Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse 2026
Zum Frühlingsanfang gab es den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 für Katerina Poladjan, Marie-Janine Calic und Manfred Gmeiner
Preis der Leipziger Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung
Leipzig. Die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse 2026 erfreute gestern die Autoren Katerina Poladjan, Marie-Janine Calic und Manfred Gmeiner. Es ist der wichtigste Buchpreis des Frühjahrs der in Glashalle der Leipziger Buchmesse für drei herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen vergeben wurde. Katerina Poladjan erhielt den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik für ihren Roman „Goldstrand“. In der Kategorie Sachbuch/Essayistik ging der Preis an Marie-Janine Calic für „Balkan-Odyssee, 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“. Den Preis für Übersetzung erhielt Manfred Gmeiner für die Übersetzung von „Unten leben“ aus dem Spanischen von Gustavo Faverón Patriau. Diese drei wurden von der Jury unter 485 eingereichten Titeln von 177 Verlagen ausgewählt.
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| Zum Frühlingsanfang gibt es in Leipzig Buchpreise und hier an der Isar mit Alpen erstes Grün - Foto: A. Waess |
In der Kategorie Belletristik
erhielt Katerina Poladjan für ihren Roman „Goldstrand“ (erschienen im S. Fischer Verlag)den Preis der Leipziger Buchmesse
Begründung der Jury: „Filmregisseur Eli lebt in einer bröckelnden römischen Villa, auf dem Sofa seiner Psychoanalytikerin schwelgt er in seinen Lebenserinnerungen; erzählt von den architektonischen Utopien seines Vaters in Bulgarien, von Schwiegereltern mit fragwürdiger Vergangenheit und von seiner Tochter, die von all dem nichts wissen will. Katerina Poladjans Roman ist ein Abgesang auf Europa als Kontinent der glamourösen Dichter und Denker – und erzählt uns mit einer leichten wie abgründigen Sprache von einem Mann, der sich auf einen Abschied vorbereitet und selbst noch nicht weiß, wohin ihn die Reise führt.“
Die Autorin Katerina Poladjan wurde 1971 in Moskau geboren, wuchs in Rom und Wien auf und lebt in Deutschland. Für „Hier sind Löwen“ (S. Fischer, 2019) erhielt sie Stipendien des Deutschen Literaturfonds, des Berliner Senats und von der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. 2021 wurde sie mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Mit „Zukunftsmusik“ (S. Fischer) stand Katerina Poladjan auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022. 2025 erhielt sie den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds.
In der Kategorie Sachbuch/Essayistik
wurde Marie-Janine Calic für „Balkan-Odyssee, 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“ ausgezeichnet (erschienen bei C.H. Beck)
Begründung der Jury: „Südosteuropa ist bislang in der Exilforschung kaum beachtet – Marie-Janine Calic schließt eine Lücke mit diesem eindrucksvollen Werk. In ihrer breiten und akribischen Recherche erzählt sie die wechselvolle Geschichte der Balkanroute anhand vieler Einzelschicksale. Ob jüdisch, homosexuell oder kommunistisch – neben einigen prominenten Namen sind es vor allem die Schicksale der einfachen Leute, denen Marie-Janine Calic so ein Denkmal setzt. Anhand dieser Biografien erzählt Marie-Janine Calic Weltgeschichte. Sie erschließt politisch-historische Zusammenhänge und zeigt den Balkan als Region der Hoffnung und des Übergangs.“
Die Autorin Marie-Janine Calic ist Professorin für Geschichte Ost- und Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie war als Politische Beraterin u. a. am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag tätig. Unter ihren zahlreichen Publikationen sind u. a. die Monografien „Südosteuropa. Weltgeschichte einer Region“ (C.H. Beck, 2016) und „Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert“ (C.H. Beck, 2010).
In der Kategorie Übersetzung
wurde Manfred Gmeiner mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für „Unten leben“ von Gustavo Faverón Patriau (erschienen bei Droschl) geehrt
Begründung der Jury: „Als multiperspektivischer Horror- und Schelmenroman entfaltet sich Gustavo Faverón Patriaus ‚Unten leben‘: Dutzende Erzählstimmen fügen sich zu einem Mosaik der düsteren Geschichte Lateinamerikas. In dieser labyrinthischen Erzählung verlieren sich Wahrheit, Erinnerung und literarische Anspielungen ineinander. Manfred Gmeiner übersetzt den Roman mit spielerischer Eleganz ins Deutsche und bewahrt dabei den Blick für eigensinnige Figuren und den Zauber der Poesie. Seine ebenso furchtlose wie packende Übersetzung macht die Lektüre zu einer intensiven, unvergesslichen Erfahrung.“
Der Autor Manfred Gmeiner, geboren 1964 in Wien, war lange als selbstständiger Buchhändler in einer gemeinsam mit seiner Partnerin gegründeten spanischsprachigen Buchhandlung tätig. Nach Weitergabe der Buchhandlung ist er nun als Scout und Übersetzer aus dem Spanischen tätig. Er gab mehrere Anthologien heraus und übersetzte u. a. Jordi Peidro, Francisco Álvarez und Federico García Lorca.
Zitate und Informationen: Pressemeldung des Preises der Leipziger Buchmesse 2026
