Mittwoch, 1. April 2015

1. April 2015: Sturmtief "Niklas" hinterließ auch in München große Schäden

Sturmtief "Niklas" ist gestern mit Orkanstärke durch Münchens Straßen gefegt und hat große Schäden angerichtet

Niklas rüttelte an allem, was ihm im Weg stand.

Text und 5 Fotos von Helga Wäß


MINI mit Baumschaden, Foto: Helga Waess

Großer MINI-Schaden durch umstürzenden Baum in München-Sendling


Der Halter dieses Mini hatte seinen Wagen direkt unter einem großen alten Baum geparkt. Ein leichtes Spiel für Orkantief Niklas, das den ast-reichen Riesen wie einen Streichholz aus dem Erdreich drehte.

Sturmschaden auf der
Kühlerhaube des neuen Mini.
Ein Ast bohrte sich durch die Windschutzscheibe,
Foto: Helga Waess

Die Bilder lassen erahnen, mit welcher Wucht das Koloss auf den kleinen Wagen donnerte.


Der Baumstumpf mit den zu kleinen Wurzeln
am Tag nach dem Sturm, Foto: Helga Waess


Der Ast lag auch am 1. April auf der Motorhaube des Mini.
Foto: Helga Waess
Während ein Ast frontal durch die Windschutzscheibe donnerte, bohrte sich ein anderer von oben durch das gläserne Schiebedach.


Aus der Nähe betrachtet wird das ganze Ausmaß des MINI-Schadens deutlich. Bei den heutigen Witterungsbedingungen mit Schnee, Hagel und starken Regenschauern, dürfte das Fahrzeug noch weitere Schäden erleiden, wenn es nicht bald ins Trockene kommt.

Der Halter des Wagens sei, so vermuten Anwohner, noch nicht bei seinem Wagen gewesen. Ein weiteres rotes Auto, das weniger Schäden abbekam, wurde gestern sofort abgeholt.


1000 Einsätze wegen Orkantief "Niklas"


Die Zerlegung des Baumes in München-Sendling war nur einer von insgesamt 1000 Niklas-Notfällen der Münchner Einsatzkräfte, bei denen es zumeist um Schadensbeseitigungen ging. Sie waren gestern pausenlos unterwegs. 


Die offizielle Statistik: insgesamt gingen gestern 5600 Anrufe in den Dienststellen ein, wobei 2000 Einsätze gefahren wurden - davon 1000 im Zusammenhang mit Sturmtief "Niklas". 

DHW - hier der Link Homepage der Autorin

Freitag, 27. März 2015

27.3.2015, 15:15 Uhr - Falscher Alarm bei der Abreise von "Violetta" aus dem Hotel Bayerischer Hof in München

Martina Stoessel, die Hauptfigur der Disney-Produktion „Violetta“, ist mit ihren Kollegen in München gewesen. Eine Störung in der Srinkleranlage des Hotels sorgte für eine verzögerte Abreise  


Text und 4 Fotos von Helga Wäß


Haupteingang Hotel Bayerischer Hof in München:
Die Violetta-Darsteller reisen ab.
Security-Mitarbeiter führen die jungen Leute
durch eine Fan-Traube zum Bus.
Foto: Helga Waess

Die kleinen Fans lieben Violetta und ihre Schauspieler-Kollegen


Bei der Abreise aus dem Hotel Bayerischer Hof standen kreischende Kinder-Fans vor dem Haupteingang, wo der Bus die jungen Schauspieler abholte. Auf einmal schlossen sich die Türen und der Bus fuhr 50 Meter weiter. 


Der Violetta-Bus hielt hinter der Komödie und machte den
Löschzügen der Feuerwehr Platz, Foto: Helga Waess

Die wartenden Teens wurden gebeten zur Seite zu gehen. Dann kamen 3 Löschzüge der Berufsfeuerwehr München.

27. März 2015, 15:15 Uhr:
Die Fantraube am Haupteingang des Hotels
lässt sich durch die Löschzüge vor dem 
Hotel "Bayerischer Hof " in München nicht stören
Foto: Helga Waess

„Zum Glück war es nur ein Fehlalarm in der Sprinkleranlage des Hotels“, so der Pressesprecher der Feuerwehr vor Ort auf unsere Anfrage. 

Fehlalarm in der Sprinkleranlage 


Sehr beruhigend: Wenn so etwas passiert, dann ist die Feuerwehr München in wenigen Minuten zur Stelle.



Der Bus mit den Violetta-Darstellern parkt am Ende der Straße
(vor den Löschzügen) - die Fans warten weiter vor dem
Haupteingang des "Bayerischen Hofs"
Foto: Helga Waess



Die Fans warteten noch als wir gingen. Irgendwann reisten sicherlich auch alle Violetta-Darsteller ab. Aber natürlich unter anständigem Gekreische vieler begeisterter Fans.


Donnerstag, 26. März 2015

Maximiliansstrasse in München. Altbundeskanzler Gerhard Schroeder und Roland Gumpert mit dem Gumpert Apollo vor dem Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski

Fünf- Sterne-Sportwagen "Gumpert Apollo"

Gumpert Apollo. Ein Katapult oder ein Straßentauglicher Rennwagen?




Altbundeskanzler Gerhard Schroeder und Roland Gumpert steigen vor dem Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski in München abwechselnd in einen "GSM Gumpert. Pure German Speed".

Roland Gumpert und Gerhard Schroeder
in der Maximilianstrasse vor dem Hotel
Vier Jahreszeiten Kempinski München
Foto: Helga Waess

 The GSM Gumpert. Pure German Speed

2014 wurde der neue Gumpert Apollo auf dem Genfer Autosalon vorgestellt.


Gumpert - Foto: Helga Waess

Roland Gumpert entwickelte den zweisitzigen Sportflitzer.

Roland Gumpert mit seinem Gumpert Apollo,
Foto: Helga Waess

Von oben erinnert seine Farbe an das geheime leuchten von Christbaumschmuck. Was für ein Rot?

Das Logo des Gumpert Apollo, Foto: Helga Waess

Er liegt tief auf der Straße und seine Flügeltüren reichen bis zur Mitte des Daches.

Über 400-Pferdestärken, die sich auf den Allradantrieb verteilen

420 PS (478-633 kW) und ein Drehmoment von 520 Nm, das auf alle vier Räder verteilt wird.

Und dann noch das: von 0 auf 100 km/h in 3 Sekunden


Gumpert Apollo, Foto: Helga Waess

Das Super-Auto Gumpert Apollo im Geschwindigkeitstest bei der britischen Kultserie "Top Gear"


Es gibt ihn auch mit 588 kW (800 PS). Und die wurden nicht nur einmal in der britischen Auto-Kultserie Top Gear getestet, ausgefahren und bejubelt. Jeremy Clarkson testete den Gumpert Apollo auf einem Flugfeld. Hier ein Film vom Clarkson-TEST des Gumpert.

Altbundeskanzler Gerhard Schroeder im Gumpert Apollo


Der Gumpert heute vor dem Vierjahreszeiten in München. Altbundeskanzler Gerhard Schroeder stieg auch einmal ein und war sichtlich begeistert.

Altbundeskanzler Gerhard Schroeder
auf dem Fahrersitz des Gumpert Apollo
Foto: Helga Waess

Gumpert Apollo - das sind Werte, die an ein Motorrad erinnern


800 PS, Höchstgeschwindigkeit über 300 Stundenkilometer und im Preis etwa genauso viele Euros.
Der 12,7 Liter-Verbrauch klingt dabei fast niedlich.

Gumpert , Foto: Helga Waess

Der "Gumpert Apollo" - Ein Katapult oder ein für Münchner Straßen tauglicher Rennwagen?


Gumpert in der Maximiliansstrasse in
München, Foto: Helga Waess

Ein Super-Sportwagen, der auf Flugfeldern gegen Flugzeuge getestet wurde

Hier ein Film zum Flugfeldtest des Gumperts bei youtube

Er ist für Straßen zugelassen und erregt Aufmerksamkeit, wie wir in der Münchner Maximiliansstraße vor dem Hotel Vier Jahreszeiten erleben konnten. Roland Gumpert und Altbundeskanzler Gerhard Schröder stiegen abwechseln ins Cockpit. Aber erst als die Presse bereits fort war.

Aus purer Freude am Sportauto!

Mit einem roten Prototyp des Gumpert Apollos landete Ruben Maes 2005 übrigens auf dem Hockenheimring auf Platz 3.

Und wer hat's erfunden? Roland Gumpert! 


Gumpert mit Roland Gumpert
Foto: Helga Waess

Er gab dem Gumpert Apollo Sport auch seien Namen.

Der Ingenieur für Rennwagen. Als Rennleiter und Sportchef bei Audi gewann Roland Gumpert mit seinem Team-Audi insgesamt 25 Rallye-Meisterschaften und holte vier Mal den Weltmeistertitel im Rallye-Fahren.

Stahlskelett mit Carbonschale (23 Kilo) und super Farbe

Logo des Gumpert, Foto: Helga Waess

Sein Herz ist eine 4,2 Eigenentwicklung auf der Grundlage eines Audimotors. Gebaut in Thüringen.

Was für ein Gumpert-Rot, Foto: Helga Waess

HINTERGRÜNDE UND MEHR:


Informationen zum Ingenieur Roland Gumpert.

Seine Firma hat er 2014 verkauft - die Homepage zeigt noch einen Wagen:

GSM Gumpert Sportwagenmanufaktur GmbH



Text und 11 Fotos von Helga Wäß

DHW - hier der Link Homepage der Autorin

Donnerstag, 5. März 2015

TERRY O’NEILL „ROCK’N ROLL ALBUM” - Ausstellung in der Galerie Stephen Hoffman in München

13.03.- 30.04.2015 PHOTOKUNST-AUSSTELLUNG in MÜNCHEN

TERRY O’NEILL „ROCK’N ROLL ALBUM”

mit limitierten, signierten Originalphotographien

Seine Photographien fangen das Charisma vieler Superstars auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und davor ein. Nach fünf Jahrzehnten behauptet Terry O'Neill Titelseiten für den Stern, Rolling Stone, Newsweek, GQ, Time, The Sunday Times Magazine, People, Playboy, Paris Match, Look, Vanity Fair u.a. Er hat berühmte Filmplakate, Platten-Cover und Mode-Vorlagen für die weltbesten Designer geliefert. 


Text und 1 Foto von Helga Wäß


Courtesy: Galerie Stephen Hoffman, München

Jetzt stellt Terry O'Neill erstmalig in Deutschland sein neues Buch "Rock'n Roll Album" vor. Aus diesem Anlass lädt die Galerie Stephen Hoffman zu einer Signierstunde ein.


Cover des Buches "Rock'N' Roll Album", in Deutschland zu
erwerben in der Photokunstausstellung von Terry O'Neill
in der Galerie Stephen Hoffman


Vernissage: Donnerstag, 12. März 2015, um 19 Uhr - der Künstler ist anwesend -
Location: Galerie Stephen Hoffman - Prannerstrasse. 5, (Rückseite Hotel Bayerischer Hof)

Der legendäre britische Photograph Terry O’Neill präsentiert erstmalig in Deutschland seine Originalphotographien zum Buch “ROCK’N ROLL ALBUM” 


Terry O’Neill (*1938 in London)



Er begleitete photo-biographisch das Leben der Rockstars seiner Zeit. „Wir waren alle jung und keiner wußte, ob er wirklich einmal berühmt wird“, so Terry O'Neill. Seine Aufnahmen werden auf Platten-Covern, in Magazinen und Zeitschriften gedruckt. Seine Photographien werden zu Ikonen der Rock'n Roll-Geschichte. Photographien der 60er Jahre wie David Bowie, Elton John, The Who, Eric Clapton, Chuck Berry prägen das Bildgedächtnis dieser Zeit.
Terry O'Neills intime Chronik der Swinging Sixties machte dank Freundschaften mit den Beatles und Rolling Stones aus ihm einen bekannten Photographen; auch mit Frank Sinatra arbeitete er über 30 Jahre eng zusammen. Es folgten ganz persönliche Fotoshootings mit AC/DC, den Musikern des LIVE AID-Auftritts, The Animals, Joan Baez, John Barry, Shirley Bassey, Chuck Berry, Moddy Blues, Marc Bolan, David Bowie, Eric Clapton, Phil Collins, Alice Cooper, Elvis Costello, Genesis, Johnny Hallyday, Elton John, Janis Joblin, und vielen anderen.

"Terry was everywhere in the '60s - he knew everyone and everything that was happening" - Keith Richards

„ROCK’N ROLL ALBUM“


In seinem neuen Buch erzählt Terry O'Neill von diesen Begegnungen und zeigt neben bekannten Photographien auch ganz persönliche Aufnahmen und Kontaktabzüge, aus denen er seine Auswahl für die Ausstellungsobjekte traf. So entstand sein ganz persönliches Rock'n Roll Album, das in der Ausstellung mit signierten und limitierten Originalphotographien die Nähe, welche Terry O'Neill zu all seinen Motiven aufbaute spüren lässt.
.

TERRY O’NEILL ist mit vielen Musikern heute noch befreundet


Wir begleiten das Leben des Anderen wie zum Beispiel Paul McCartney. Wir lernten uns sehr jung kennen. Ich wurde auf Familienfeste eingeladen und sie kamen mich besuchen. Ganz privat.“ 
In der Ausstellung findet man Photographien mit den Jungs aus Liverpool. Ein Foto entstand auf der Hochzeitsfeier von Ringo Star und Barbara Bach. „Ich war privat eingeladen“, so erzählt Terry O'Neill, „hatte aber, wie immer, den Fotoapparat dabei. Es war sehr viel los und ein tolles Fest. Dann entdeckte Paul plötzlich ein Klavier, setzte sich daran und spielte 'All you need is love!', und auf einmal sangen wir alle mit. Wirklich alle, auch die Kinder. Paul und Linda, Ringo, einfach alle singen. Eine tolle Stimmung. Genau so war es! A magical moment!“ Aber auch dieses Foto zeigt mehr, das Leuchten in den Augen und das Leuchten in dem Raum. 

Man spürt, wofür diese Musiker brannten und dass sie selbst und ihre Musik Ikonen-Charakter hatte. „Es ist sehr privat. Imponiert hat mir natürlich auch Mick Jagger. Hier gäbe es viele Stories.“



Galerie Stephen Hoffman präsentiert Terry O'Neil in München 


Die Galerie Stephen Hoffman arbeitet direkt mit dem Künstler und seinem Management zusammen. Stephen Hoffman präsentiert ab 12. März 2015 zahlreiche Terrry O'Neill-Photographien mit Kultcharakter wie die Stones, die Beatles, David Bowie und viele andere.


Pressetext: Dr. Helga Wäß, München - Zum Abdruck freigegeben! Beleg!



PHOTOKUNST-AUSSTELLUNG in MÜNCHEN
TERRY O’NEILL „ROCK’N ROLL ALBUM”

mit limitierten, signierten Originalphotographien
  
Vernissage: Donnerstag, 12. März 2015, um 19 Uhr - der Künstler ist anwesend -
Location: Galerie Stephen Hoffman - Prannerstrasse. 5, (Rückseite Hotel Bayerischer Hof) 
Ausstellungsdauer: 13.03.- 30.04.2015

2013: Terry O'Neill mit Stephen Hoffman
bei der Ausstellungseröffnung zu seinen
"Icons", Foto: Helga Wäß




Oskarpreisträgerin Faye Dunaway


Terry O'Neills Foto von der legendären Schauspielerin Faye Dunaway (seine Ex- Frau) in Beverley Hills, am Morgen, nachdem sie ihren Oscar als beste Schauspielerin für den Film „Network“ gewann, wurde als einer der kultigsten Hollywood-Shots aller Zeiten nominiert.

Samstag, 21. Februar 2015

Ausstellung im Belvedere in Wien: "200 Jahre Wiener Kongress"

"EUROPA IN WIEN. 200 Jahre Wiener Kongress" 



  • so der Titel der Ausstellung im Wiener Belvedere
  • die am 20. Februar eröffnet wurde und bis 21. Juni 2015 zu sehen ist.

Text von Helga Wäß


Vor 200 Jahren hatte Kaiser Franz I. von Österreich zum Wiener Kongress geladen. Mehrere Monate, vom November 1814 bis Juni 1815 rangen die Vertreter Russlands, Österreichs, Preußens und Großbritaniens um die Neuordnung Europas. Zu diesem ersten Großen Diplomatentreffen nach den Napoleonischen Kriegen weilten die Gesandten aller Europäischen Staaten in Wien.

Es ging um die Neuordnung der Machtverhältnisse in Europa und darum den Frieden dauerhaft zu sichern. Denn die Napoleonischen Kriege hatten die Grenzen und Staatsgefüge mit Ihrer Ordnung teils dramatisch verändert.

Urkunden und Bildzeugnisse - 200 Jahre alte Bildreportagen 

Gezeigt werden Urkunden, besiegelte Abkommen, zeitgenössischer Schmuck, Porzellan, Mobiliar, Marmorbüsten und Gemälde wie

  • Davids "Napoleon am Großen St. Bernhard" von 1801, 
  • Kraffts "Der Einzug von Kaiser Franz I. (II.) von Österreich in Wien nach dem Pariser Frieden am 16. Juni 1814" oder auch 
  • Höchles "Redoute paré während des Wiener Kongresses. 

Letzteres als Grafik. Sie entstand um 1815 und vermittelt einen großartigen Eindruck über die Fülle der anwesenden Diplomaten und die angeregten Diskussionen während des Wiener Kongresses.

All diese Kunstwerke und Dokumente illustrieren das Ereignis mit dem Wien zum kulturellen Zentrum in Europa wurde und zahlreiche Künstler anzog.

Zur Illustration von Reportagen hatte man vor 200 Jahren die Grafik und die Karikatur, aber es entstanden auch Historienbilder und Porträts in allen Formaten. Thematisiert wird in der Ausstellung eine anschauliche Chronologie der Ereignisse:

  • die mit den Befreiungskriegen beginnen, 
  • die zweimalige Besetzung der Donaumetropole in den Jahren 1805 und 1809 zeigen und 
  • bis zur Völkerschlacht bei Leipzig reichen.

 Beilegung von Interessenkonflikten durch friedliche Verhandlungen


In Verhandlungen auf Augenhöhe schufen Russland, Österreich, Preußen und Großbritannien und schließlich auch Frankreich, vertreten durch den Diplomaten Charles-Maurice de Talleyrand, für lange Zeit stabile Grenzen in Europa und stellten per Vertrag ein Gleichgewicht der Mächte her.

Diplomatische Verhandlungen und Gesellschaftliches Großereignis


Nach dem Wiener Kongress gab es eine lange Friedenszeit von immerhin 40 Jahren.

Einer der Chronisten des Kongresses in Wien war Graf Auguste de La Garde, der die Ereignisse der Verhandlungsmonate anschaulich dokumentierte.
Die im Unteren Belvedere und in der Orangerie ausgestellten Exponate wurden von den Kuratoren Sabine Grabner und Werner Telesko arrangiert und anschaulich präsentiert.


Die Ausstellung findet im Unteren Belvedere und in der Orangerie statt.

Hier ein Link zu weiteren Informationen : zur Ausstellung "200 Jahre Wiener Kongress"

ORT:
Unteres Belvedere, Orangerie
Täglich 10 bis 18 Uhr
Mittwoch 10 bis 21 Uhr

Rennweg 6, 1030 Wien


Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen:
"Europa in Wien. Der Wiener Kongress 1814/15" kann für einen von Preis 45 Euro im Belvedere erworben werden.

Hier ein Link zur Ausstellungsbesprechung / Audio: Deutschlandradios Kultur

DHW - hier der Link Homepage der Autorin

Freitag, 20. Februar 2015

Museumsreif - ein Stück Münchner Kulturgeschichte: Die Gewänder der tanzenden Marktfrauen vom Viktualienmarkt

Der Höhepunkt im Münchner Fasching


Den Tanz der Marktfrauen gibt es seit über 100 Jahren. Bis in die 1980er Jahre tanzten sie auf dem Viktualienmarkt an ihren Ständen. Seit 25 Jahren gibt es diese Tradition am Faschingsdienstag auf einer Bühne im Biergarten des Marktes in München. 

Museumsreif - ein Stück Münchner Kulturgeschichte: Die Gewänder der tanzenden Marktfrauen vom Viktualienmarkt

Text und 7 Fotos von Helga Wäß


1 Foto mit freundlicher Genehmigung der Marktfrauen

Der Viktualienmarkt hat sie hervorgebracht. Die Stars des Münchner Faschings: Die Tanzenden Marktfrauen. Sie sind über München hinaus längst ein feststehender Begriff. Bis Japan hat man von ihnen gehört und ganz Deutschland kennt sie aus den TV-Nachrichten um 19:30 und 20:00 in ZDF und ARD.



Tanz der Marktfrauen auf der Bühne, Viktualienmarkt in München,
 Foto: Helga Waess

Faschingsdienstag 10 Uhr, Viktualienmarkt in München


Am letzten Faschingstag um 10 Uhr treten sie auf. Jedes Jahr. Bei jedem Wetter. Dann schweben sie in ihren bunten Kostümen, die jedes Jahr wieder überraschen, über die Bühne auf dem Viktualienmarkt. Sie tanzen und lachen sich in die Herzen der Zuschauer.


Tanz der Marktfrauen, Viktualienmarkt München, Foto; Helga Waess

Und selbst Oberbürgermeister Dieter  Reiter war dabei und machte mit - ebenso wie sein Vorgänger Christian Ude im Jahr 2014. Der Münchner Merkur Online war dabei und zeigt einen Live-Stream zum Tanz der Marktweiber (hier der Link).



Ex-Oberbürgermeister Christian Ude und der Stadtpfarrer von Heilig Geist mit den Marktfrauen beim Tanz,
Foto: Helga Wäß

Die tanzenden Marktfrauen gehören zu den jährlichen Kultur-Events Münchens


Vor dem Tanz gibt es in jedem Jahr viele Proben. Im letzten Jahr durften wir bei der Tanzprobe vor dem großen Auftritt dabei sein und erlebten pure Lebensfreude und unbedingte Disziplin - selbst wenn es zuvor ein langer, harter Markttag war. Sobald Tanzlehrer  Christian Langer, Choreograph und ADTV Tanzlehrer (Tanzschule Neubeck), in die Hände klatschte schien der Tag vergessen und der große Auftritt stand im Vordergrund.

 Marktfrauen vom Viktualienmarkt in München während der Probe,
 2014, Foto: Helga Waess

Hier ein Link zu unserer REPORTAGE über die Tanzenden Marktweiber vom Viktualienmarkt in München in Schwänchen's eMagazin: „Wenn die berühmtesten Marktfrauen der Welt tanzen“ 


Sie sind ein Stück gelebte Münchner Kulturgeschichte und daher museumsreif: Die Gewänder der tanzenden Marktfrauen vom Viktualienmarkt



Wie die Bavaria Bayern verkörpert, so stehen diese Marktfrauen für den Viktualienmarkt und jede für ihren Schwerpunkt. Jede stellt beim Tanz am Faschingsdienstag mit ihrem Kleid das da, was sie verkauft. Hinzu kommen Accessoires, so wie die grün geschmückten Girlanden für den Bogentanz. Hieran finden sich dann Blumen für die Blumenfrauen, Käsestücke für die Käsefrauen und so weiter. 

Die Marktfrauen mit Christian Langer in den Kleidern von 2013,
Foto: Marktfrauen

Jedes Jahr gibt es neue Kleider. Sie sprechen nur die Farben ab, damit es bunt wird. Zweimal sind die meisten von ihnen in den letzten fünf Monaten nach Wien gefahren: zur Anprobe. Viele der kreativen Kleider der Marktfrauen ersinnt Schneider Amand Ricardo Castilla de Perez aus Wien  gemeinsam mit den Frauen. Zwei Marktfrauen haben ihre Gewänder selbst genäht oder haben einen Schneider vor Ort. Am Ende waren aber immer alle Kostüme zur Generalprobe fertig. Wie sagte die Honigfrau bei der Probe:
„Ja, ja! Fasching ist irgendwie wie Weihnachten, plötzlich und unerwartet ist es wieder so weit. Und dann muss das Kleid halt fertig werden. In der letzten Nacht."

Tanz in den Gewändern von 2014, Foto Helga Waess
Alle Tanzkleider werden aufbewahrt. Uns kommt bei den vielen Geschichten um diese Faschingstradition der Gedanke: 
es wäre doch ein schön, wenn man eine Ausstellung in der Kostümabteilung des Münchner Stadtmuseums anregen könnte.

Die "Marktweiber", wie sie sich selber gerne nennen, würden auch hieran mit Herz und Seele aktiv mitarbeiten und Leihgaben sehr gerne zur Verfügung stellen; oder gar in die Sammlung des Museums geben.

Verzaubernde Gewänder mit traditionellen Standl-Motiven wie Blumen, Obst, Käse etc.,
Foto: Helga Waess

Professionelle Choreografie durch Christian Langer 


Seit zehn Jahren schwingt ein Mann das Zepter bei den Weibern. Der 40-jährige Christian Langer choreografiert den „Tanz der Marktweiber“ in ihren bunten und fröhlichen Gewändern. Damit hat sich der Tanzlehrer selbst verwirklicht. Mit seiner Leidenschaft für den Tanz, stecken er und seine Marktweiber jedes Jahr tausende Besucher an. Wir haben ihn im Jahr 2014 interviewt. 
Hier ein Link zum Interview "Die Marktfrauen sind toll"


"Die tanzenden Marktweiber" wurden 2014 umbenannt in die tanzenden MarktFrauen
- diese Idee der Veranstalter wurde von den Marktweibern belächelt - "Mia san Marktweiber, Punkt!"
Da hilft auch kein geändertes Plakat!
Foto: Helga Waess
Weitere Informationen wurden in einem Buch über die Marktfrauen veröffentlicht. Hierzu der Link zur Homepage der Marktweiber.

Freuen wir uns auf das nächste Jahr und auf den Faschingsdienstag, wenn der Ruf der Marktweiber über den Viktualienmarkt schallt:

 „Wie samma?“
„Gut samma!“
Was samma?“
„Marktweiber! Mei san mir guaaaaaat!"

EPORTAGE: Probe zum Tanz auf dem Viktualienmarkt am Faschingsdienstag


Wenn die Geschäftsfrauen vom Viktualienmarkt tanzen

Die tanzenden Marktfrauen vom Viktualienmarkt sind weltbekannt


von Helga Waess

Faschingsdienstag. München hat die Theresienwiese mit der Bavaria, den Rathausplatz mit der Mariensäule und den Viktualienmarkt mit den tanzenden "Marktweibern"
Seit dem 11.11. um 11 Uhr 11 ist Fasching in München.  


Tanzende Marktweiber mit Christian Langer
Bühne auf dem Viktualienmarkt mit Marktfrauenbronze über dem Brunnen
Foto/Copyright: Helga Waess  (Archiv)

Allesamt sind sie Vollprofis als Unternehmerinnen


Sie stehen Tag für Tag bei Wind und Wetter von morgens um sechs bis in die Abendstunden ihre Frau am Markt.
"Die tanzenden MarktFrauen" steht an der Bühne ... eigentlich stand da
"Die tanzenden Marktweiber" (Auf bayerisch sagt man das so!)
Beschriftung an der Bühne auf dem Viktualienmarkt
am Faschingsdienstag in München,
Foto: Helga Waess  (Archiv)


Jede Marktfrau ist ein tanzendes Energiebündel


Eine Tradition oder besser schon eine Institution, ein kulturelles Ereignis, dass diese tanzenden Energiebündel sehr ernst nehmen

Marktfrauen beim Kranz-Tanz,
Foto: Helga Waess (Archiv)

Eine Probe steht für alle - Jahr für Jahr



Die fröhlichen Geschäftsfrauen bei der Probe zum "Tanz der Marktfrauen"
vom Viktualienmarkt,
Foto: Helga Waess  (Archiv)

Auf dem Weg zum Viktualienmarkt in München



Neben der Heiliggeistkirche liegt rechter Hand das zugehörige grüne Pfarrhaus. Hier wird geprobt:

Viktualienmarkt in München
mit Heiliggeistkirche im Hintergrund
Foto: Helga Waess (Archiv)

Die Stimmung vor der Probe zum Tanz der Marktweiber

Alle duzen sich und Küsschen und Umarmungen fliegen nur so durch den Raum.

Es ist, wie ich nun erfahre, die vorletzte Probestunde vor dem großen Auftritt. Hoffentlich kommen alle! Christian hat noch einmal alle Lieder auf DVD gebrannt. 

Ein kurzer Plausch und ein Gruppenfoto, dann geht es los!
Marktfrauen vom Viktualienmarkt in München mit Christian Langer (re)
Foto: Helga Waess (Archiv)
 Jede der anwesenden Frauen fühlt sich Jahr für Jahr und Tanz für Tanz der Tradition verpflichtet.



Stand der Blumenfrau vom Viktualienmarkt in München,
Foto: Helga Waess

Sie sind der Viktualienmarkt!



Pure Lebensfreude am Faschingsdienstag, Marktfrauen vom Viktualienmarkt,
Foto: Helga Waess (Archiv)

Sie sind hart im nehmen


Auftritt der Marktfrauen, Foto: Helga Waess (Archiv)



Die erste Stunde beim Proben-Abend ist zum Warmwerden da. Einige Augen rollen. Hier und da ein müdes Lächeln. Jede ist früh aufgestanden.

Sie sind der „Viktualienmarkt“!


Jede stellt beim berühmten Tanz am Faschingsdienstag mit ihrem Kleid das da, was sie verkauft. 

Die Marktfrauen sind toll! Christian Langer kniet vor den Marktfrauen,
Foto: Helga Waess (Archiv)

Die Kleider der Marktfrauen



Marktfrauen vom Viktualienmarkt,
Foto: Helga Waess (Archiv)

Plötzlich ist Faschingsdienstag


„Ja, ja! Faschingsdienstag ist irgendwie wie Weihnachten, plötzlich und unerwartet ist es wieder so weit. Und dann muss das Kleid halt fertig werden. In der letzten Nacht“, die "Honigfrau" lächelt.

Standl der Honig-Frau auf dem Viktualienmarkt in München,
Foto: Helga Waess

Lasst uns los legen!



IN FILMBEITRÄGEN WAREN ALLE TV-SENDER DABEI:

BAYERISCHER RUNDFUNK: "Fasching in München. Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt", 17.02.2015, 16:45 Uhr, Bayerisches Fernsehen
Hier der Link zur Mediathek des BR mit dem VIDEO zu TANZ der MARKTFRAUEN

BAYERISCHER RUNDFUNK: "Tanz der Marktweiber Mit flatternden Röcken in den Faschingsendspurt", 17.02.2015, 14:00 Uhr, BR.de, 1 Min.
Hier der Link zur Mediathek des BR mit dem VIDEO

MÜNCHNE,TV: Und in München TV Mit Oberbürgermeister Dieter Reiter in der Tram Nr. 8 und
den Marktweiber "mit wehenden Röcken und verrückten Hüten"
Hier der Link zum Beitrag in München.tv 

BAYERISCHER RUNDFUNK: "Abendschau des BR Faschingsdienstag. Feiern in Bayern"
17.02.2015, 18:00 Uhr, Bayerisches Fernsehen, 2 Min.
- unter anderem mit dem Tanz der Marktfrauen 





Dienstag, 3. Februar 2015

SENSATION? „Michelangelo bronzes discovered“ - Diskussion um die Zuschreibung der 500 Jahre alten Bronze-Skulpturen "Panther-Reiter" an Michelangelo eröffnet!

Zuschreibung der 500 Jahre alten Bronze-Skulpturen "Panther-Reiter" an Michelangelo Buonarotti! Das erregt Aufsehen.


Cambridge. Kaum dass am Montag, den 2. Februar 2015 die Nachricht in der Redaktion ankam, klingelte auch schon das Telefon heiß. Was ist da entdeckt worden? 



Und richtig: ein paar Telefonate und Klicks und schon waren wir fündig. 


Michelangelo bronzes discovered“ 


titelte auch die Webseite des Fitzwilliam Museums in Cambridge und im halbstündigen Turnus die Gazetten weltweit. Foto in The Guardian

KLARTEXT: Diese beiden einen Meter hohen Bronzen wurden nicht neu entdeckt, sie waren lange bekannt, aber die Zeichnung mit dem Panther-Reiter, welche als Beweis für die Zuschreibung an Michelangelo zu sehen ist, wurde im Herbst in Frankreich gefunden. Viele Experten aus unterschiedlichen Forschungsbereichen wurden bislang hinzugezogen und bestätigten die Zuschreibung.
Nun wird die  Diskussion um die Zuschreibung der 500 Jahre alten Bronze-Skulpturen "Panther-Reiter" an Michelangelo Buonarotti nach 120 Jahren wieder aufgerollt.




Die beiden Panther-Bronzen werden von heute an bis zum 9. August 2015 in der Sektion zur Italienischen Kunst der Renaissance im Fitzwilliam Museum ausgestellt. 


Zur ProvenienzDie beiden Panther-Reiter befinden sich zurzeit in Privatbesitz, wie das Museum auf Anfrage mitteilte. Sie waren einst in der Sammlung des Bankiers Adolphe de Rothschild und tauchten im Jahr 2002 bei dem renommierten Auktionshaus Sotheby's in London wieder auf. Hier wechselten sie bei einer Auktion als "Florentiner Werke"  für 1,8 Millionen Dollar den Besitzer. Eine Summe, die für zwei Bronzeskulpturen Michelangelos lächerlich wäre.

Foto-Galerie der Skulpturen in THE GUARDIAN

Hat Michelangelo in Bronze gearbeitet?


In den letzten Jahren konnte dem Werk des Heroen der italienischen Hochrenaissance Michelangelo Buonarroti (1475-1564) hier und da mal eine Zeichnung zugeschrieben werden. Was jeweils schon sensationell war. Aber jetzt gleich zwei Skulpturen des Meisters und zudem noch Bronzen?

Vermutet hatten Michelangelo-Forscher es schon seit langem, dass der Maler, Architekt, Dichter und Bildhauer Michelangelo Buonarroti auch in Bronze arbeitete. Zwei Bronze-Skulpturen galten Schriftzeugnissen zufolge als verschollen:


  • eine bronzene Papststatue 
  • und ein David. 
Könnten diese Panther-Reiter nun auch von Michelangelo sein?

Bislang fehlten die Beweise. Das scheint seit gestern anders zu sein.

Der renommierte Michelangelo-Experte Paul Joannides, Emeritus Professor der Kunstgeschichte an der Universität Cambridge, legt eine in Frankreich gefundene Zeichnung als Beweis dafür vor, dass Michelangelo einen Panther-Reiter im Zeichnungsbestand seines Florentiner Studios hatte. Denn nur so könnte sein Schüler die nun gefundene Skizze angefertigt haben. Und hiermit sei die Zuschreibung an den Meister möglich.
Um die Zuschreibung an Michelangelo vorzunehmen wurden bislang mehrere Experten hinzugezogen und Spezialuntersuchungen durchgeführt:


  • erwähnt werden zwei Experten des Amsterdamer Rijksmuseums;
  • ein ausgewiesener Spezialist für klinische Anatomie von der Warwick University Medical School;
  • in der Universität von Oxford datierten Spezialisten die Bronzen auf die Zeit zwischen 1506 und 1508;
  • und dann wurden noch hochwertige dreidimensionale Scans gemacht. Sie werden im Doku-Beitrag der BBC gezeigt  (hier der Link zu dem Filmbeitrag der  BBC news UK) Mit ihrer Hilfe haben Schweizer Wissenschaftler Vergleiche mit bekannten Werken und Zeichnungen durchgeführt, die ebenfalls für eine Zuschreibung an Michelangelo sprächen.
  • Und schließlich kamen Kenner des Werks von Michelangelo zu Wort, die die anatomisch korrekten Streckungen und Dehnungen des Muskelspiels sowie die ganze Linienführung in Bewegung und Haltung oder auch die Dramatik im Ausdruck nur einem Genie der Hochrenaissance zutrauen: Michelangelo.

Viele Experten wurden hinzugezogen - andere nicht.

Und deshalb sollen Michelangelo-Spezialisten aus aller Welt die Zuschreibung der 500 Jahre alten Bronze-Skulpturen an Michelangelo bei ihrer Fachtagung am 6. Juli 2015 in Cambridge diskutieren.
Wenn es danach eine offizielle Experten-Bestätigung für die Authentizität gäbe, dann wäre das in der Tat eine Sensation. Das wäre dann eine Nachricht, die die Kunstwelt aufwirbelt und das Wissen um die Kunst der Renaissance neu schreiben ließe.

Bronze war seit dem Mittelalter und auch in der Zeit Michelangelos ein bevorzugtes Material der Künstler. Daher wäre es wirklich logisch, dass auch der große Michelangelo dieses Material erprobte - und gar meisterlich zu inszenieren wusste.

Das Fitzwilliam Museum in Cambridge hat die beiden Bronzen nun ausgestellt. So ungewöhnlich wie die "Entdeckung" an sich, ist auch das dargestellte Motiv:

Zwei männliche Akte, die auf Panthern reiten“


Muskulös und stählern reißen die beiden Männer auf ihren Panthern reitend je einen Arm in die Höhe. Das Material Bronze lässt die Modulation der durch und durch von Muskeln geformten Körper strahlen. Sie wirken noch kraftvoller. Spannung und Dynamik gehen in diesen beiden Werken von den menschlichen Gestalten aus, während die Panther, wie zahme Hauskatzen wirken. Der wilde, ungestüme Gestus der Männer passt so gar nicht zur Ruhe der wie mit Samet-Füßen dastehenden Katzen, deren Mimik und Muskelspiel eine gewisse Wildheit andeuten.
Der Mensch wird in diesen Arbeiten zum Sinnbild für die Natur. Sein triumphaler Ritt auf dem Wildtier zum Nachweis als Krone der Schöpfung. Er hat das Raubtier, die Natur unterworfen.

Es handelt sich bei diesen Skulpturen um zwei wirklich fesselnde, spannungsgeladene Kunstwerke der Hochrenaissance, die allein vom Ausdruck her ohne jeden Zweifel dem ungestümen Wesen Michelangelos zuzuordnen wären. Jenes Künstlers, der das Menschenbild in der Kunst neu diskutierte.

Die Diskussion um die Zuschreibung der Bronzen an Michelangelo ist eröffnet


Schon einmal hatte die Forschung diese beiden Bronze-Skulpturen Michelangelo Buonarotti zugeschrieben. Das war im 19. Jahrhundert. 
Aber, wie das mit der Beweislast in der Kunstforschung immer so ist, es fehlte ein winziges Detail, um die Zuschreibung zu erhärten. Und so schrieb man sie vor gut 120 Jahren dem Meister wieder ab.
Akte, Körper-Auffassung und sogar die Haltung der Figuren konnten im zeichnerischen Werk des Künstlers nachgewiesen zwar werden. Aber Panther? Hatte der italienische Künstler diese Tiere hier wirklich zum Reittier für seine Heldengestalten ausgewählt?

Dass Michelangelo nachweislich auch in Bronze gearbeitet hat, lässt sich aus zahlreichen schriftlichen Dokumenten ersehen. Bislang fehlten schlicht und einfach ein Vergleichsstück in Bronze, ein Bozetto als Modellentwurf oder eine Studie, die als Protokoll der Künstlerschaft gesehen werden könnte.

Einordnung der Bronzen in Michelangelos Werk


Entstehungszeit zwischen 1506 und 1508. 


Eine Panther-Zeichnung von Michelangelo spricht für die Zuschreibung an den Meister


Der Kunsthistoriker Paul Joannides hat im Herbst 2014 den Bestand der Zeichnungen des Musée Fabre in Montpellier (Frankreich) durchgesehen und darin eine 500 Jahre alte Zeichnung entdeckt, die die Diskussion um die Zuschreibung der Bronzen wieder aufleben lässt.

Auf dem vergilbten und fleckigem Blatt finden sich mehrere Studien. Es sind Federzeichnungen, die mit spontanem Riss auf das Blatt gebannt wurden.
Die fünf Studien sind mehr oder weniger detailliert und mehr oder weniger gekonnt ausgeführt. Neben zwei stehenden und einem liegenden Akt finden sich Menschen, die ringen, fliehen oder mit zwei Wölfen beziehungsweise Hunden kämpfen. Daneben eine etwas ungelenk gezeichnete Madonna mit muskulösem Kind in liebkosender Umarmung. Diese Federzeichnung ist zwar ungelenk, aber am vollständigsten ausgeführt – mit Licht und Schatten-Schraffuren. Und schließlich ist (schnell auf das Blatt skizziert) oben rechts (bei quer liegendem Blatt) ein männlicher Akt auf einem Panther zu sehen. 

Reicht eine Schülerzeichnung als Beweis aus? 


Der nackte Mensch sitzt in dieser Zeichnung auf dem Rücken des seitlich stehenden Tieres. Fast direkt über dessen vorderen Schulterblättern. Der Panther hat die rückwärtigen Pfoten schräg nach hinten gestellt, während die Vorderläufe kürzer wirken und ein wenig unbeholfen, ja, bärentatzenartig nebeneinander stehen. Er hat den Kopf gesenkt und blickt aus der Zeichenfläche mit scheinbar finsterer Miene den Betrachter an. Hier scheint es, als wären Raubkatze und Mensch eine Einheit. Der Mensch dreht sich aus der Bildfläche mit dem Oberkörper heraus, so dass wir das Muskelspiel und die Schulterblätter sehen. Er vertraut dem Raubtier, das ihm den Rücken freihält.

Es handelt sich bei diesem Blatt wohl um die Zeichnung eines zeitgenössischen Michelangelo-Schülers, wie die Universität Cambridge mitteilt. Eines Zeichners, der die Arbeiten des Meisters studierte. Das Blatt wird in das Jahr 1508 datiert. Dennoch findet sich darin der Beweis, dass dieser Zeichner im Studio von Michelangelo Bozetti, Panther-Skulpturen-Entwürfe oder eben Zeichnungen aus der Hand Michelangelos gesehen haben muss?
Diese Zeichnung in Frankreich hat die Zuschreibung zweier Panther-Reiter aus Bronze an Michelangelo Buonarotti bestätigt, so wird verlautbart. Zahlreiche Michelangelo-Spezialisten dürften hierzu noch einiges zu sagen haben.

Kunsthistorische Fachkonferenz zur Wiederentdeckung der beiden Michelangelo-Bronzen im Juli 2015 in Cambridge


Zwei männliche Akte auf je einer gezähmten Raubkatze. Jede Skulptur misst circa einen Meter in der Höhe. Ihr Schöpfer soll einer der berühmtesten Meister der italienischen Hochrenaissance sein: Michelangelo Buonarroti (1475-1564). Die beiden Bronzen werden in die Zeit zwischen 1506 und 1508 datiert. Die Beweis-Zeichnung eines Schülers wird um 1508 datiert.

In einer internationalen Konferenz sollen am Montag, den 6. July 2015 in Cambridge alle Fakten vorgestellt und von der Fachwelt diskutiert werden. Das Fitzwilliam Museum, wo die Bronzen nun ausgestellt werden, gehört als Ausstellungshaus zur Universität Cambridge. 

Victoria Avery, Leiterin des Applied Arts Department des Fitzwilliam Museums freut sich auf die Fach-Tagung zur Michelangelo-Bronze: 
"It has been fantastically exciting to have been able to participate in this ground-breaking project, which has involved input from many art-historians in the UK, Europe and the States, and to draw on evidence from conservation scientists and anatomists. The bronzes are exceptionally powerful and compelling works of art that deserve close-up study - we hope the public will come and examine them for themselves, and engage with this ongoing debate."

Ausstellung der Michelangelo-Bronzen in Cambridge


Die beiden Panther-Skulpturen werden vom 3. Februar bis zum 9. August 2015 in der Sektion zur Italienischen Kunst der Renaissance im Fitzwilliam Museum öffentlich ausgestellt. Der Eintritt ist frei.

The Fitzwilliam Museum

Trumpington Street,
Cambridge CB2 1RB
Tel: 01223 332900
Fax: 01223 332923
http://www.fitzmuseum.cam.ac.uk/index.html

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