Freitag, 17. März 2017

Starnberger See - Schleißheim und Waldemar Bonsels Biene Maja

105. Geburtstag des Kinderbuch-Charakters: BIENE MAJA

Eine Biene-Maja-Linde für Literaten in Schleißheim

Waldemar Bonsels schrieb "Die Biene Maja und ihre Abenteuer"


Maja war eine Biene aus Schleißheim. Vor etwas mehr als 100 Jahren saß ein junger Mann im Oberschleißheimer Berglwald unter einer Linde. Um ihn herum auf den Blüten der Streublumenwiese surrten die Bienen. Am Baumstamm krabelten Käfer und von einem herumliegenden Ast hüpfte eine Heuschrecke – eine schlanke grüne, mit sehr langen Beinen. Der Schriftsteller versank in der Naturbeobachtung, wurde eins mit Baum, Wiese und Biene.

Blumen wie zu Bonsels Zeiten, Schlosspark Schleißheim,
Foto: Helga Waess / Archiv

Waldemar Bonsels schrieb "Die Biene Maja und ihre Abenteuer"


Er nahm den Füllfederhalter zur Hand und fing an zu schreiben:
Die ältere Bienendame, die der kleinen Biene Maja behilflich war, als sie zum Leben erwachte und aus ihrer Zelle schlüpfte, hieß Kassandra und hatte großes Ansehen im Stock. Es waren damals sehr aufregenden Tage, weil im Volk der Bienen eine Empörung ausgebrochen war, die die Königin nicht unterdrücken konnte. …“ (Vgl. Waldemar Bonsels „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“, 3. Auflage (1912)
Irgendwann entdeckte der Autor an der Rinde einen Käfer und schrieb Sätze wie:
"Der Borkenkäfer Fridolin lebt mit seiner Frau und 50 Söhnen unter der Rinde der Kiefer. Auch wenn die Menschen ihn nicht mögen, findet Maja ihn doch sehr liebens-würdig." (Vgl. ebd.)
So könnte es gewesen sein!


Der Schleißheimer Schlosspark inspiriert noch heute


Und streift man heute durch das üppige Grün des Schlossparks und durch die zugehörigen Anlagen, beobachtet im Spätsommer die Jungschwäne oder die bunten Blumenrabatten, so fällt das zurückversetzen, in die Zeit des Schriftstellers Waldemar Bonsels nicht schwer.

Mit dieser fantastischen Welt der Insekten wurde er zum Sprachrohr der Natur. Er gab einer kleinen, fleißigen Biene, die ein paar Jahre später erstmals in die Lektorenhände eines Verlegers und damit in die Welt der Bücher und ihrer Leser flog, eine unvergleichliche Geschichte. Sie und ihre Freunde von Wiese und Baum erhielten eine literarische Stimme.

1912 erschien in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart und Berlin der erste Band „Biene Maja und ihre Abenteuer“ und 1915 der zweite Band „Das Himmelsvolk“.
Und das kam an, denn mit der Erstauflage erblickte ein Bestseller das Licht der Bücher-Welt! Die Erstauflage hatte gleich 3000 Exemplare.

Über Jahrzehnte hinweg verzückte diese kleine Biene Generationen von Kindern, Eltern und Großeltern. Ihre Abenteuer wurden in 40 Sprachen übersetzt.

Die Autoren Waldemar Bonsels und Bernd Isemann 


Ihr Autor Waldemar Bonsels (1880-1952) lebte für nur 2 Jahre zusammen mit seinem Schriftsteller-Kollegen Bernd Isemann in einer Villa am Schleißheimer Schloss. Eine künstlerisch sehr befruchtende Freundschaft. Isemann schrieb zeitgleich an „Nala und Re“, einem Roman über eine Ameisenfreundschaft.

Die beiden Literaten kauften sich gemeinsam eine Villa in Schleißheim. Hier saßen sie im Garten und schrieben Insektenromane.

Klingt nach Bohème!

Für soviel geistige Freiheit musste man um 1910 – und müsste man heute auch – einen finanziell möglichst unabhängigen, das alltägliche Leben sichernden Status haben. Einige Jahre zuvor hatten die beiden Literaten eine Verlagsgesellschaft in München gegründet und für die nötige Unabhängigkeit gesorgt.

Ein Buch als Sammlerobjekt


105 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Maja-Buches, das heute unter Sammlern von Kinderbuch-Erstauflagen sehr gefragt ist und antiquarisch gehandelt wird, ist es nach wie vor beliebt. Bald nach erscheinen war die kleine Biene Maja in unzähligen Kinderzimmern der Welt zuhause und spätestens nach dem Start der Zeichentrickserie in den 1970er Jahren allgemein bekannt. Und auch der gesungenen Titelsong-Ohrwurm von Karel Gott brachte erneute Bestseller-Auflagen.

Am Starnberger See, Foto: Helga Waess / Archiv

Das ereignisreiche Leben Waldemar Bonsels


Aber das Leben geht manches Mal andere Wege und ist in der Realität weniger „blumig“:
Waldemar Bonsels heiratete drei Mal und hatte insgesamt fünf Söhne. Gefühlsmäßig, oder besser partnerschaftlich, wurde er - wie es scheint - nie richtig sesshaft. Schließlich ließ er sich am Starnberger See - in Ambach -  nieder, wo die "waldemar-bonsels-stiftung.de" sein Haus und Andenken bewahrt.

Bonsels - Schleißheim und eine Biene-Maja-Linde


Am Haus des Literaten in Schleißheim wurde übrigens eine neue Biene-Maja-Linde gepflanzt. So wie jene unter der einst die Biene Maja ersonnen wurde.

Mögen noch viele Literaten Oberschleißheims 

unter ihr von der Muse geküsst werden!

Donnerstag, 16. März 2017

Starnberger See - Mit dir am See - Ein Gedicht von Helga Waess

Starnberger See-Gedicht

Mit dir am See! 

Ein Gedicht von Helga Waess

Starnberger See im Frühjahr, Foto: Helga Waess / Archiv

Da sitzt ein Mann und wackelt
Mit dem Zeh
Am See

Man könnt den Rasen wachsen hören
Allein die schreiend Vögel stören

Zwei Männer spielen Federball
Der eine schreit
Hat der 'nen Knall

Zurück im Jetzt mit Hund und Leine
Der zieht und macht ihm lange Beine

Ein Mückentanz im Abendlicht
Die Standup-Padler folgen dicht

Standup-Padler auf dem Starnberger See,
Foto: Helga Waess / Archiv

Vier Stück sind's an der Zahl
Einer ist langsam
Man spürt die Qual

Vor Stunden zogen sie vorbei
Da tranken Kaffee grad wir zwei

Ein Du
Ein Ich

Im Sonnenlicht

Uns stört kein Riese
Und kein Wicht

Buchstaben in der Zeitungs' Fülle
Du reichst mir Käse in 'ner Hülle

(copyright: Helga Waess)

Starnberger See, Foto: Helga Waess / Archiv




Dienstag, 14. März 2017

München im Lebensqualität-Ranking international auf Platz 4

Mercer "Quality of Living"-Ranking 2017

München - die Stadt mit der meisten Lebensqualität in Deutschland

Qualitätscheck - Städteranking - Standortsicherheit für Unternehmen wie Google und Co.


Das Städte-Ranking der Beratungsgesellschaft Mercer, bei dem es um die höchste Lebensqualität einer Metropole geht, überrascht uns kaum. Im Vergleich von 231 Städten landet die Bayerische Landeshauptstadt auf Platz vier. Wien liegt zum achten Mal auf Platz eins gefolgt von Auckland (Neuseeland) auf Platz 2 und Zürich auf Platz 3. Und dann kommt schon München. Unter den Top Ten der Metropolen weltweit schaffen es zwei weitere deutsche Städte: Düsseldorf nimmt Platz sechs ein und Frankfurt Platz sieben (Liste im Anhang).


München: rechts die Residenz und links die Feldherrnhalle,
Foto: Helga Waess / Archiv
Rankings hinsichtlich der Städte-Beliebtheit sind für multinationale Unternehmen von immenser Wichtigkeit. Das Städteranking findet daher jedes Jahr viel Beachtung und wird von ausländischen Investoren und Top-Arbeitnehmern zu Standort-Entscheidungen hinzugezogen. Da darf man der bayerischen Landesregierung und dem Oberbürgermeister der Stadt München Dieter Reiter doch mal auf die Schulter klopfen.

Studie zur Lebensqualität findet Beachtung bei international agierenden Unternehmen


Für diese Studie zur Lebensqualität befragte Mercer Mitarbeiter (Mercer hat selbst 20 000 Mitarbeiter in 40 Ländern - mehr zur Firma unter imercer.com), die beruflich in das Ausland entsandt wurden. Kriterien für die Bewertung waren unter anderem die soziale, politische, wirtschaftliche und umwelt-orientierte Sicht sowie das gebotene Bildungsangebot und die Gesundheitsfaktoren. Insgesamt wurden 39 Kriterien abgefragt und verglichen.

Westeuropäische Städte schnitten hinsichtlich Wohnraum, Freizeitmöglichkeiten oder auch hinsichtlich der Verfügbarkeit von Konsumgütern besser ab.

Wie bewegen sich die Mitarbeiter in der jeweiligen Stadt? 


Die Infrastruktur spielt ebenso wie die Wasserversorgung, die Kommunikations- und Postdienstleistungen, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder die Anbindung an einen internationalen Flughafen eine große Rolle. In diesem Bereich liegt Singapur vor Frankfurt und München - beide auf dem zweiten Platz.
Die Sicherheit, Entsorgungsprobleme im Abfallbereich oder auch politische Turbulenzen lassen Städte wie Brüssel, Rom oder Istanbul in diesem Jahr um einige Plätze fallen.

Der Dienstleistungssektor, die schnelle Fortbewegung und die Kommunikationstechnologien, Sicherheit und Hygiene-Standards sind für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter entsenden, sehr wichtig.


TOP-TEN im Mercer "Quality of Living"-Ranking 2017:


1 Wien
2 Zürich
3 Auckland
4 München
5 Vancouver
6 Düsseldorf
7 Frankfurt
8 Genf
9 Kopenhagen
10 Basel
10 Sydney

weitere Deutsche Städte auf den Plätzen:

13 Berlin
19 Hamburg
24 Nürnberg
26 Stuttgart
61 Leipzig

Top-Ten mit Fokus auf die Infrastruktur:


1 Singapur
2 Frankfurt
3 München
4 Kopenhagen
5 Düsseldorf
6 Hongkong
6 London
8 Sydney
9 Hamburg
9 Vancouver
9 Zürich

weitere Deutsche Städte auf den Plätzen:

26 Berlin
26 Stuttgart
32 Nürnberg
58 Leipzig


Ein Tusch auf München für diesen tollen Platz im internationalen Städteranking




Bayerische Musikkapelle am Hofgarten in München,
Foto: Helga Waess / Archiv



Montag, 13. März 2017

Stuttgart: KUBUS Sparda-Kunstpreis im Kunstmuseum

KUBUS Sparda-Kunstpreis im Kunstmuseum Stuttgart


EIN PREIS - DREI KÜNSTLERINNEN


Nominiert sind Leni Hoffmann, Myriam Holme und Corinne Wasmuht




Drei der wichtigsten deutschen Künstlerinnen sind für den Sparda-Kunstpreis nominiert. Zum dritten Mal wird in diesem Jahr dieser von der Sparda-Bank gesponserte Preis vergeben. Die Auswahl für diesen Preis trifft nur Arbeiten oder Künstler, die einen Bezug zum Land Baden-Württemberg haben. In diesem Jahr "erweitern" alle Nominierten, so das Kunstmuseum Stuttgart, den "Malereibegriff".
Die Ausstellung der Nominierten wird vom 18. März bis zum 18. Juni 2017 im Kunstmuseum Stuttgart stattfinden. Neben dem Sparda-Kunstpreis wird auch ein Publikumspreis vergeben.

Flyer zum Sparda-Kunstpreis
im Kunstmuseum Stuttgart

Leni Hoffmann (Jahrgang 1962) 


Die Künstlerin verließ die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg als Meisterschülerin von Georg Karl Pfahler. Sie ging nach Australien an die University of New England und 1996 nach Lyon an die Ecole Nationale des Beaux Arts. Die Künstlerische Lehre in Nürnberg, an der Städelschule in Frankfurt am Main und in Karlsruhe sind ihre Stationen. Dann folgt die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, wo Hoffmann seit 2002 als Professorin lehrt
Woran erkennt man die Handschrift eines Künstlers? Hm, bei Hoffmann wohl im Plastillin. Geknetet, geformt und künstlerisch interpretiert. Ihre Installationen besetzen den Raum von Fenstern, Treppenstufen oder Asphaltstraßen. Sie heben Formen hervor oder verhüllen und lassen so neue Wahrnehmungen entstehen. Transparent, raumgreifend und/oder futuristisch.

Myriam Holme (Jahrgang 1971) 


Holme ist ebenfalls Akademie-Professorin und kommt aus der Karlsruher Schule von Professor Meuser und Professor Slominski. Sie übernahm ebendort eine Gastprofessur, ging dann nach München  und Mainz, bis sie einen Lehrauftrag an der Kunstakademie in Düsseldorf übernahm.
Das Mannheimer "Einraumhaus", das die Künstlerin gemeinsam mit Philipp Morlock ersann und umsetzte, ist allgemein bekannt.
Die Künstlerin erarbeitet ihre Skulpturen multimedial und dreidimensional. Es gibt Gemälde auf Aluminium und Papier. Alles scheint bei ihr eine gewisse Leichtigkeit zu entwickeln, durch den Raum zu wandern oder die Wände empor zu kriechen.

Corinne Wasmuht (Jahrgang 1964) 


Wasmuht studierte bis 1992 an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie Meisterschülerin bei Alfonso Hüppi war. Und sie ist die dritte nominierte Kunst-Professorin.
Ihre Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe übt sie seit 2006 aus. 2014 erhielt die Künstlerin den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste in Berlin.
Ihre Arbeiten zeigen, wir würden sagen Moment-Risse. Bevor die Künstlerin mit Ölfarbe an das Werk geht, werden Klebestreifen verklebt, die - nach ihrer Ablösung - die untere Schicht immer wieder durchscheinen lassen und so zu einer gewohnten "verpixelten" zeitgenössischen Ansicht werden.
Ihre Arbeiten kommen erfrischend hell daher und ziehen das Auge magisch an. Es entstehen Tiefenzüge, die zum Betreten einladen würden - so es begehbare Räume wären.
Absolut zeitgenössische und lichtdurchflutete Orte, die man zu kennen glaubt. Und doch sind es nur neugierig machende Bruchstücke des Bildnerischen.

Donnerstag, 9. März 2017

Terry O'Neill - Photographie

Galerie Stephen Hoffman - Fine Art Photography - München


Star-Photograf Terry O'Neill und seine Celebrity-Fotos 


Terry O’Neill. Er hat ein untrügliches Gespür für die Persönlichkeit der Celebrities. Für seine Ausstellungen in der Galerie Stephen Hoffman kommt er immer gerne nach München. Wir waren beim Film-Interview mit dem Regisseur Eckhart Schmidt dabei und zeigen hier Fotos aus unserem Archiv.

Stephen Hoffman, Terry O'Neill und Eckhart Schmidt in
der Galerie Stephen Hoffman in München (2013)
Foto: Helga Waess

Terry O'Neill und seine Arbeiten sind international bekannt


Terry's Fotografien schmücken die Titelseiten von The Sunday, Times Magazine, Stern, Rolling Stone, Newsweek, GQ,  Paris Match, Look, Vanity Fair, People, Playboy,  und vieler anderer Magazine.
Terry O'Neill im Interview in der Galerie Stephen Hoffman,
Foto: Helga Waess

Terry O'Neill hatte sie alle vor der Kameralinse: die Rolling Stones, Paul Newman und Lee Marvin, Richard Helms und Robert Redford. Er nahm das 75-jährige Jubiläum der Paramount Pictures mit allen damals am Set anwesenden Stars auf - darunter unter anderem Audrey Hepburn, Faye Dunaway und so weiter.


Terry O'Neil signiert sein Buch der ICONS,
Foto: Helga Waess


Terry O'Neill wohnt in München gerne im Hotel Bayerischer Hof


Der weltbekannte Fotograf bezieht bei jedem seiner Besuche ein Zimmer im Bayerischen Hof, das gefällt ihm. Im Herzen Münchens haben schon viele Berühmtheiten, die er persönlich kennt und kannte und „Ikonen“ nennt, übernachtet. An der Rückseite des Hotels liegt die Galerie Stephen Hoffman, wie praktisch.

Die Galerie Stephen Hoffman in München


Immer wieder schafft es die Münchner Galerie Stephen Hoffmann Highlights in der Galerie-Szene zu setzen; wie seit Jahren mit den Ausstellungen des Londoner Star-Fotografen Terry O’Neill.


Jacqueline und Stephen Hoffman mit dem Photokünstler
Terry O'Neill
Foto: Helga Waess

Als einer der führenden Kunsthändler für Fotografie spezialisierte sich Stephen Hoffman auf die Meister der klassischen Fotografie des 20. Jahrhunderts. Weiterer Schwerpunkt: die internationale Modern und Contemporary Photography.

Terry O'Neill und Dr. Helga Waess,
im Hintergrund eine Ikone der Photo-Kunst:
Fay Dunaway by Terry O'Neill,
Eine der limitierten und signierten Photographien, die in der Galerie
Stephen Hoffman angeboten werden.
Foto: A. Waess
Text und Fotos: Dr. Helga Waess

GALERIE STEPHEN HOFFMAN 

Prannerstraße 5, Rückseite Hotel Bayerischer Hof,
80333 München
ÖFFNUNGSZEITEN: DI - FR 11 - 18   SA 11 - 14 UHR
Tel.49/89/255 40 844,
www.galeriehoffman.com


Dienstag, 7. März 2017

Usedom Kaiserbäder von Ahlbeck bis Swinemünde

Usedom Kaiserbäder

Ein Gedanken-Spaziergang von Ahlbeck nach Swinemünde 


Die Sonneninsel Usedom lädt zum verweilen ein


Der Schrei des Käuzchens, der Flug des Seeadlers über der Ostsee oder eine selbstgemachte Fischsuppe bei Uwe in den Dünen von Ahlbeck, ein zehn Kilometer Strand-Spaziergang von Ahlbeck über Heringsdorf nach Bansin, das alles geht hier. Außerhalb der Saison oder gar im Winter wagen sich kaum Touristen auf die "Sonneninsel Usedom", wie sie in der Werbung des Jazz-Radio Berlin immer genannt wird. Jene Insel, die immer, auch im Winter, so manche Sonnenstunde bietet.


Strand im Seebad Ahlbeck am Fuß der Seebrücke,
Foto: Helga Waess

Usedom, eine Halbinsel


Usedom, eine Halbinsel, die an die Buch von Swinemünde anschließt, wo Strandläufer – seit Polen zur EU gehört – aus Ahlbeck auch landen können. Einst stand am Strand ein Schild, das das Grenzland ankündigte und im angrenzenden Sandweg durch die Dünen in dem Pinienwald stand immer ein Wagen des Bundesgrenzschutzes. Geschichte.

Jetzt schiebt der Wind und wenige Strandläufer, wie wir haben sich warm eingepackt auf den Weg gemacht. Es ist Mittag, die Sonne wärmt das Gesicht und die Möwen hüpfen mürrisch zur Seite, wenn schon wieder so ein zweibeiniger Riese vorbei läuft. Kleine Möven fliegen kreischend auf, Enten blinzeln nur kurz und stecken ihr glänzendes Haupt wieder unter das Gefieder.

Das Meer geht leicht zurück und lässt hier und da einen gläsern glänzenden Quallen-Körper zurück. Kleine Muscheln knacken unter den Sohlen und die Wellen kippen langsam aber stetig ihre weiße Gischt an den Strand. Ein rollendes Rauschen, das den Geist entspannt und den Menschen ganz bei sich verortet.

Blick von der Seebrücke rechts das Hotel Ahlbecker Hof,
Foto: Helga Waess

Der Wind schiebt im Rücken und die Sonne von Osten wärmt das Gesicht


Wie eine weiße Ritterburg mit Ecktürmchen und roten Ziegeldächern empfängt das Gebäude auf der Seebrücke von Ahlbeck den Wanderer, der unwillkürlich an den 80-sten Geburtstag in Loriots „Papa ante portas“ denkt. - Doch das war die Seebrücke auf Rügen. - Hier auf Usedom empfängt die Burg auch jene Gäste, welche mit der Fähre über die Ostsee kommen.

Holzhaus auf der Seebrücke in Ahlbeck,
Foto: Helga Waess


Der Hafen von Swinemünde liegt ganz nah


Am Horizont, der bei Sonnenschein wie mit dem Lineal gezogen das helle Blau des Himmels vom dunklen Metallic-Blau des Meeres trennt, tauchen immer wieder weiße Schiffe auf. Fähren, die Swinemünde ansteuern. Oder, die wie an einer Perlenkette aufgereiht, in Reihe warten bis ein gerade auslaufendes Frachtschiff die Hafeneinfahrt verlassen hat.


Blick von der Seebrücke in Richtung Swinemünde,
Foto: Helga Waess
Bei klarem Wetter kann man die Dünen von Wollin sehen, so heißt die polnische Seite der Halbinsel Usedom.  

Wie Perlen reihen sich die kaiserzeitlichen Villen
an der Strandpromenade aneinander
Foto: Helga Waess

Donnerstag, 2. März 2017

Christies Lambrecht Rubens-Stiftung Siegen

Lambrecht-Sammlung wurde bei Christie's in London versteigert


Mäzenin verschenkt 20 Millionen Euro für zeitgenössische Kunst


Peter-Paul-Rubens Stiftung erhält großzügige Schenkung 


Die Lambrecht-Sammlung spielte in den letzten beiden Tagen in London an die 20 Millionen Euro ein. Die Krombacher-Gesellschafterin Barbara Lambrecht konnte ihre Privatsammlung für knapp 17 Millionen Pfund, das sind in Euro fast 20 Millionen, beim Auktionshaus Christie's versteigern (das Aufgeld ist in dieser Summe bereits runtergerechnet). 

Nutznießer des Erlöses wird die "Peter-Paul-Rubens Stiftung" sein


Wie wir in diesem Blog berichteten vergibt die "Peter-Paul-Rubens Stiftung" aus Siegen, der Geburtsstadt des barocken Malers, den "Rubenspreis für Zeitgenössische Kunst" alle fünf Jahre.

Dieser Link führt zu unserem Blogbeitrag: Auktionshaus Christie's "Impressionist & Modern Art", 28. Februar 2017. Versteigerung: Private Kunstsammlung der Kunstmäzenin und Krombacher-Gesellschafterin Barbara Lambrecht. Nutznießer der Kunstauktion soll das Museum für Gegenwartskunst in Siegen sein, das die Rubenspreisträger ausstellt

Damit dürfte die Zukunft des Museums für Gegenwartskunst in Siegen und der Ankauf aus den Werken der Rubens-Preisträger gerettet sein. Das Museum wird mit dem Geldsegen den Ankaufs-Fond aufstocken.

Monet - Morisot - Dufy - van Dongen


Unter den Gemälden erzielte Claude Monet mit "Les Bords de la Seine au Petit-Genevilliers" rund 3,5 Millionen Euro. Und auch Berthe Morisots "Femme et Enfant au Balcon" kam auf 4,1 Millionen Euro. Die Werke von Kees van Dongen und Raoul Dufy gingen ebenfalls in diese Preisregionen.

Die Museumsleitung kann nun durchatmen und neue Sonderausstellungen in Ruhe planen. 


Barbara Lambrecht-Schadeberg hat die Stiftung ins Leben gerufen. Ihr privates Stiftungskapital wird durch diese großartige Schenkung erhöht.

Die Museums-Sammlung besteht ausschließlich aus Werken der Rubenspreisträger und wird kontinuierlich erweitert, um alle Schaffens-Perioden der Preisträger zu erfassen.
Zu den Preisträgern gehörten zum Beispiel Hans Hartung, Giorgio Morandi, Francis Bacon, Antoni Tàpies, Fritz Winter, Emil Schumacher, Cy Twombly, Rupprecht Geiger, Lucian Freud, Maria Lassnig, Sigmar Polke und Bridget Riley. Darunter sind inzwischen Künstler, die im Galerie oder Auktionsmarkt kaum mehr zu haben sind. Jede Werkphase zu zeigen, kann unter Umständen sehr teuer werden. 

Die Aufstockung des Einkaufs-Kapitals kann hier sehr helfen.

SAMMLERTIPP: Der Rubenspreis 2017 geht übrigens an Niele Toroni


In diesem Jahr wird Niele Toroni (Jahrgang 1937) den begehrten Rubenspreis der Stadt Siegen erhalten. Toroni ist ein Konzeptkünstler aus dem Tessin. Seine einfarbigen Pinselabdrücke sind sehr bekannt. Der Künstler reduziert den Farbauftrag auf das Minimalste und eröffnet dadurch neue Räume.

Als Preisträger der Stadt Siegen wird Toronis Werk als wegweisend für das europäische Kunstschaffen geehrt. Das Preisgeld scheint in diesem Zusammenhang unbedeutend. Der Preis ist mit 5200 Euro dotiert und wird in einer Festsitzung des Rates der Stadt Siegen vergeben. Zeitgleich wird eine Ausstellung des Künstlers im Museum für Gegenwartskunst in der Universitäts-Stadt Siegen eröffnet.

Unser Sammler-Tipp 2017: Niele Toroni