Dienstag, 31. März 2026

bis 4.10.2026 Ausstellung: Haar-Macht-Lust - Kunsthalle Muenchen

München - Kunsthalle mit Haar - Macht - Lust 

 

Eine Ausstellung thematisiert überraschende Geschichten rund um das menschliche Haar 

 

aktuell bis 4. Oktober 2026 - Ausstellungstipp: HAAR – MACHT – LUST in der Kunsthalle München vom  (ENGLISH, ITALIANO, FRANÇAIS, DEUTSCH)


München. Haare sind weit mehr als ein modisches Ausdrucksmittel. Sie erzählen von Schönheit und Begehren, Macht und Ohnmacht, von Anpassung und Rebellion. Dabei wirken sie als universelle Sprache, die seit Jahrtausenden soziale, kulturelle und politische Fragen verhandelt. Mit HAAR – MACHT – LUST präsentiert die Kunsthalle München eine thematisch gestaltete, kulturübergreifende Ausstellung, die die vielschichtigen Bedeutungen von Kopf- und Körperhaar beleuchtet. Zu sehen sind über 200 historische und zeitgenössische Werke aus bedeutenden internationalen Sammlungen wie dem Prado, dem Louvre und dem Rijksmuseum - Haarinterpretationen aus Madrid, Paris und Amsterdam. Die Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videoarbeiten, Schmuckstücke, Möbel, Designobjekte und Couture-Kreationen entfalten ein facettenreiches Panorama berührender und überraschender Geschichten rund um das menschliche Haar. Fantastische Haarkreationen in Gemälden von Sandro Botticelli, Filippo Negroli, Giorgio Vasari , Bartolomé Esteban Murillo, Jacques-Louis David , Jean-Baptiste Carpeaux , John William Waterhouse, Alfons Mucha und vieler anderer Künstler bis in unsere Zeit.

Kunsthalle in München (links) - Foto vom Marienhof in Richtung Theatinerkirche am Odeonsplatz, Foto: Helga Waess (Pressefotoarchiv)


Frisuren spielen seit jeher eine zentrale Rolle in der Kommunikation von sozialem Status und gesellschaftlichen Normen

 Schon im Alten Ägypten färbten sich Menschen die Haare und trugen Perücken – und bis heute gilt sorgfältig zurechtgemachtes Haar als Zeichen von Selbstinszenierung und Zugehörigkeit. Die Gestaltung von Kopf- und Körperhaar prägt dabei auch Vorstellungen von Geschlecht und gesellschaftlicher Rolle – indem sie diese bestätigt, hinterfragt oder, wie etwa im Drag, bewusst überzeichnet. Anhand von Abbildungen außergewöhnlich behaarter Menschen reflektierten Künstlerinnen und Künstler über Jahrhunderte hinweg die Grenze zwischen Natur und Kultur.
 

Darüber hinaus spürt die Ausstellung der besonderen Faszination nach, die Haare auf Menschen ausüben. Sie stehen für Schönheit und Attraktivität – und tragen zugleich eine innere Ambivalenz in sich. In Darstellungen von Figuren wie Maria Magdalena oder Medusa verkörpern sie zugleich Anziehung und Abschreckung. Haare können auch als Quelle von Kraft erscheinen – wie in der biblischen Geschichte des Samson, dessen Stärke in der Länge seines Haars begründet liegt. Dass sie ein Leben lang – dem Volksglauben nach sogar über den Tod hinaus – weiterwachsen, macht sie zu einem Sinnbild menschlicher Vitalität. Seit der Renaissance dienten Haare deshalb auch als Liebespfand oder als Erinnerung an Verstorbene.

Gleichzeitig zeigt der Rundgang, dass Haar immer auch ein Mittel des Widerstands war

... – ob in den rebellischen Frisuren der Hippies und Punks oder im unbedeckten Haar der Frauen bei den jüngsten iranischen Protesten für Freiheit und Menschenrechte. Selbst die Haarstruktur – etwa bei Schwarzem Haar – kann zum politischen Symbol werden: Charakteristische Frisuren wie der Afro-Look werden zum Zeichen von kultureller Identität und Selbstermächtigung. Umgekehrt galt es über Jahrhunderte als Akt der Demütigung und Unterwerfung, jemandem die Haare abzuschneiden.

In der Ausstellung vertreten sind neben Objekten aus Frühgeschichte und Mittelalter unter anderem Werke von:

Sandro Botticelli (1445–1510), Filippo Negroli (ca. 1510–1579), Giorgio Vasari (1511–1574), Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682), Jacques-Louis David (1748–1825), Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875), John William Waterhouse (1849–1917), Alfons Mucha (1860–1939), Albert Weisgerber (1878–1915), J. D. 'Okhai Ojeikere (1930–2014), Herlinde Koelbl (* 1939), VALIE EXPORT (* 1940), Pieter Hugo (* 1976), Simone Haack (* 1978) und Laetitia Ky (* 1996).


Begleitend ist im 

Hirmer Verlag 

eine umfassende und reich bebilderte Publikation erschienen, 

die den thematischen Rundgang vertieft und mit wissenschaftlichen Essays erweitert. Kurztexte zu ausgewählten Werken beleuchten Hintergründe und eröffnen Einblicke in faszinierende Geschichten rund um das Haar.


Ausstellung: 

HAAR – MACHT – LUST 

aktuell bis 4. Oktober 2026


Kunsthalle München     ­

 Kunsthalle der Hypokulturstiftung 

FÜNF HÖFE München

Theatinerstraße 8, 80333 München

 
Öffnungszeiten

  • täglich 10–20 Uhr

 

Mit rund 350.000 Besucher:innen jährlich ist die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung 

Die Kunsthalle München ist eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands. Im Herzen
der Münchner Innenstadt zwischen Marienplatz und Odeonsplatz in den Fünf Höfen.
 

Die Ausstellung wandert:

Vom 14. November 2026 bis 18. April 2027 wird die Ausstellung in veränderter Form im Augustinermuseum Freiburg präsentiert.