsten Persönlichkeiten, die im Bereich der Malerei, ästhetischen Theorie, Grafik, Literatur und Musik Visionäres geleistet haben. Mit seinen beiden in den Jahren 1911 und 1912 organisierten Ausstellungen und dem 1912 herausgegebenen Almanach stehen die Künstlerinnen und Künstler des „Blauen Reiter“ für eine Subjektivierung in der Kunst, die Befreiung der Farbe vom Gegenstand und die Idee einer Gleichwertigkeit von künstlerischen Ausdruckformen unterschiedlicher Epochen, Gattungen und Regionen.
Damit ist „Der Blaue Reiter“ ein bedeutender Teil der internationalen Avantgardebewegungen vor dem Ersten Weltkrieg. Nahezu völlig unerforscht blieb bis heute, welchen großen Anteil die einzelnen Künstlerinnen im Umfeld des „Blauen Reiter“ an der Entwicklung der Moderne hatten, welche Strategien und Netzwerke sie nutzten.
So formulierte Marianne von Werefkin beispielsweise den programmatischen Leitsatz: „Die Zukunft der Kunst ist die emotionale Kunst.“ Er verweist auf die geistige und künstlerische Mitgestaltung durch die weiblichen Künstlerinnen.
Ein besonderer Fokus des Ausstellungsprojekts liegt auf den Netzwerken der zwölf Künstlerinnen, die von Moskau über München bis nach Paris reichten
Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen künstlerischen, sozialen und intellektuellen Verbindungen, über die Ideen und ästhetische Konzepte grenzüberschreitend zirkulierten. Diese Verflechtungen werden in einer digitalen Anwendung sichtbar gemacht, die Wege, Begegnungen und Lebensstationen interaktiv nachvollziehbar aufbereitet.
Biografische Schwerpunkte eröffnen den Blick auf die individuellen Lebensläufe der Künstlerinnen und kontextualisieren ihr Schaffen in den sozialen, künstlerischen und institutionellen Beziehungsgeflechten ihrer Zeit. Zugleich macht die Ausstellung deutlich, wie vielseitig, aufgeschlossen und visionär der „Blaue Reiter“ war. Seine besondere Progressivität lag in der grenzüberschreitenden Internationalität, in seiner Vielstimmigkeit und der damals möglichen inhaltlich gewollten Pluralität, die von den Künstlerinnen wesentlich mitgestaltet und geprägt wurde.
Die Ausstellungsstation im Museum Wiesbaden (23. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027) bildet den Auftakt des Ausstellungsreigens
- Die weiteren Stationen sind das Paula Modersohn-Becker-Museum in Bremen (13. März bis 29. August 2027)
- und die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (12. Oktober 2027 – 23. April 2028),
- bevor die Tournee im Sommer 2028 in Ascona beschlossen wird.
Schirmherrin der Ausstellung ist Iris Berben
Vita Iris Berben
Iris Berben ist eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Seit den 1960er-Jahren steht sie vor der Kamera und hat mit zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begeistert. Für ihre schauspielerischen Leistungen erhielt sie viele renommierte Auszeichnungen. Darüber hinaus ist sie mit literarischen Lesungen und als Hörbuchsprecherin erfolgreich.
Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit engagiert sich Iris Berben seit Jahrzehnten gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie für Demokratie, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Als langjährige Präsidentin der Deutschen Filmakademie (2010-2019) setzte sie sich zudem mit großem Nachdruck für die Belange der Filmschaffenden und die Stärkung der Film- und Kulturlandschaft in Deutschland ein.
Bis heute erhebt sie auch immer ihre Stimme für die Freiheit der Kunst und die Bedeutung von Kultur für die Demokratie. Für ihr langjähriges gesellschaftliches und kulturpolitisches Engagement wurde sie ebenfalls mit zahlreichen Auszeichnungen und Preisen geehrt und zählt sie zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens.
Die Ausstellungsstationen
23. Oktober 2026 – 21. Februar 2027
- Museum Wiesbaden, Hessisches Landesmuseum für Kunst und Kultur
13. März – 29. August 2027
- Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen
12. Oktober 2027 – 24. April 2028
- Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München
- Luisenstraße 33
80333 München
Eintrittspreise
Regulär 10 €
Ermäßigt 6 €
Freier Eintritt unter 18 Jahren
Öffnungszeiten
Di–So 10–18 Uhr
Do 10–20 Uhr
ab Juni 2028
- Museo Comunale Ascona
Förderer und Sponsoren
Das Ausstellungsprojekt „Die Blauen Reiterinnen“ wird gefördert von der Kulturstiftung der Länder.
Der begleitende Katalog
Hirmer Verlag in separaten deutschen, englischen und italienischen Ausgaben. Der Katalog wird gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung.
Die Ausstellung im Museum Wiesbaden
- wird unterstützt durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain
- und die Freunde des Museums Wiesbaden e.V.
Medienpartner sind
- ARTE,
- hr2 Kultur,
- die Frankfurter Allgemeine Zeitung
- und Sensor
Die Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Museums
- wird gefördert durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung
- und die Sparkasse Bremen.
Die Ausstellung Die „Blauen Reiterreiterinnen“ in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
findet im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 150. Geburtstages von Gabriele Münter statt.
Zugleich richtet die UNESCO 2027 ein Gedenkjahr zu Ehren der Künstlerin Gabriele Münter aus.
Die Ausstellung ist eine Kooperation des Lenbachhauses und der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung.
- Mit großzügiger Unterstützung des Förderverein Lenbachhaus e.V.
- Medienpartner ist ARTE
Die Ausstellung in Ascona
- wird gefördert durch Swisslos
QUELLE:
Medieninformation des Lenbachhauses in München vom 9. Juli 2026




