Donnerstag, 19. November 2015

Sebastiao Salgado Genesis Buchempfehlung

Dokumentarfotografie - aus unserer Bibliothek 

GENESIS. Sebastião Salgado  

Der Dokumentarfotograf und sein Großprojekt Genesis 

Aus unserer Bibliothek möchten wir heute das Buch "Sebastião Salgado. Genesis" - erschienen bei Taschen - vorstellen.  Lélia Wanick Salgado, die Frau des Fotografen, tritt hier als Autorin auf. Auf über 500 Seiten folgt der Leser der Reise des brasilianischen Natur-Fotografen Sebastião Salgado. Viele Aufnahmen kennt man aus "Das Salz der Erde" von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado, dem Sohn des Profi-Fotografen Sebastião. Der Film lief im Herbst 2014 weltweit in den Kinos. In dem Buch "Genesis" erfasst Salgado Orte dieser Erde, die erscheinen, als wäre der Mensch noch nie hier gewesen. In faszinierenden Aufnahmen zeigt er eine großartige, eine ursprüngliche und doch zerbrechliche Welt.

von Helga Waess


Was treibt den Dokumentarfotografen Sebastião Salgado an?

Nach einem klassischen Beruf in der Wirtschaft fing Salgado spät - mit 30 Jahren - an zu fotografieren. Er merkte gleich, das war sein Metier. Er arbeitet für verschiedene Fotoagenturen wie Magnum Photos. Und es war Ende der 90er Jahre als ihn die Migrationsbewegungen der Menschheit des Erdballs so vereinnahmten, dass er sein erstes Langzeit-Foto-Projekt startete. Mit den Projekten Arbeiter von 1993 und Migranten von 2000 dokumentiert der Fotograf das langsame verschwinden handwerklicher Berufe und die Wanderbewegung ganzer Völker. 

Instituto Terra und  Amazonas images

In die 90er Jahre datiert auch das Umweltprojekt des Künstlers und die Gründung der Umweltorganisation Instituto Terra. Salgado ließ ein Stück Regenwald wieder aufforsten, wodurch das Klima in der Region nachweislich wieder verbessert wurde. Er zeigte damit, was ein Einzelner mit genügend Mitteln und einem festen Willen erreichen kann. Das renaturierte Terrain schenkte der Fotograf dem Brasilianischen Staat als Naturschutzgebiet. Das Instituto Terra setzt sich unter anderem für die Renaturierung des Regenwaldes ein.

Im Jahr 1994 gründeten Lélia Wanick Salgado und Sebastião Salgado ihre eigenen Fotoagentur, die Organisation Amazonas images. Hier werden ausschließlich Aufnahmen von Salgado verwaltet. Der Dokumentarfotograf hat inzwischen über 100 Länder bereist und beeindruckende Aufnahmen mitgebracht. Eine Wanderausstellung ist gerade in München zu sehen.


GENESIS von Sebastião Salgado


In dem Buch "Genesis", das im Taschenverlag erschienen ist, nimmt Sebastião Salgado uns mit auf die Reise. Das Großprojekt GENESIS dauerte insgesamt neun Jahre. Von 2004 an bereiste der Dokumentarfotograf großartige, einsame und außergewöhnliche Orte der Erde. Immer auf der Suche nach dem Unberührten, nach dem Ursprünglichen. 

Pinguinwanderung auf der Antarktischen Halbinsel 


Sebastião Salgado findet im Süden der Erde zum Beispiel Deception Island. Es liegt am Ende der Antarktischen Halbinsel. Im Katalog-Beiblatt heißt es: 
"... man das starke Gefühl, auf einem anderen Planeten gelandet zu sein. Die Insel bildet einen fast geschlossenen Ring mit einer engen Zufahrt (Neptune's Bellows oder Neptuns Blasebalg) zu einer zwölf Kilometer langen, ovalen Bucht, die beim Einsturz eines Vulkans entstand. .... (auf dem zugehörigem Foto sehen wir [d. Verf.]) ...  die Pinguinkolonie am Bailey Head an der östlichsten Außenseite der Insel, die nur durch das Übersteigen eines 582 Meter hohen Bergrückens zu erreichen ist. Die schwarz-weiß gesprenkelten Hänge des Kraters sind von einem Gletscher bedeckt, der immer wieder von Felsen durchzogen ist, was die Klettertour zu einer halsbrecherischen Angelegenheit macht. An manchen Stellen rutscht der Boden nach unten wie Lava. Wenn man dann auf der anderen Seite des Kamms angelangt ist, hat man noch eine sieben Kilometer lange Wanderung vor sich, bis die außergewöhnliche Kolonie von Hunderttausenden von Zügelpinguinen (Pygocelis antartica) erreicht ist." 
(Zitat: Vgl. Sebastião Salgado, Genesis, 2013, Begleitheft des Buches, Seite 6, IM SÜDEN DER ERDE,  Abbildung der Fotografie auf Seite 86 [ISBN 978-3836542593 ])

Hier war der Fotograf zwei Monate - im Januar und Februar 2005 -, um auf der Antarktischen Halbinsel diese wunderbaren Aufnahmen einzufangen.

"Genesis" ist ein Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt und staunt. Über 500 Seiten übervoll mit Fotografien. Wer den Film "Das Salz der Erde" gesehen hat, wird die Faszination des Augenblicks in diesen Dokumentarfotos immer wieder erleben. 

Das Buch 


  • Sebastião Salgado (Fotograf) und Lélia Wanick Salgado und Irina Bokova (Texte), Genesis, 2013,  [ISBN 978-3836542593 ])

Wo bekommt man das Buch?




Zu der Münchner Salgado-Ausstellung in der Galerie Stephen Hoffmann hier ein Link zu unserem Blogbeitrag "Sebastião Salgado - Naturphilosoph mit Leica"