Mittwoch, 17. Dezember 2014

Ein Kamel auf der Wiesn. "Walk-Act" der französischen Compagnie Paris Bénarès aus Nantes

Ein Kamel auf dem Tollwood-Winterfestival


Das Kamel auf der Theresienwiese entdeckt die Bavaria im Sonnenuntergang, Foto: Helga Waess

Ein äußerst bemerkenswerter Walk-Act.


Das Tier durchstreift mit seinem Reiter das Tollwoodgelände und schaut um jede Ecke. Kinder steigen auf die Schultern ihrer Väter, um einmal den Kopf des treu blinzelnden Tieres zu streicheln.

Die Strassen-Theatergruppe Compagnie Paris Bénarès


Die Theatergruppe ist mit Kamel aus Nantes angereist. Wir haben ihren Besuch auf der Theresienwiese in München am dritten Adventssamstag beobachtet.
Auf unserem Foto entdeckt das Kamel die Bavaria.
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Dienstag, 16. Dezember 2014

Georg Urban - 66 Jahre Kunsthandel im Herzen Münchens

Sammelleidenschaft und Liebe zur Kunst 

Ein Interview mit dem Kunsthändler Georg Urban


In diesem Jahr feierte der Kunsthändler Georg Urban sein 66-jähriges Berufsjubiläum. Seit nunmehr fast 67 Jahren ist der Spezialist für Skulpturen von der Gotik bis zur Barockzeit (13.-18. Jahrhundert) immer noch für Sammler, Museen und Kollegen eine gute Adresse. Seine Skulpturen wurden über zahlreiche Kunstmessen, an welchen das Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte immer wieder teilnahm, einem größeren Sammlerkreis bekannt. Die Herkunft „Georg Urban, München“ findet sich als Provenienz in vielen bedeutenden Sammlungen weltweit. 
von Dr. Helga Wäß 

Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk steht Georg Urban mit 86 Jahren selbst noch jeden Tag von morgens um 10 bis abends um 18 Uhr in seinem Ladengeschäft, das wie ein barockes Schatzkästchen anmutet. Er besucht Sammler oder Klöster persönlich, berät auch am Wochenende und nahm bis Oktober 2008 auch noch an internationalen Messen sowie der Kunstmesse „Munich Highlights“ teil.
Wir trafen Ihn in seinem Ladengeschäft an der Rückseite des Hotels Bayerischer Hof in München.

Herr Urban, wie kamen Sie zur Kunst? 

In meiner Heimat bin ich schon als Kind mit meiner Großmutter zum Gartlberg hinauf gestiegen. Das ist eine Wallfahrtskirche oberhalb von Pfarrkirchen. Dort bin ich aufgewachsen. In dieer Kirche habe diese wunderschönen Altäre bestaunt. Und von da an hat mich die sakrale Skulptur fasziniert. 

Warum begeistern Sie sich für Kunst?

Weil all diese Skulpturen, Engel, Madonnen und Heilige von den Künstlern ja nicht nur als reines Schnitzwerk gearbeitet wurden, sondern jeder Bildhauer brauchte auch Religiösität. Er brauchte den Geist, um das Bild des göttlichen mit dem menschlichen zu verbinden. 
Ich bin ein Händler, der die Kunstwerke nicht nur als Ware anschaut, sondern auch die Seele erfühlt. Mit jener Seele, die der Bildhauer in seiner Zeit in seine Werke legte.

Wann und wo haben Sie Ihren Kunsthandel gegründet?

Es war im Frühjahr vor 66 Jahren, kurz nach der Währungsreform, in meiner Heimatstadt Pfarrkirchen. Ich war damals 20 Jahre alt.

Warum haben Sie den Schwerpunkt auf Antiquitäten gelegt? 

Ich habe meinen Schwerpunkt auf Skulpturen gelegt, weil jedes Kunstwerk etwas einmaliges in sich trägt. Wenn ich eine Skulptur berühre oder ansehe, spüre ich schon den Geist des Künstlers. Das war immer schon so. 
Es ist fast ein Geschenk des Himmels, dass ich in meiner ganzen Händlerschaft nicht einmal ein Stückerl gekauft hab, das nicht aus der Zeit war.  

Was fasziniert Sie an der christlichen Kunst beziehungsweise an den Objekten, mit denen Sie handeln?

Es ist immer wieder die Begabung der Künstler. 



Können Sie uns Beispiele nennen?

Ein wunderbarer Kauf waren drei Ignaz Günther Engel, zwei Mädchen und ein Junge, bei denen man sofort anhand des Ausdrucks und der ganzen Körperlichkeit fühlte, dass der Künstler hier vielleicht seine eigenen Kinder porträtierte. 

Einen Altar möchte ich auch noch erwähnen, den ich vor gut 30 Jahren in einem Auktionshaus im Keller gefunden habe. Ich wusste sofort, wo er herstammte: aus St. Pauls bei Eppan (Südtirol) aus dem Kronshof. Ich habe ihn direkt gekauft und dann dem Pfarrer von St. Pauls angeboten.  
Zur Besichtigung kamen hierfür 32 Obstbauern aus Südtirol angereist. Ich empfing Sie in meiner Wohnung zum Weißwurst-Essen. Sie waren ganz traurig, dass sie das Geld erst nicht aufbrachten. Gott sei dank war eine Kunsthistorikerin auch noch da. Sie kam vom Stadtmuseum in Bozen, das dann kaufte und wo der Altar heute ausgestellt wird. 


Eine schöne Geschichte. Ihre Augen leuchten!

Ja! Kunst hält jung. (Georg Urban lächelt)

So könnte ich ihnen tausende von Geschichten erzählen. Ich freue mich immer, dass jeder Kauf und Verkauf solch eine spannende Geschichte mit sich bringt und auch große Freude: für mich und den Kunden. Denn: Ich darf in jedes Haus rein, wo ich etwas gekauft habe und wo ich etwas verkauft habe. Ich habe zahlreiche Kunstwerke vor dem Verfall gerettet, die heute wieder in Kirchen und Museen zu bestaunen sind. 

Was verbindet Sie mit Ihren Kunden?

Ich bin für meine Kunden nicht nur Händler, sondern im Laufe der Jahre haben sich auch viele Freundschaften entwickelt; denn uns verbindet eine ganz große Gemeinsamkeit: die Sammelleidenschaft und die Liebe zur Kunst. 

Welche hier ausgestellte Skulptur liegt Ihnen zurzeit besonders am Herzen? 

Der Heilige Donatus ist eine wunderbare Skulptur. Es handelt sich hierbei um eine 2,30 m große Barockskulptur, die komplett aus Holz geschnitzt wurde und farbig gefasst ist. Solche Skulpturen standen als sogenannte "Schreinwächter" oben, sprich seitlich, auf den Hochaltären der Barockzeit.

(Während Georg Urban erzählt leuchten seine Augen und wir erleben eine fast jugendliche Leidenschaft.)

Der Künstler Witwer war in Prag als Schüler vom großen Egidius Braun und später in Wien, dann selbst als Meister tätig. Aus seiner Meisterhand stammen viele Schreinwächter in dieser Größe - die sich in Kirchen oder Museen finden. Im Katalog „Barock im Oberland“ hat Professor Koeberl den Künstler Witwer vorgestellt und weitere Großskulpturen abgebildet.



Der Heilige Donatus ist ein Wetterheiliger, der den Blitz fängt und in silberner Rüstung als Ritter mit Schwert auftritt?

Unser Donatus trägt eine Weißblaue Scherpe um die Lenden und einen weißblauen Federbusch auf dem Kopf. Letzteres spricht dafür, dass er in Bayern, daher die Landesfarben, zu lokalisieren ist. Hier wurden zahlreiche Kirchen und Klöster in Napoleonischer Zeit aufgehoben, geplündert oder zerstört, so dass es schwer ist diese Figur einer bestimmten Kirche beziehungsweise einem Altar zuzuordnen.

In der Zeit der Säkularisation wurden Kircheninventare samt Gemälden, Skulpturen und anderen Kunstwerken zerstört. Einige Stücke wurden von Privatleuten oder Geistlichen versteckt und dadurch gerettet.

In einem Museum dürfte solch ein außergewöhnliches Werk der Schnitzkunst besondere Aufmerksamkeit erregen?

Ja, das wäre mir ein Anliegen, solch seltene Skulpturen sollte man der Öffentlichkeit zugänglich machen. 

Herr Urban, vielen Dank für das Interview!




Tiere auf dem Tollwood-Winterfestival 2014 in München


Artgerechter Umgang mit "Lebe!wesen" 

Ein sonniger Adventssamstag auf der der Theresienwiese. Die Veranstalter sind zufrieden. Besucher schlendern, speisen, kaufen Weihnachtsgeschenke und lassen sich von Musik und Sonderveranstaltungen berieseln.

Tollwood-Winterfestival:
Eingang vom U-Bahnhof Theresienwiese
Foto: Helga Waess

Das Festival und der Tollwood-Weihnachtsmarkt geben das Motto vor. Was hier verzerrt oder erworben wird ist BIO zertifiziert , FAIR gehandelt und FREI von Gentechnik.


Unter dem Motto "Lebe!wesen" verweisen die Veranstalter des Tollwood-Winterfestivals auf der Theresienwiese auf artgerechte Tierhaltung und biologisch erzeugte Lebensmittel hin.

Devise auf dem Tollwood-Winterfestival und Markt,
 Foto: Helga Waess







Das ARME SCHWEIN von Gabor Miklos Szoke auf dem Tollwood-Winterfestival


Skulptur: "Armes Schwein" des
ungarischen Künstler Gabor Miklos Szoke,
Foto: Helga Waess
Beim Betreten des Tollwood Winterfestival-Geländes von der U-Bahnhaltestelle Theresienwiese aus sieht man in der Ferne bereits eine riesige rosa Skulptur. Ein "Armes Schwein" in einem 10 x 5 Meter großem Käfig. Installiert hat es der ungarischen Künstler Gabor Miklos Szoke.

Es ist eine riesen Sau, in einem viel zu engem Käfig: ein "Mahnmal für artgerechte Tierhaltung".




Und dann das: Ein Kamel - oder ein "CHAMÖH!" sucht ein Zuhause

Das Kamel auf der Wiesn, Foto: Helga Waess


Ein Kamel. Noch lagert es ganz ruhig am Boden.  Das Höckertier. Dann kommen ein paar Menschen und es erhebt sich. Kinder staunen. Erwachsene zücken ihre Foto-Mobils.

... dann fängt es an zu laufen.

Ein übergroßes hölzernes Kamel läuft über die Wiesn.





"Walk-Act" der französischen Compagnie Paris Bénarès aus Nantes


Ein äußerst bemerkenswerter Walk-Act. Das Tier durchstreift mit seinem Reiter das Tollwoodgelände und schaut um jede Ecke. Kinder steigen auf die Schultern ihrer Väter, um einmal den Kopf des treu blinzelnden Tieres zu streicheln.

Die Sraßentheatergruppe Compagnie Paris Bénarès ist mit Kamel aus Nantes angereist. 

Wir haben ihren Besuch auf der Theresienwiese in München am dritten Adventssamstag beobachtet.
Das Kamel aus Frankreich, Es blinzelt,
 Foto: Helga Waess



10 Personen schieben und steuern das hölzerne Kamel,
 Foto: Helga Waess


Auf  Rollen mit Zugmechanik und ferngesteuert
Foto: Helga Waess

Der Sonne entgegen! Das Kamel entdeckt die Bavaria,
 Foto: Helga Waess

Wüstenstimmung im Dezember, Foto: Helga Waess







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Sonntag, 14. Dezember 2014

Andreas Feininger. Klassiker der Photogeschichte in der Münchner Galerie Stephen Hoffman

Andreas Feininger (1906-1999) 

Vintages und signierte Originalphotographien


Andreas Feininger in der Galerie Stephen Hoffman in München


Bedeutende Arbeiten von Andreas Feininger, so genannte Klassiker der Photographie-Geschichte, werden zurzeit in München, in der Galerie Stephen Hoffman ausgestellt. Unter anderem jene New York-Bilder, die jeder kennt und die unser aller Bildgedächtnis dieser Metropole prägten.

Der Galerist Stephen Hoffman widmet dem Meister der Photographie die Ausstellung „Andreas Feininger (1906-1999). Vintages und signierte Originalphotographien“. Feininger-Ikonen der Photokunst werden noch bis zum 24. Januar 2015 in München, in der GALERIE STEPHEN HOFFMAN zu sehen sein.



GALERIE STEPHEN HOFFMAN
Fine Art Photography
Prannerstr. 5
80333 München
tel +49 89 255-40-844

Die Galerie Stephen Hoffman 

wurde 2002 in der Prannerstrasse (Rückseite Hotel „Bayerischer Hof“) in München gegründet. Als international anerkannter Kunsthändler für Photographie, hat sich
Stephen Hoffman auf die Meister der klassischen Photographie des 20. Jahrhundert spezialisiert. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Galeriearbeit ist die internationale Modern und Contemporary Photography.

INFO-KASTEN ZU ANDREAS FEININGER

Andreas Feiningers Fotos von New York gelten heute weltweit als Ikonen der Photogeschichte: Feiningers Architekturphotographien haben das weltweite Bild New Yorks in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt. Der Photograph war einer der ersten und künstlerisch anspruchsvollsten Photographen des renommierten LIFE-Magazins. 
Er war der Sohn des Bauhauslehrers Lyonel Feininger, hatte am Bauhaus in Dessau und an der Bauschule Zerbst studiert und als Architekt in Deutschland gearbeitet, bevor er im Jahr 1939 nach Amerika emigrierte. Dort war Andreas zunächst freier Photograph und Bildreporter, bis er ab 1943 als fester Redaktions-Photograph beim LIFE-Magazin begann.
Zusammen mit Alfred Eisenstaedt oder Horst Capa revolutionierte Andreas Feininger beim LIFE-Magazin das Photographische Gedächtnis. Seine Bilder brauchten Doppelseiten – weil das menschliche Augenpaar ja „parallel“ wahrnehme. Seine Sprache waren die Bilder.

Samstag, 29. November 2014

Ein Weihnachts-Bauerndorf im Kaiserhof der Residenz

Weihnachtsbauerndorf im Kaiserhof zu München


Im Kaiserhof der Residenz wurde für die Adventszeit ein komplettes Dorf mit Alpenhütten im Steindekor und mit echten Schindeldächern aufgebaut. In den Hütten werden alte Handwerkskünste vorgeführt und handwerkliche Produkte zum Kauf angeboten.

von Helga Waess

Durch das Dorf weht der Duft von Glühwein und allerlei Leckereien.

Zum Weihnachtsdorf im Kaiserhof der Residenz in München, Foto: Helga Waess

Live-Musik


Auf einer Bühne treten in der Adventszeit täglich viele Sänger und Musikgruppen auf. Im Programm finden sich die Tegernseer, die Rieder Alphornbläser, Adi Stahuber mit seiner Isartaler Blasmusik, Angela Wiedl und am 1. Advent tritt ein Gospelchor auf. (Sonntag, 30.11.14, 16.00 Uhr, Sunshine-Gospels)

Sprechende Figuren erzählen die Märchen der Gebrüder Grimm, Foto: Helga Waess


Unterm Glockenturm findet sich eine lebensgroße Krippe, daneben der beliebte Märchenwald mit seinen sprechenden Figuren und jeden Dienstag und Freitag gibt es ein Kasperltheater für die Kleinen.  

Zum Märchenwald, Foto: Helga Waess

Am 5. und 6. Dezember um 17 Uhr kommt der Nikolaus


Es gibt einen 200 Jahre alten Schlitten mit einem Rentier-Gespann und einem Nikolaus, in dem können sich Familien kostenlos foto-grafieren.

Und probieren sollte man unbedingt: Baum-striezel, Flammkuchen, Kartoffel-Spezialitäten, Crepes, Debreziner im Bierteig, Fleischspieß, Rahmfleckerl, Bratwurst-Spezialitäten (ein hal-ber Meter Bratwurst, Riesenfeuerwurst), Weih-nachtsschinken, Krautkrapfen, Käsekrainer, Rollbraten, Schnitzelsemmel und Steaks, heiße Maroni, Kaffee und Teespezialitäten, Eierpunsch, Glühwein, Schnäpse, Feuerzangenbowle, Trockenobst, gebrannte Mandeln, Stollen, Früchtebrot, glasierte Früchte und leckere Süßwaren.

Link zur Homepage mit dem Programm des Weihnachtsdorfes in der Residenz


Das Weihnachtsdorf im Kaiserhof der Residenz
Direkt am Odeonsplatz
In der Zeit vom 24.11. bis 22.12.2014
Täglich geöffnet von 11.00 Uhr bis 21.00 Uhr
(am 22.12. schließt der Weihnachtsmarkt um 20.00 Uhr)




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Tollwood Winterfestival auf der Theresienwiese in München

Das Tollwood Winterfestival in München


Der Markt der Ideen, wie der Tollwood-Weihnachtsmarkt genannt wird, kann bis zum 23. Dezember besucht werden.

Tollwood-Zelt, Foto: Helga Waess

Das diesjährige Beleuchtungs-Farbspiel rund um die Zelte ist beeindruckend



Tollwood Winterfestival gesehen vom Ausgang
U-Bahnhaltestelle Theresienwiese,
Foto: HelgaWaess


Markt der Ideen setzt auf Nachhaltigkeit


Tollwood Winterfestival setzt auf Nachhaltigkeit,
Foto: Helga Waess


Der Markt der Ideen ist über die U-Bahn-haltestelle Theresienwiese zu erreichen. 

Öffnungszeiten:

  • Am Wochenende beginnt der Tollwood-Markt um 11 Uhr
  • Öffnungszeiten (Zelte): Montag bis Freitag, ab 14 Uhr und 23:30 Uhr
  • Die Gastronomie schließt um 24 Uhr
  • Die Tief-im-Wald-Bar hat am längsten geöffnet: bis 1 Uhr


Silvestergala mit Akrobatik und Menü 


Ein faszinierendes Programm mit der Varieté-Show "Limbo" im Spiegel-Zelt wird die Gäste unterhalten. 


LIMBO-Zelt, Foto: Helga Waess

Limbo-Silvestergala 2014/2015

München trifft sich 31.12.2014 auf der Limbo-Silvestergala 2014/2015 bei der Caveman-Silvestershow oder mit Livemusik und DJ-Klängen in einem der anderen Zelte. Aber nicht vergessen: rechtzeitig die Karten sichern. Das große Feuerwerk rund um die Bavaria und ein Fünf-Gänge-Menü in Bio-Qualität sorgen für einen unvergesslichen Jahreswechsel. 


Der Markt der Ideen auf dem Tollwood Winterfestival 2014, Theresienwiese in München, Foto: Helga Wäß

100 % Schafwolle - nachhaltige Produkte beim Tollwood Winterfestival, Foto: Helga Waess

Feuerzangen Bowle, Foto Helga Waess

Geschenkgutscheine für ein Picknick an der Isar - gesehen auf dem Markt der Ideen, Tollwood Winterfestival in München,
Theresienwiese, Foto Helga Waess
Tollwood-Winterfestival: Eingang von der Bavariaseite, Foto: Helga Waess

Warm und bunt, Foto: Helga Waess

Asiatische Klang-Schalen und mehr, Foto: Helga Waess

Food und mehr, Foto: Helga Waess

Limbo-Zelt, Foto: Helga Waess

Bunt leuchtender Skulpturen-Winterwald auf der Oktoberfest-Wiese,
Foto: Helga Waess


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Donnerstag, 27. November 2014

Afrikanische Literatur, kulturelle Ignoranz und die „Stunde Null“ auf dem „schwarzen Kontinent“ - Janheinz Jahn

Jahns Reiseberichten über Westafrika.


Man könnte Janheinz Jahn (1918 - 1973) als den Grimm Afrikas bezeichnen. Denn, wie die Gebrüder Grimm im Kassler Raum so war Jahn seit Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts in Afrika unterwegs. Er sammelte dort Gedichte- und Geschichten. Jahn war Übersetzer und Vermittler der Afrikanischen Literatur, als diese in Europa noch niemand wahrnahm.
Janheinz Jan sammelte und bewahrte das Gedächtnis der Stämme Westafrikas und verbreitete durch seine Schriften das Wissen über diese "unbekannten" Kulturen. (Literaturliste: siehe unten) Seine Reisen durch Nigeria und Dahome im übervollen Mammy-Bus, zu Fuß oder mit dem Zug sind legendär.

Jahn, Janheinz, 
DURCH AFRIKANISCHE TÜREN. 
Erlebnisse und Begegnungen in Westafrika,
Frankfurt (Fischer) 1967.

Der weiße und der schwarze Orpheus“ - Jahn geht durch afrikanische Türen


Das Museum Fünf Kontinente veranstaltete am Freitag, den 28.11., eine Lesung aus Jahns autobiographischem Reisebericht.

Gemeinsam mit den Moderatoren Stefan Eisenhofer und Karin Sommer führte Wolfgang Bender zurück in das Westafrika in der Zeit des Aufbruchs - die1950/60er Jahre. Damals erhielten viele Afrika-nische Staaten ihre Unabhängigkeit.

Dokumentafilme über Westafrika in den 50er/60er Jahren


Die Türen zur Welt standen nach der Mitte des letzten Jahrhunderts offen und wurden noch weiter geöffnet: Afrika wurde der „Kontinent der unbegrenzten Möglichkeiten“. Der Schriftsteller Janheinz Jahn schilderte in seinem Reisebericht „Durch afrikanische Türen“ humorvoll und bunt: Afrika im Spiegel seiner Literaten. - Noch heute ein besonderes und lehrreiches Lesevergnügen! - Unter den Schriftstellern, die Jahn kennen lernte, war auch Léopold Sédar Senghor, der spätere Präsident des Senegal. Jahn erfuhr durch Senghor mehr über die Dichtung der Négritude. Durch Jahns berühmtem Sammelband „Der schwarze Orpheus“ wurde die Dichtkunst des unbekannten Kontinents erlebbar.

Jahn setzte sich an den Tisch der Einheimischen


Jahn setzte sich an den Tisch der Einheimischen, aß und wohnte mit ihnen in Hütten oder auch in den Wohnhäusern des so genannten Mittelstands. Er mied Hotels. Das wahre Leben lerne er nur kennen, so Jahn, wenn er mit den Afrikanern lebe. Lebensart, Kleidung, Traditionen, Stammeskulturen und die Veränderungen der Politik am Ende der Kolonialzeit wurden seine Themen.

Wolfgang Bender erinnert sich an Janheinz Jahn


Der Afrikaforscher Wolfgang Bender erinnerte im Museum Fünf Kontinente an Jahn, den er noch persönlich gekannt hat. Wie Jahn ist auch er immer wieder nach Afrika, genauer Nigeria gereist und hat sich dort mit der populären Kunst, Musik und Literatur vertraut gemacht.

Zur Person: Wolfgang Bender 

Wolfgang Bender lehrte als Professor an der Universität Mainz und war Mitbegründer und Gründungs-Direkter des Center for Worldmusic an der Universität Hildesheim. Heute ist er als Honorarprofessor am Iwalewa-Hauses, dem renommierten Afrika-Zentrum in Bayreuth, das er zusammen mit Uli Beier, ebenfalls Weggefährte Janheinz Jahns, in den 1980er Jahren gründete.

28.11. fand die Lesung aus Jahns autobiographischem Reisebericht statt!


LOCATION: 
Museum Fünf Kontinente, München, Foto: Helga Wäß

Maximilianstraße 42
80538 München
T +49 (89) 210 136 100


NACHLASS JANHEINZ JAHN in Berlin

Wer mehr über die ethnologische Arbeit Jahns erfahren möchte, findet den NACHLASS JAHN in Berlin.
„Das Nachlassmaterial wurde bereits sorgfältig gesichtet, archivarisch aufgearbeitet und in den Katalog des HUB-internen OPAC eingespeist.“ (vgl. https://www.asaf.hu-berlin.de/afrika/literatur-und-kultur/projekte/jahn)


Lyrik aus Afrika und dem karibischen Raum

Einen einzigartigen Schatz mit Literaturen in über 80 Sprachen der anglo- und frankophonen Lyrik aus Afrika und dem karibischen Raum findet man in der "Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen" am Institut für Ethnologie und Afrikastudien in Mainz.
Link zur Jahn-Bibliothek in Mainz. 


PUBLIKATIONEN DES AFRIKAFORSCHERS JANHEINZ JAHN
  • Jahn, Janheinz, DURCH AFRIKANISCHE TÜREN. Erlebnisse und Begegnungen in Westafrika.
  • Frankfurt, Fischer 1967.
  • Jahn, Janheinz, 1954: Schwarzer Orpheus. Moderne Dichtung afrikanischer Völker beider Hemisphären. München: Carl Hanser.
  • Jahn, Janheinz, 1954: "Verblüffende Wirkung eines Lyrikbandes: 600 Briefe an die Neger aller Kontinente". Die Welt, 25. November.
  • Jahn, Janheinz, 1958: Muntu: Umrisse der neoafrikanischen Kultur. Düsseldorf: Eugen Diederichs.
  • Jahn, Janheinz, 1965: Die neoafrikanische Literatur: Gesamtbibliographie von den Anfängen bis zur Gegenwart. Düsseldorf: Eugen Diederichs.
  • Jahn, Janheinz, 1966: Geschichte der neoafrikanischen Literatur: Eine Einführung. Düsseldorf: Eugen Diederichs.
  • Jahn, Janheinz, 1968: "Meine erste Begegnung mit Senghor". Darmstädter Echo, 20. September.
  • Jahn, Janheinz und Claus Peter Dressler, 1971: Bibliography of Creative African Writing. Nendeln, Liechtenstein: Kraus Reprint.
  • Jahn, Janheinz, Ulla Schild und Almut Nordmann, 1972: Who's Who in African Literature. Biographies, Works, Commentaries. Tübingen: Horst Erdmann.

Weitere Publikationen von und über Janheinz Jahn sind im OPAC der Deutschen Nationalbibliothek verzeichnet.
DHW - hier der Link Homepage der Autorin