Sonntag, 26. Juli 2026

Carcassonne, der Olymp u. Landungsstrände in der Normandie - Neue UNESCO-Welterbestätten

 Zehn neue UNESCO-Welterbestätten  

 

10 Neue unter den UNESCO-Welterbestätten : Die königlichen Festungen der Kapetinger im Languedoc (Frankreich) , der Olymp (Griechenland) und die Landungsstrände der Alliierten, Normandie, 1944 (Frankreich) zählen zu den 10 Neuaufnahmen  ... und es geht weiter ...


Erster Eintrag für São Tomé und Príncipe auf Welterbeliste  


Heute wurden zehn neue Stätten in die Welterbeliste aufgenommen. Das beschloss das zuständige UNESCO-Komitee auf seiner aktuellen Tagung in Busan, Südkorea. Zu den Aufnahmen gehören unter anderem die alliierten Landungsstrände in der Normandie von 1944 und das Naturerbe von Boma-Badingilo im Südsudan, das zugleich in die Liste gefährdeter Welterbestätten aufgenommen wurde. Der westafrikanische Inselstaat São Tomé und Príncipe verzeichnet seinen ersten Eintrag auf der Welterbeliste: Aufgenommen wurden die Roças, Zeugnisse mehrerer Plantagen aus der portugiesischen Kolonialzeit. Zudem wurden die Siedlungen der Berliner Moderne um die Waldsiedlung Zehlendorf erweitert. 

SZ - Zeppelin, Foto: Helga Waess (Pressefotoarchiv Kunst-Kultur-Blog, München)

Das Welterbekomitee setzt seine Beratungen über weitere Aufnahmen in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt morgen fort ...

 

Folgende Stätten wurden in die Liste aufgenommen

Siedlungen der Berliner Moderne (Deutschland) 


Die Berliner Siedlungen der Moderne gehören seit 2008 zum UNESCO-Welterbe und wurden jetzt um die Waldsiedlung Zehlendorf erweitert. Sie zeigen beispielhaft, welche Antworten im frühen 20. Jahrhundert auf die Wohnungsfrage gefunden wurden. Mit ihrer Kombination aus Stadtplanung, Architektur und Gartengestaltung sowie der Anwendung neuer sozialer und Hygienestandards sind sie Ausdruck einer breiten Reform des Wohnungs- und Siedlungsbaus. Die nun sieben Welterbe-Siedlungen stehen damit für einen entscheidenden Aufbruch: für bessere Wohnbedingungen, modernes Planen und ein neues Verständnis vom Leben in der Stadt.

Weitere Neuaufnahmen

Werke Aaltos (Finnland) 


Die Arbeiten des Architekten Alvar Aalto in Finnland umfassen dreizehn moderne Gebäude und Ensembles, die zwischen den späten 1920er- und den 1980er-Jahren entstanden sind. Sie zeigen, wie Alvar Aalto gemeinsam mit seinen Ehefrauen Aino Marsio-Aalto und später Elissa Aalto sowie dem Aalto-Studio die Ideen der Moderne mit lokalen Bautraditionen verband. Die Arbeiten der Aaltos zeichnen sich durch eine ebenso orts- wie menschenbezogene Planung aus. Die Bauwerke sind sorgfältig in ihre Umgebung eingebettet und von einem sensiblen Umgang mit Licht, Raumfolgen und natürlichen wie industriellen Materialien geprägt. 

Die königlichen Festungen der Kapetinger im Languedoc (Frankreich)  


Im Südwesten Frankreichs entstand im 13. und 14. Jahrhundert unter der Herrschaft der Kapetinger ein dichtes Netz von Befestigungen, das von Carcassonne aus verwaltet wurde. Die Anlagen dienten dem Schutz eroberter Gebiete, der Kontrolle von Verkehrswegen und der Durchsetzung königlicher Macht. Zum System gehören die Burg Carcassonne mit ihren doppelten Ringmauern sowie mehrere Festungen in der felsigen Landschaft zwischen Montagne Noire und den Pyrenäen. Sie zeugen von einer standardisierten, für die Ebenen der Ile-de-France entwickelten Wehrarchitektur, die sorgfältig an die topografischen Gegebenheiten des neuen Terrains angepasst wurde. 

Landungsstrände der Alliierten, Normandie, 1944 (Frankreich)  


Die Strände der alliierten Landung in der Normandie stehen für einen Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs. Hier wurde am 6. Juni 1944 eine neue Front gegen das nationalsozialistische Deutschland eröffnet. Die Stätte erinnert an die großen menschlichen Opfer zur Befreiung Europas und die enge militärische, logistische und politische Zusammenarbeit der Alliierten. Als Ort der Erinnerung ist die Küste bis heute untrennbar mit einem der folgenreichsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts verbunden, das den Anfang vom Ende des Krieges in Westeuropa markiert. Das Welterbe umfasst die fünf Landungsstrände Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword Beach sowie die Steilküste von Pointe du Hoc.

Die weitere Umgebung des Olymp (Griechenland) 


Der Olymp ist der höchste Berg Griechenlands und ein zentraler Bezugspunkt der griechischen Mythologie. Die dramatische Landschaft prägte die Vorstellungen der antiken Griechen von der göttlichen Welt, wovon unter anderem die Überreste eines Zeus-Heiligtums auf dem Gipfel Agios Antonios zeugen. Am Fuß des Olymp befindet sich mit Dion zudem eines der bedeutendsten religiösen Zentren der antiken griechischen Welt. Von hier aus verbreiteten sich die mit dem Olymp verbundenen Mythen und religiösen Vorstellungen und beeinflussten über Jahrtausende Literatur, Kunst und Kultur. Zugleich gehört die Region zu den artenreichsten Gebirgslandschaften Europas. So verbindet die Stätte auf einzigartige Weise Naturerbe und Kulturgeschichte. 

Die Burg Alamūt und zugehörige Befestigungsanlagen (Iran)   


Im Elburs-Gebirge im Norden Irans liegen sieben Burgen und Befestigungen, die eng mit der Geschichte der Nizariten – auch als Assassinen bekannt – verbunden sind. Im Zentrum steht die Burg Alamūt, die auf einem steilen Felsrücken in 2.100 Metern Höhe errichtet wurde. Sie wurde im späten 11. Jahrhundert zum politischen Zentrum des nizaritisch-ismailitischen Staates. Alamūt und die Festungen im darunterliegenden Tal zeigen, wie eng die strategische Lage, die Wehrarchitektur und politische Organisation der Nizariten miteinander verbunden waren. Zugleich zeugen sie von den kulturellen Traditionen, die sich hier zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert entfalteten. 

Das System der italienischen Condominio-Theater des 18. und 19. Jahrhunderts in Mittelitalien (Italien)  


Die italienischen Condominio-Theater in Mittelitalien stehen für einen grundlegenden Wandel der Theaterkultur im 18. und 19. Jahrhundert. Aus Orten aristokratischer Unterhaltung wurden kulturelle Einrichtungen, die vom aufstrebenden Bürgertum getragen wurden. Möglich machte dies ein besonderes Modell gemeinschaftlichen Eigentums: Öffentliche Stellen und wohlhabende Bürgerinnen und Bürger finanzierten Bau und Betrieb zusammen. Das ermöglichte die Verbreitung von Theatern auch in kleineren Städten und machte sie zu Räumen architektonischer Innovation und gesellschaftlicher Begegnung. Viele dieser Häuser sind bis heute lebendige Zentren des kulturellen Lebens.

Alte Hauptstädte Asuka und Fujiwara (Japan)   


In Japan erinnern zahlreiche archäologische Fundstätten an die frühen aufeinanderfolgenden Hauptstädte Asuka und Fujiwara, die zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert entstanden. Palast- und Verwaltungsanlagen, Tempel und Grabhügel zeigen, wie sich auf dem japanischen Archipel unter dem Einfluss Chinas und der koreanischen Halbinsel ein zentralisierter Staat herausbildete. Die Stätte steht für die Verbindung lokaler Traditionen mit neuen politischen, religiösen und baulichen Konzepten. So zählt mit Asuka-dera auch der erste buddhistische Tempel Japans zum Welterbe. Von Asuka und Fujiwara gingen wichtige Impulse für die Entwicklung späterer Hauptstädte wie Nara und Kyoto aus. Die Stätte dokumentiert damit einen entscheidenden Abschnitt der Stadtentwicklung und Staatsbildung in Ostasien. 

Roças von São Tomé und Príncipe: Koloniales Agrarsystem und Zwangsmigration (São Tomé und Príncipe)  


Die Roças sind sechs ehemalige portugiesische Plantagenanlagen auf den westafrikanischen Inseln São Tomé und Príncipe, die einst dem großflächigen Anbau von Kaffee und Kakao dienten. Sie erinnern an ein koloniales Wirtschaftssystem, das vom späten 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts trotz offizieller Abschaffung der Sklaverei auf Zwangsarbeit beruhte. Viele Gebäude und technische Anlagen der Roças – Anbauflächen, Fabriken und Wohnbereiche – sind bis heute erhalten und machen die Funktionsweise des historischen Plantagensystems ersichtlich. Die Stätte ist für São Tomé und Príncipe der erste Eintrag auf der UNESCO-Welterbeliste. 

Boma-Badingilo (Südsudan)


Boma-Badingilo im Südsudan umfasst weite Savannen, Überschwemmungs- und Feuchtgebiete sowie Waldlandschaften zwischen der ostsudanesischen Savanne und dem Sudd, einem der größten Sumpfgebiete weltweit. Das Gebiet beherbergt eine der letzten großen Tierwanderungen der Erde. Dank eines weitgehend unzerschnittenen Netzwerks aus Wanderkorridoren und saisonalen Lebensräumen ziehen jedes Jahr Millionen Weißohr-Moorantilopen, Tiangs und Mongalla-Gazellen durch das Gebiet und folgen den jahreszeitlichen Veränderungen von Wasser- und Nahrungsangebot. Die Wanderung prägt die ökologischen Prozesse der Region. Neben den großen Antilopenherden bietet die Region Lebensraum für Elefanten, Löwen, Leoparden, Wildhunde und andere Arten. Boma-Badingilo wurde aufgrund von Wilderei, Siedlungsdruck und Landnutzungskonflikten zudem in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen.

Taschkents Architektur der Moderne: Moderne und Tradition in Zentralasien (Usbekistan)


In der usbekischen Hauptstadt Taschkent verbinden sich sozialistische Stadtplanung, die Architektur der Moderne und lokale Bautraditionen auf eindrucksvolle Weise. 1966 wurden große Teile der Stadt von einem Erdbeben zerstört. Mehrere Bauwerke und Ensembles aus den Jahrzehnten nach der Naturkatastrophe verbinden großzügige Freiräume, moderne Baustoffe und erdbebensichere sowie klimaangepasste Lösungen mit Elementen traditioneller zentralasiatischer Architektur wie Höfen und Loggien. So entstand ein unverwechselbares Stadtbild, in dem standardisierte sowjetische Planung und ortsbezogene Gestaltung zusammenwirken. Taschkent ist damit ein herausragendes Beispiel für eine „lokalisierte Moderne“ in Zentralasien. 

Hintergrund


Das UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 19. bis 29. Juli in Busan, Südkorea. Es ist das wichtigste mit der Umsetzung der Welterbekonvention betraute Gremium. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit dem Erhaltungszustand eingeschriebener Stätten. Für die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt sind in diesem Jahr rund 30 Stätten nominiert. Derzeit vereint sie mehr als 1.250 Kultur- und Naturstätten in 172 Ländern. 59 davon gelten als bedroht. Deutschland verzeichnet aktuell 55 Welterbestätten.

Eleven New Inscriptions - UNESCO World Heritage List

Eleven new inscriptions on the UNESCO World Heritage List

 

At its session in Busan, South Korea, the UNESCO World Heritage Committee today added eleven new sites to the World Heritage List (comprising both cultural and natural heritage)

 

First World Heritage site in the Comoros designated – here are the other new inscriptions (ENGLISH, DEUTSCH)



UNESCO World Heritage List – New Inscriptions.
The new inscriptions include, among others, the remarkably well-preserved bony fish fossils of the western Limfjord in Denmark, the Okefenokee National Wildlife Refuge in the USA, and the medinas of the historic Sultanates of the Comoros—the East African island nation's first World Heritage site. Additionally, the Getbol natural heritage site—the tidal flats off the coast of South Korea—was expanded. The UNESCO Committee will continue its deliberations regarding further World Heritage List inscriptions tomorrow.

Grasshopper on a polished stone – Photo: Helga Waess (Kunst-Kultur-Blog – Munich)


Here are the first new inscriptions on the 
UNESCO World Heritage List

 

Getbol, ​​Korean tidal flats (South Korea)



The vast tidal flats of the Yellow Sea, located along the west coast of the Korean Peninsula, have been on the UNESCO World Heritage List since 2021. Known as *Getbol*, these areas rank among the world’s most significant tidal landscapes. The mudflats are continuously shaped by the ebb and flow of the tides, which constantly create new habitats. Home to nearly 2,500 species of flora and fauna, the *Getbol* serve as a crucial stopover for millions of migratory birds in East Asia. The World Heritage site has now been expanded.
New Inscriptions

Sites of the Jingdezhen Porcelain Production Industry (China)



The sites associated with Jingdezhen’s artisanal porcelain industry illustrate the evolution of a highly sophisticated porcelain manufacturing system in China between the 10th and 19th centuries. From the 16th century onwards, the city was recognized as a global hub of ceramic production, thanks to an ingenious infrastructure: raw materials and fuel were transported via waterways to production sites, which were in turn linked to sales markets. Jingdezhen’s blue-and-white porcelain, in particular, became a major symbol of Chinese culture.

Bony Fish Fossils of the Western Limfjord (Denmark)



Along the coastal cliffs of the western Limfjord in North Jutland, exceptionally well-preserved fossils offer insight into an early phase in the evolution of modern bony fish. These finds date back to the period immediately following the last major mass extinction. They reveal how life changed during the rapid global warming of 55 million years ago—known as the Paleocene-Eocene Thermal Maximum—and the cooler period that followed. The coastal cliffs of Hanklit and Knudeklint are considered a globally unique record of the early development of marine ecosystems and the link between evolution and climate change.

Buddhist Site of Sarnath (India)



Sarnath, near Varanasi, is one of the most important sites in Buddhism. It is here that Siddhartha Gautama is said to have preached to his first disciples after attaining enlightenment. Over many centuries, a major pilgrimage center featuring stupas, temples, and monastic complexes developed at the site. The surviving archaeological and architectural remains bear witness to the location's long religious tradition. Sarnath represents a pivotal event in Buddhist history and is regarded as one of the religion's most important pilgrimage sites.


Aqaba Marine Reserve (Jordan)



Located at the northernmost tip of the Red Sea, this marine protected area is home to an exceptionally biodiverse network of tropical coral reefs and seagrass meadows. Together, these diverse habitats provide a vital refuge for numerous endemic, rare, and threatened species. The area is particularly renowned for its exceptionally resilient corals—adapted to high temperatures—which are considered highly resistant to the impacts of climate change.


Rock-hewn Mosques and Sacred Sites of Mangystau (Kazakhstan)



Five mosques carved into the rock—closely linked to Sufism—are located in the Mangystau region of western Kazakhstan: Shopan-Ata, Karaman-Ata, Shakpak-Ata, Sultan-Epe, and Beket-Ata. Built between the 12th and 14th centuries, they are situated within natural caves and steep rock faces. Known locally as "underground mosques," these complexes encompass cemeteries, shrines, water sources, pathways, and trees venerated as sacred. They emerged in a region shaped by nomadic culture, where Islamic piety blended with older traditions of ancestor and landscape veneration.

The Medinas of the Historic Sultanates of the Comoros (Comoros)



In the Comoros, six historic towns preserve the legacy of the ancient sultanates of the Indian Ocean. Urban centers—closely linked to Swahili society—evolved from early settlement nuclei around the 14th and 15th centuries. The medinas have largely retained their historic character and remain defined by living traditions to this day. The architecture of their palaces, squares, houses, and fortifications bears witness to cultural exchange along the historic trade routes of the Indian Ocean. Thus, the towns reflect the unique history of the Comoros as a crossroads between Africa, the Arab world, and Europe. This is the African nation's first World Heritage Site.

Burial Complexes of the Xiongnu Nobility (Mongolia)



Several burial complexes in Mongolia bear witness to the Xiongnu people. Between the 3rd century BCE and the 2nd century CE, these equestrian nomads established a powerful empire in the territory of present-day Mongolia. They maintained contact with Han China and controlled key sections of the Silk Road. The tombs offer significant insights into Xiongnu burial customs—a subject that has not yet been fully explored. Grave goods such as horse-drawn carriages, weapons, and tools shed light on the life and social structure of this vanished civilization.


Wat Phra Mahathat Woramahawihan Monastery Complex (Thailand)



Wat Phra Mahathat Woramahawihan is a significant Buddhist monastery in Nakhon Si Thammarat Province, southern Thailand. Situated at a crossroads between the Indian and Pacific Oceans, it has served as a regional religious center since its founding in the 8th century. The monastery complex’s architecture and art bear witness to the intense exchange between various faiths in Southeast Asia and have influenced architectural styles in Thailand, Malaysia, and beyond.

Sidi Bou Saïd (Tunisia)



The village of Sidi Bou Saïd is located on a hill overlooking the Mediterranean in northern Tunisia. It grew up around the mausoleum of the Sufi saint of the same name, who settled there in the 13th century. From the 16th century onwards, various ruling dynasties linked their secular power to the saint's religious authority. The Husainids, in particular, developed the village into a retreat for the country's elite. With the saint's tomb at its center, Sidi Bou Saïd stands as an impressive example of traditional Arab-Islamic urban planning, enriched by distinguished residential architecture from the 19th and 20th centuries.


Wadi Wurayah (United Arab Emirates)



Wadi Wurayah in the United Arab Emirates is a rare freshwater landscape situated in a region defined by aridity. Nestled among the rugged rocks of the Hajar Mountains, springs, streams, and pools persist year-round, providing a habitat for numerous plant and animal species. This is made possible by a unique interplay of geology, precipitation, and groundwater within the mountains. Wadi Wurayah strikingly demonstrates how complex freshwater ecosystems can thrive even under extremely arid conditions.

Okefenokee National Wildlife Refuge (United States of America)


Located in the southeastern United States, the Okefenokee National Wildlife Refuge protects a subtropical swamp—unique on a global scale—straddling the border between Georgia and Florida. The area is one of the largest and best-preserved ecosystems of the North American coastal plain. Within this mosaic of wetlands and savannas, water, fire, flora, and fauna exist in a highly dynamic balance. This interplay creates habitats for numerous endemic species. At the same time, the landscape holds historical and spiritual significance for the Muscogee Nation.

Background: The UNESCO World Heritage Committee is meeting from 

July 19 to 29 in Busan, South Korea.

It is the primary body responsible for implementing the World Heritage Convention. It generally meets annually to decide on the inscription of new cultural and natural sites on the World Heritage List and addresses the state of conservation of sites already inscribed. Around 30 sites have been nominated for the UNESCO World Heritage List this year. The list currently comprises more than 1,250 cultural and natural sites across 171 countries; 58 of these are considered endangered. Germany currently has 55 World Heritage sites.

 

SOURCE: UNESCO press release dated July 25, 2026 


Waldsiedlung Zehlendorf – UNESCO World Heritage Site

Waldsiedlung Zehlendorf Designated UNESCO World Heritage Site


UNESCO: Waldsiedlung Zehlendorf (BERLIN) added to the World Heritage List


Waldsiedlung as an outstanding example of the "New Building" movement – ​​light, air, and sun: Pioneering housing estate joins the Berlin Modernism Housing Estates (DEUTSCH, ENGLISH)



UNESCO World Heritage – July 26, 2026. The Waldsiedlung Zehlendorf has just been added to the World Heritage List as part of the Berlin Modernism Housing Estates. The UNESCO World Heritage Committee made this decision at its current session in Busan, South Korea. This brings the total number of estates included in the World Heritage site in Berlin to seven. The expansion recognizes the Waldsiedlung as an outstanding example of the "New Building" movement. The Berlin Modernism Housing Estates have been a UNESCO World Heritage site since 2008 and exemplify a shift in early 20th-century housing design that prioritized human health and well-being under the guiding principle of "light, air, and sun."

Cycling through the estate grounds on a PAKKA bike (please observe cycle paths) – Photo: 
Summer image – Photo archive: Helga Waess (Art & Culture Blog)


German UNESCO Ambassador Kerstin Pürschel welcomes the inclusion:


“With its unique blend of architecture, woodland landscape, and urban infrastructure, the Zehlendorf Forest Estate adds a distinctive new facet to the existing World Heritage site. This recognition by the World Heritage Committee in Busan underscores the international significance of Berlin Modernism and explicitly acknowledges the contribution of the Zehlendorf Forest Estate.”



Maria Böhmer, President of the German Commission for UNESCO, emphasizes:


The Berlin Modernism housing estates are far more than outstanding architecture. To this day, they demonstrate the essentials of good, affordable, and healthy living. The addition of the Zehlendorf Forest Estate highlights just how visionary these housing concepts were a century ago—and how relevant they remain today.”


Built between 1926 and 1932, the Zehlendorf Forest Estate


... is considered one of the most important works by architect Bruno Taut, who designed it in collaboration with Hugo Häring and Otto Rudolf Salvisberg. Its defining features include colorful facades, a close connection between living space and nature, and spacious green areas situated between the terraced houses and apartment buildings. Every apartment includes a balcony, loggia, or garden—reflecting Taut’s concept of “outdoor living space.” The estate impressively illustrates the *Neues Bauen* (New Building) movement’s commitment to placing health, community, and quality of life at the heart of architecture.


Berlin Modernism Housing Estates


... now comprise the Falkenberg Garden City, the Schillerpark Estate, the Horseshoe Estate (Hufeisensiedlung), the Carl Legien Residential Estate, the White City (Weiße Stadt), the Siemensstadt Large-Scale Estate, and the Zehlendorf Forest Estate (Waldsiedlung). The complex in the southwest of the capital is the largest of the seven World Heritage estates. They were built between 1913 and 1934 as an innovative response to the housing shortage, social challenges, and inadequate sanitary conditions in the rapidly growing city of that era. By combining architecture, urban planning, and open-space design, they set global standards for 20th-century social housing.

Sommerbild - Fotoarchiv: Helga Waess (Kunst-Kultur-Blog)


Background


The UNESCO World Heritage Committee is meeting from July 19 to 29 in Busan, South Korea. It consists of 21 elected States Parties to the World Heritage Convention. It decides on the inscription of new cultural and natural sites on the World Heritage List and addresses the state of conservation of sites already inscribed. The UNESCO World Heritage List currently includes more than 1,250 cultural and natural sites. Approximately 60 of these are considered endangered. Germany currently has 55 World Heritage sites.

 

Information and statements: 

UNESCO press release dated July 26, 2026


High-Tech Award for Prof. Daniela Rus

Munich – Bavarian State Chancellery


Bavaria champions freedom of research – Presentation of the Bavarian Minister-President’s High-Tech Award 2026 to robotics and AI pioneer Professor Daniela Rus


High-tech is part of Bavaria’s DNA – Award ceremony at the Munich Residenz on July 23 (GERMAN, ENGLISH)


Munich. On July 23, 2026, Minister-President Dr. Markus Söder presented the Bavarian Minister-President’s High-Tech Award 2026 to Professor Daniela Rus—a pioneer in robotics and AI and Director of the Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory at the Massachusetts Institute of Technology (MIT)—in the Hercules Hall of the Munich Residenz.

Stock photo from our archive: Residenz at the Hofgarten – entrance to the Hercules Hall – Theatinerkirche in the background (2025); Photo: Helga Waess (Press Photo Archive)


Minister-President Dr. Markus Söder:


“From medical robots at the operating table to the highway and the deep sea: your developments help make life on Earth longer and better.

This pioneering spirit aligns with the ‘Bavarian way of life.’ High-tech and peak performance have always been part of our DNA—and we are active globally in the field of robotics, too. In the face of international competition, innovation represents our great opportunity for future prosperity. That is why, in Bavaria, we champion the freedom of research. We are investing heavily in the High-Tech Agenda while simultaneously expanding our international network. Bavaria boasts the highest number of supercomputers and is home to key start-ups; furthermore, the Free State is home to the EU’s two best universities: the Technical University of Munich (TUM) and LMU Munich. The future is at home here. The High-Tech Prize recognizes this; with prize money of 300,000 euros, it is Germany’s most lucrative technology award.

Congratulations to all the award winners—you are brilliant role models who are making a real difference. Please keep up the great work!”


Munich: The Residenz and Feldherrnhalle viewed from Odeonsplatz – Photo: Helga Waess (Press Photo Archive)



Text information and quote from the Bavarian State Chancellery press release.


Waldsiedlung Zehlendorf - UNESCO-Welterbe

 Waldsiedlung Zehlendorf ist UNESCO-Welterbe


UNESCO:  Waldsiedlung Zehlendorf in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen 

 

Waldsiedlung als herausragendes Beispiel des Neuen Bauens - Licht, Luft und Sonne: Wegweisende Wohnanlage ergänzt Siedlungen der Berliner Moderne


UNESCO-Welterbe - 26. Juli 2026.
Die Waldsiedlung Zehlendorf wurde soeben als Teil der Siedlungen der Berliner Moderne in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen. Das beschloss das UNESCO-Welterbekomitee auf seiner aktuellen Sitzung in Busan, Südkorea. Damit umfasst die Welterbestätte künftig sieben Siedlungen in Berlin. Die Erweiterung würdigt die Waldsiedlung als herausragendes Beispiel des Neuen Bauens. Die Siedlungen der Berliner Moderne zählen seit 2008 zum UNESCO-Welterbe und stehen beispielhaft für einen Wandel im Wohnungsbau des frühen 20. Jahrhunderts, der unter dem Leitmotiv „Licht, Luft und Sonne“ Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen in den Mittelpunkt stellte.

Mit dem PAKKA-Fahrrad durch die Gartenanlage radeln (Radwege beachten) - Foto: A. Waess


Die deutsche UNESCO-Botschafterin Kerstin Pürschel begrüßt die Aufnahme: 

„Mit ihrer einzigartigen Verbindung von Architektur, Waldlandschaft und urbaner Infrastruktur erweitert die Waldsiedlung Zehlendorf das bestehende Welterbe um eine ganz eigene Facette. Diese Anerkennung durch das Welterbekomitee in Busan unterstreicht die internationale Bedeutung der Berliner Moderne und würdigt ausdrücklich den Beitrag der Waldsiedlung Zehlendorf.“


Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Maria Böhmer betont:

 „Die Siedlungen der Berliner Moderne sind weit mehr als herausragende Architektur. Sie zeigen bis heute, worauf es bei gutem, bezahlbarem und gesundem Wohnen ankommt. Die Erweiterung um die Waldsiedlung Zehlendorf macht deutlich, wie visionär diese Wohnkonzepte vor hundert Jahren waren – und wie aktuell sie noch immer sind.“


Die zwischen 1926 und 1932 errichtete Waldsiedlung Zehlendorf 

... gilt als eines der wichtigsten Werke des Architekten Bruno Taut, der sie gemeinsam mit Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg plante. Charakteristisch sind ihre farbigen Fassaden, die enge Verbindung von Wohnraum und Natur sowie die großzügigen Grünflächen zwischen Reihen- und Mehrfamilienhäusern. Jede Wohnung verfügt über einen Balkon, eine Loggia oder einen Garten – Ausdruck des von Taut geprägten Konzepts des „Außenwohnraums“. Die Siedlung verdeutlicht eindrucksvoll den Anspruch des Neuen Bauens, Gesundheit, Gemeinschaft und Lebensqualität in den Mittelpunkt der Architektur zu stellen.


Die Siedlungen der Berliner Moderne

... umfassen nun die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark, die Hufeisensiedlung, die Wohnstadt Carl Legien, die Weiße Stadt, die Großsiedlung Siemensstadt und die Waldsiedlung Zehlendorf. Die Wohnanlage im Südwesten der Hauptstadt ist zugleich die größte der sieben Welterbe-Siedlungen. Sie entstanden zwischen 1913 und 1934 als innovative Antwort auf Wohnungsnot, soziale Herausforderungen und unzureichende hygienische Bedingungen in der schnell wachsenden Stadt jener Zeit. Mit ihrer Verbindung von Architektur, Städtebau und Freiraumgestaltung setzten sie weltweit Maßstäbe für den sozialen Wohnungsbau des 20. Jahrhunderts.


Sommerbild - Fotoarchiv: Helga Waess (Kunst-Kultur-Blog)

Hintergrund


Das UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 19. bis 29. Juli in Busan, Südkorea. Es setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen. Es entscheidet über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit dem Erhaltungszustand eingeschriebener Stätten. Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen derzeit mehr als 1.250 Kultur- und Naturstätten. Etwa 60 davon gelten als bedroht. Deutschland verzeichnet aktuell 55 Welterbestätten.

 

Informationen und O-Töne: 

Pressemitteilung der UNESCO vom 26. Juli 2026 

Hightech-Preis für Prof. Daniela Rus

München - Bayerische Staatskanzlei

 

Bayern setzt auf die Freiheit der Forschung - Verleihung des Hightech-Preises des Bayerischen Ministerpräsidenten 2026 an die Robotik- und KI-Pionierin Professorin Daniela Rus

 

Hightech gehört zur Bayerischen DNA - - - Preisverleihung in der Münchner Residenz am 23. Juli


München. Am 23. Juli 2026 hat Ministerpräsident Dr. Markus Söder die Robotik- und KI-Pionierin sowie Direktorin des Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Professorin Daniela Rus, mit dem Hightech-Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2026 im Herkulessaal der Münchner Residenz ausgezeichnet.

Beispielsfoto aus unserem Archiv: Residenz am Hofgarten - Eingang zum Herkulessaal - im Hintergrund die Theatinerkirche 2025, Photo: Helga Waess (Pressefotoarchiv)


Ministerpräsident Dr. Markus Söder: 

„Von Robotern in der Medizin auf dem OP-Tisch über die Autobahn bis zur Tiefsee: Ihre Entwicklungen helfen, das Leben auf der Erde länger und besser zu machen. 

Dieser Pioniergeist passt zum ‚Bavarian Way of Life‘. Hightech und Höchstleistungen gehören seit jeher zu unserer DNA – auch im Bereich der Robotik sind wir weltweit aktiv. Im internationalen Wettbewerb ist Innovation unsere große Chance für Wohlstand auch in der Zukunft. Deshalb setzen wir in Bayern auf die Freiheit der Forschung. Wir investieren massiv in die Hightech Agenda und fördern gleichzeitig den Ausbau unseres internationalen Netzwerks. Bayern hat die meisten Supercomputer, wir sind Heimat wichtiger Start-ups und mit der TU München und der LMU befinden sich die beiden besten Universitäten der EU im Freistaat. Bei uns ist die Zukunft daheim. Der Hightech-Preis würdigt das und ist mit 300.000 Euro der höchstdotierte Technikpreis Deutschlands. 

Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern – sie sind geniale Vorbilder, die den Unterschied ausmachen. Bitte machen Sie weiter so!“

 

München: Residenz und Feldherrnhalle vom Odeonsplatz aus gesehen - Foto: Helga Waess (Pressefotoarchiv)

Text-Information und O-TON aus der Pressemitteilung der Bayerischen Staatskanzlei 

Samstag, 25. Juli 2026

Elf Neuaufnahmen in UNESCO-Welterbeliste

 Elf Neuaufnahmen in UNESCO-Welterbeliste 

 

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute bei seiner Tagung im südkoreanischen Busan elf neue Stätten in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen

 

Erste Welterbestätte der Komoren ausgezeichnet - hier die weiteren Neuaufnahmen (ENGLISH, DEUTSCH)


UNESCO-Welterbeliste - Neuaufnahmen.  Zu den Neuaufnahmen gehören unter anderem die bemerkenswert gut erhaltenen Knochenfisch-Fossilien des westlichen Limfjords in Dänemark, das Wildtierschutzgebiet Okefenokee in den USA und die Medinas der historischen Sultanate der Komoren, die erste Welterbestätte des ostafrikanischen Inselstaats. Zudem wurde das Naturerbe Getbol, das Wattenmeer vor der Küste Südkoreas, erweitert. Das UNESCO-Komitee setzt seine Beratungen über weitere Aufnahmen in die Welterbeliste morgen fort. 

Grashüpfer auf Glanzstein - Foto: Helga Waess (Kunst-Kultur-Blog - München)

Hier die ersten Neuaufnahmen in die 

UNESCO-Welterbeliste

 

Getbol, koreanische Wattflächen (Südkorea)


An der Westküste der koreanischen Halbinsel erstrecken sich die weitläufigen Wattgebiete des Gelben Meeres, die seit 2021 auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen. Die Getbol zählen zu den bedeutendsten Gezeitenlandschaften der Welt. Das Watt wird hier fortlaufend von Ebbe und Flut geformt, die immer neue Lebensräume schaffen. Die Getbol beherbergen fast 2.500 Tier- und Pflanzenarten, was sie zu einem der wichtigsten Rastplätze für Millionen Zugvögel in Ostasien macht. Die Welterbestätte wurde nun erweitert.
Neuaufnahmen

Stätten der handwerklichen Porzellanindustrie von Jingdezhen (China) 


Die Orte der handwerklichen Porzellanindustrie von Jingdezhen zeigen, wie sich in China zwischen dem 10. und 19. Jahrhundert ein hochentwickeltes System der Porzellanherstellung entwickelt hat. Ab dem 16. Jahrhundert galt die Stadt dank einer ausgeklügelten Infrastruktur als globales Zentrum der Keramikfertigung: Rohstoffe und Brennmaterial wurden über Wasserwege zu den Produktionsstätten gebracht, die ihrerseits mit den Absatzmärkten verbunden waren. Besonders das blau-weiße Porzellan aus Jingdezhen wurde zu einem wichtigen Symbol chinesischer Kultur.

Knochenfisch-Fossilien des westlichen Limfjords (Dänemark)


An den Steilküsten des westlichen Limfjords in Nordjütland geben außergewöhnlich gut erhaltene Fossilien Einblick in eine frühe Phase der Entwicklung moderner Knochenfische. Die Funde stammen aus der Zeit kurz nach dem letzten großen Massenaussterben. Sie zeigen, wie sich das Leben während der rapiden Klimaerwärmung vor 55 Millionen Jahren, dem sogenannten Paläozän/Eozän-Temperaturmaximum, und dem anschließenden kühleren Zeitabschnitt veränderte. Die Küsten von Hanklit und Knudeklint gelten als weltweit einzigartiges Zeugnis für die frühe Entwicklung mariner Ökosysteme und den Zusammenhang von Evolution und Klimawandel. 

Buddhistische Stätte von Sarnath (Indien)


Sarnath bei Varanasi gehört zu den wichtigsten Orten des Buddhismus. Hier soll Siddhartha Gautama nach seiner Erleuchtung seinen ersten Schülern gepredigt haben. Über viele Jahrhunderte entstand an dem Ort ein bedeutendes Pilgerzentrum mit Stupas, Tempeln und Klosteranlagen. Die erhaltenen archäologischen und baulichen Zeugnisse machen die lange religiöse Tradition des Ortes sichtbar. Sarnath steht für ein zentrales Ereignis der buddhistischen Geschichte und gilt als eine der wichtigsten Pilgerstätten der Religion. 

Meeresreservat von Akaba (Jordanien) 


Das Meeresschutzgebiet im äußersten Norden des Roten Meeres beheimatet ein außergewöhnlich artenreiches Netz aus tropischen Korallenriffen und Seegraswiesen. Die verschiedenen Lebensräume bilden gemeinsam einen wichtigen Rückzugsraum für zahlreiche endemische, seltene und bedrohte Arten. Bekannt ist das Gebiet vor allem für seine außergewöhnlich widerstandsfähigen und an hohe Temperaturen angepassten Korallen, die als besonders resistent gegenüber den Folgen des Klimawandels gelten. 

Felsmoscheen und heilige Stätten von Mangghystau (Kasachstan) 


In Mangghystau im Westen Kasachstans liegen fünf in den Fels gehauene Moscheen, die eng mit dem Sufismus verbunden sind: Shopan-Ata, Karaman-Ata, Shakpak-Ata, Sultan-Epe und Beket-Ata wurden zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert in natürlichen Höhlen und steilen Felswänden errichtet. Vor Ort auch als „unterirdische Moscheen“ bekannt, gehören zu den Anlagen Friedhöfe, Heiligengräber, Wasserquellen, Wege und als Heiligtümer verehrte Bäume. Sie entstanden in einer nomadisch geprägten Region, in der sich islamische Frömmigkeit mit älteren Vorstellungen von Ahnen- und Landschaftsverehrung verband. 

Die Medinas der historischen Sultanate der Komoren (Komoren) 


Auf den Komoren bewahren sechs historische Städte das Erbe der alten Sultanate im Indischen Ozean. Aus frühen Siedlungskernen entwickelten sich um das 14. und 15. Jahrhundert städtische Zentren, die eng mit der Swahili-Gesellschaft verbunden waren. Die Medinas haben ihre historische Gestalt weitgehend bewahrt und sind bis heute von lebendigen Traditionen geprägt. Die Architektur ihrer Paläste, Plätze, Häuser und Befestigungen zeugt vom kulturellen Austausch entlang der historischen Handelsrouten des Indischen Ozeans. So spiegeln die Städte die besondere Geschichte der Komoren als Knotenpunkt zwischen Afrika, der arabischen Welt und Europa bis heute wider. Es handelt sich um die erste Welterbestätte des afrikanischen Landes.

Die Grabkomplexe des Xiongnu-Adels (Mongolei) 


In der Mongolei zeugen mehrere Grabkomplexe von den Xiongnu. Die Reiternomaden schufen zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. Jahrhundert n. Chr. ein mächtiges Reich auf dem Gebiet der heutigen Mongolei. Sie standen mit Han-China in Kontakt und kontrollierten wichtige Abschnitte der Seidenstraße. Die Gräber gewähren bedeutende Einblicke in die Bestattungskultur der Xiongnu, die noch immer nicht vollends erforscht ist. Grabbeigaben wie Pferdewagen, Waffen und Werkzeuge geben Aufschluss über das Leben und soziale Gefüge der verschwundenen Zivilisation.

Klosteranlage Wat Phra Mahathat Woramahawihan (Thailand)  


Wat Phra Mahathat Woramahawihan ist ein bedeutendes buddhistisches Kloster in der Provinz Nakhon Si Thammarat im Süden Thailands. An einem Knotenpunkt zwischen Indischem und Pazifischem Ozean gelegen, ist es seit seiner Gründung im 8. Jahrhundert ein religiöses Zentrum der Region. Architektur und Kunst der Klosteranlage zeugen vom intensiven Austausuch zwischen verschiedenen Glaubensformen in Südostasien und hatten Einfluss auf das Bauen in Thailand, Malaysia und darüber hinaus.

Sidi Bou Saïd (Tunesien) 


Auf einem Hügel über dem Mittelmeer liegt im Norden Tunesiens das Dorf Sidi Bou Saïd. Es entstand rund um das Mausoleum des gleichnamigen Sufi-Heiligen, der sich im 13. Jahrhundert hier niederließ. Ab dem 16. Jahrhundert verbanden verschiedene Herrscherhäuser ihre weltliche Macht mit der religiösen Autorität des Heiligen. Insbesondere die Husainiden entwickelten das Dorf zu einem Rückzugsort für die Eliten des Landes. Mit dem Heiligengrab im Zentrum ist Sidi Bou Saïd ein eindrucksvolles Zeugnis traditioneller arabisch-islamischer Stadtplanung, das durch vornehme Wohnarchitektur aus dem 19. und 20. Jahrhundert bereichert wird. 

Wadi Wurayah (Vereinigte Arabische Emirate) 


Wadi Wurayah in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist eine seltene Süßwasserlandschaft inmitten einer von Trockenheit geprägten Region. Zwischen den schroffen Felsen des Hadschar-Gebirges finden sich das ganz Jahre über Quellen, Bäche und Wasserbecken, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten. Möglich wird das durch ein besonderes Zusammenspiel von Geologie, Niederschlag und Grundwasser im Gebirge. Wadi Wurayah zeigt eindrucksvoll, wie selbst unter extrem ariden Bedingungen komplexe Süßwasser-Ökosysteme bestehen können. 

Nationales Wildtierschutzgebiet Okefenokee (Vereinigte Staaten von Amerika)  


Im Südosten der USA schützt das Okefenokee National Wildlife Refuge einen weltweit einzigartigen subtropischen Sumpf an der Grenze zwischen Georgia und Florida. Das Gebiet gehört zu den größten und am besten erhaltenen Ökosystemen der nordamerikanischen Küstenebene. In dem Mosaik aus Feuchtgebieten und Savannen stehen Wasser, Feuer, Pflanzen- und Tierwelt in einem äußerst dynamischen Gleichgewicht. Dieses Zusammenspiel schafft Lebensräume für zahlreiche endemische Arten. Zugleich ist die Landschaft von historischer und spiritueller Bedeutung für die Muscogee Nation.


Hintergrund: Das UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 

19. bis 29. Juli in Busan, Südkorea

Es ist das wichtigste mit der Umsetzung der Welterbekonvention betraute Gremium. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit dem Erhaltungszustand eingeschriebener Stätten. Für die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt sind in diesem Jahr rund 30 Stätten nominiert. Derzeit vereint sie mehr als 1.250 Kultur- und Naturstätten in 171 Ländern. 58 davon gelten als bedroht. Deutschland verzeichnet aktuell 55 Welterbestätten.

 

QUELLE: Pressemitteilung der UNESCO vom 25. Juli 2026