Mittwoch, 5. August 2026

11.09.26-24.01.27 Fotoausstellung August Sander in Köln

Tipp: August Sander Jubiliäumsausstellung - Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn


AUGUST SANDER – ZUM 150. GEBURTSTAG. Eine Ausstellung  im Rahmen des Jubiläumsprogramms 50 Jahre Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn 1976 – 2026


Laufzeit: 11. September 2026 bis 24. Januar 2027 - Eröffnung: Donnerstag, 10. September um 19 Uhr 



Köln. Der 150. Geburtstag von August Sander (1876–1964)
bietet den willkommenen Anlass, sein facettenreiches, über Jahrzehnte gewachsenes Werk ausführlich zu würdigen. Seit 1992 befindet sich das August Sander Archiv mit dem weltweit größten Bestand des Photographen in der Photographischen Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Nahezu sämtliche Exponate der Ausstellung entstammen der hauseigenen Sammlung, die über berühmte Motive hinaus eine Vielzahl an bislang kaum bekannten Aufnahmen und Themenkomplexen bietet. So umfasst die Ausstellung neben Porträts aus seinem zentralen Kultur- und Gesellschaftswerk Menschen des 20. Jahrhunderts etwa Aufnahmen aus der frühen Schaffenszeit im österreichischen Linz wie auch Auftragsarbeiten aus dem Westerwald aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Anhand dieser Bildwerke vertieft sich die Kenntnis um Sanders Werkentwicklung und seine von motivischer Bandbreite, stilistischer Präzision und handwerklichem Können geprägte Arbeitsweise.


SZ-Zeppelin, Foto: Helga Waess - Cover Kunst-Kultur-Blog

Einen wichtigen Stellenwert in seiner Photographie nimmt Köln ein, wo Sander mehr als 30 Jahre lebte und arbeitete

Insbesondere die historische bauliche Struktur der Stadt, wie auch die kulturelle Vielfalt – sei es der rheinische Karneval oder etwa die Gruppe progressiver Künstler – boten eine Umgebung, in der er sich photographisch und künstlerisch entfalten konnte, Verdienstmöglichkeiten sah und für seine Familie aufkommen konnte. Wie das Wohn- und Arbeitsumfeld der Familie gestaltet war, zeigt in der Ausstellung eindrucksvoll die zwischen 1930 und 1942/43 erarbeitete Bildgruppe „Lichtbildwerkstatt August Sander, Köln-Lindenthal“. Die Aufnahmen sind erstmals in diesem Umfang zu sehen. Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation (Schirmer/Mosel), in der das Konvolut gemeinsam mit sechs Radiovorträgen, die August Sander 1931 im Auftrag des WDR verfasst und im Rundfunk gehalten hat, veröffentlicht wird. Die Zusammenführung dieser beiden Projekte geht auf Pläne des Photographen selbst zurück, wie das im August Sander Archiv vorhandene Dokument „Programm für die Fortsetzung meiner Arbeiten“ von 1952 deutlich werden lässt. Im Ausstellungsraum besteht die Möglichkeit, alle sechs Vorträge in einer aktuell eingesprochenen Version anzuhören.


August Sanders große Wertschätzung der bildenden Künste zeigt sich insbesondere in seinem engen Austausch mit der Kölner Gruppe progressiver Künstler

 Nicht nur, dass er Reproduktionen ihrer Werke angefertigt hat, vor allem Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle waren für Sander anregende Begleiter auf seinem photographischen Weg. Und wie in einigen Aufnahmen aus der „Lichtbildwerkstatt“ erkennbar ist, hat Sander verschiedene Werke seiner Künstlerfreunde besessen und diese in sein Wohnumfeld integriert.

Mit den präsentierten Konvoluten Studien, der Mensch und Mensch und Maschine sind Aspekte angesprochen, die Sanders weitreichenden als auch detaillierten Blick auf humane und gesellschaftliche Belange deutlich werden lassen. Dabei ist vor allem die menschliche Hand grundlegendes Element. Einem individuellen Porträt vergleichbar, verweist sie auf unterschiedliche Lebenszusammenhänge und steht als arbeitendes „Werkzeug“ am Beginn maschineller Entwicklung.


In sein photographisches Gesamtwerk einbezogen hat August Sander ebenfalls die Bereiche Landschaft und Botanik

 Geboren und aufgewachsen im ländlichen, dennoch vom Bergbau geprägten Ort Herdorf im Westerwald, mag sein Bezug zu dieser Region, ihren Naturgegebenheiten und wirtschaftlichen Möglichkeiten, von diesem Umfeld ausgegangen sein. Seit er ab 1910 in Köln ansässig war, kehrte er spätestens ab 1912 regelmäßig zurück, um Land und Leute zu dokumentieren und auch, um sich dort einen Kundenstamm zu etablieren. Zeit seines Lebens wird der Westerwald ein wichtiger Bezugspunkt bleiben. 1942/43 hat er Köln aufgrund der Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs verlassen und ist in den kleinen Ort Kuchhausen übersiedelt. Gemeinsam mit seiner Frau Anna hat er dort bis zu seinem Tod gelebt. Über den Westerwald hinaus hat Sander die Rheinregion, das Siebengebirge und die Eifel photographisch dokumentiert. Was sein landschaftliches Werk auszeichnet, ist sein besonderes Augenmerk auf das Zusammenspiel von vorgefundener Natur, menschlicher Besiedlung und Spuren menschlicher Tätigkeit. Vergleichbar dem menschlichen Antlitz trägt für Sander auch die Landschaft ein Gesicht, in das sich die Zeit einschreibt, so sein auf präziser Beobachtung basierender Gedanke.


Eine biographische Besonderheit stellt August Sanders einzige Auslandsreise 1927 nach Sardinien dar

Die zusammen mit dem Schriftsteller Ludwig Mathar unternommene Reise hat mehrere Wochen in Anspruch genommen. Grund war das Vorhaben eines gemeinsamen, aber letztlich nicht realisierten Buches über die Insel. Sander sollte den photographischen Part übernehmen und so sind über 300 Negative entstanden, die er allerdings vielfach erst in den 1950er Jahren abgezogen hat. Kein anderer professioneller Photograph hatte das historische Sardinien mit einer so stringenten und breit angelegten Dokumentation gewürdigt wie Sander – ein seltenes visuelles Zeugnis einer damals noch kaum besuchten Region.


Die Ausstellung von August Sander wird von der Kunststiftung NRW großzügig gefördert.


Zeitgleich zur Ausstellung „August Sander – Zum 150. Geburtstag“

Der Rhein und das Siebengebirge im Blick –
August Sander und Gerhard Fleischer: Vergleichbare Standorte zwischen gestern und heute



Zeitgleich zur Ausstellung „August Sander – Zum 150. Geburtstag“ werden in Form einer Monitorpräsentation landschaftliche Aufnahmen von August Sander jenen von Gerhard Fleischer gegenübergestellt

 Im Mittelpunkt stehen der Rhein und das Siebengebirge, eine von Sander umfangreich und detailliert dokumentierte Region.

Der Photograph und ehemalige Kameramann Gerhard Fleischer (*1952) hat sich seit 2014 immer wieder auf den Weg an den Rhein gemacht, um von Sander abgelichtete Ansichten und Formationen aufzusuchen. Fleischers Anliegen ist es, sich weitestgehend der Perspektive und dem Blickwinkel Sanders anzunähern. Die Veränderung über die Zeit lässt sich so eindrucksvoll veranschaulichen. 

Gerhard Fleischer beschreibt sein Langzeitprojekt, an dem er nach wie vor arbeitet, wie folgt:


„Die Idee entstand bereits während meines Photostudiums in Köln, als ich 1975 das damals neu erschienene Buch August Sander. Rheinlandschaften. Photographien von 1926 bis 1946 des noch jungen Buchverlags Schirmer/Mosel in den Händen hielt. Ich stellte mir die Frage, was sich seitdem in meiner Heimat geändert hat und was konstant geblieben ist. Das lässt sich photographisch anschaulich darstellen. So habe ich die Motive August Sanders möglichst deckungsgleich nachempfunden und dabei die jahreszeitlichen Lichtstimmungen berücksichtigt. Hierdurch kann man sehr deutlich erkennen, welche Entwicklungen es seitdem gibt — aber auch wie wenig sich bei einigen Motiven verändert hat, trotz des großen Zeitraums, der zwischen den Bildern liegt.“


Die Ausstellung 

„August Sander – Zum 150. Geburtstag“ 

findet statt im Rahmen des Jubiläumsprogramms 

50 Jahre Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn 1976 – 2026


Es erscheint ein Katalog

  • kann im Shop der Photographischen Sammlung/Stiftung Kultur erworben werden



Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn

Im Mediapark 7, 50670 Köln

  • Eintritt: 7,50 € (ermäßigt 4,50 €), 
  • erster Donnerstag im Monat freier Eintritt!



Öffnungszeiten: 

  • täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr


Am ersten Donnerstag im Monat geöffnet bis 21 Uhr: Es finden besondere Programmpunkte statt (Eintritt frei!)

Öffentliche Führungen 

  • finden wöchentlich jeweils sonntags um 15 Uhr statt. 
  • Thematischer Schwerpunkt jeweils am ersten Sonntag des Monats, siehe Homepage.

Weitere Informationen: www.photographie-stiftungkultur.de 




Quelle: Medieninformation des Veranstalters 

Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn

- photographie-stiftungkultur.de