Dienstag, 18. August 2015

Stadtmuseum München Kinderprogramm

Moskau gewährt Goldproben der Grabbeigaben aus Sachsen-Anhalt

Das Fürstengrab aus dem der Goldschatz stammt, könnte mit der Himmelsscheibe von Nebra in Zusammenhang stehen


Wie die Deutsche Presseagentur gemeldet hat, haben Archäologen in einem bekannten Grabhügel in Sachsen-Anhalt bei Nachgrabungen ein Fürstengrab entdeckt. Goldfunde aus der circa 3900 Jahre alten Grabkammer werden zur Gold-Analyse vorbereitet. Das Fürstengrab steht vermutlich im Zusammenhang mit dem einst in Sachsen-Anhalt gefundenen Goldschmuck, der nun chemisch analysiert wird. Es handelt sich hierbei um 4 Armbänder und ein Beil. 5 von 13 dokumentierten Fundstücken des 19. Jahrhunderts. Dabei handelt es sich um Grabbeigaben aus masivem Gold, dessen Legierung es zu analysieren gilt.


von Helga Wäß


Das Herrschergrab von Sachsen-Anhalt und die Himmelsscheibe von Nebra


Landesarchäologe Harald Meller teilte mit, dass es sich bei dem Grab, aus dem der Schatz kommt, um ein Fürstengrab handelt. Aus diesem Herrschergrab könnte auch die Himmelsscheibe von Nebra stammen - sie könnte zumindest mit dem hier geehrten Fürsten in Verbindung stehen. 



Die Himmelsscheibe von Nebra zeigt die allererste bekannte Darstellung des Sternenhimmels


Die im Jahr 1999 bei Raub-Grabungen entdeckte Himmelsdarstellung kam im Jahr 2002 in staatlichen Besitz und wird seit 2008 im Landesmuseum in Halle verwahrt. Hier zwei weiterführende Links zur Goldscheibe mit Himmelsdarstellung von Nebra:



Wissenschaftliche Gewissheit über den Goldvergleich für 2016 erwartet


Gespannt wartet man auf die Goldanalyse und den Vergleich, der spätestens 2016 abgeschlossen sein wird. Harald Meller ist seit 2004 Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Der Honorarprofessor für die "Archäologie Europas" an der Marti-Luther-Universität Halle-Wittenberg, betreut die aktuellen Untersuchungen der Funde aus dem "Bornhöck" bei Dieskau im Saalekreis.

 "Sollte die Zusammensetzung des Goldes identisch mit dem der Himmelsscheibe sein, ist der komplette Beweis erbracht", so Meller.

Der Goldschatz wird seit 1945 in Moskau verwahrt


Es handelt sich bei dem Grab aus dem die Untersuchungsstücke stammen, um einen Hügel im einstigen Braunkohleabbaugebiet, weshalb der Grabhügel schon ziemlich abgetragen wurde. Einst hatte das Hügelgrab einen Durchmesser von über 60 Metern und eine Höhe von circa 20 Metern.

Bereits im Jahr 1874 waren Grabbeigaben von hier aus verkauft worden. Darunter auch ein Goldschatz mit vier Armringen und einem Beil. Dieser Schatz wurde bis 1945 in den Staatlichen Museen zu Berlin verwahrt. Die aufschlussreichen Fundstücke, liegen im Puschkin-Museum in Moskau.

Das Puschkin-Museum genehmigte die Probenentnahme


Nun ist es endlich soweit, der Landesarchäologe Harald Meller durfte Gold-Proben für den Vergleich mit der Himmelsscheibe von Nebra entnehmen lassen.

Der Grabhügel "Bornhöck" ist der Archäologie lange bekannt


Zum Schutz gegen Raub-Grabungen war die Grabungstätte einst mit riesigen, tonnenschweren Steinblöcken abgedeckt worden. Für Nachgrabungen, die im Juli 2014 begannen und bis Mai diesen Jahres andauerten, wurden die Steinplatten entfernt. Dabei entdeckte man die beiden Grabkammern. Es wäre eine Sensation, wenn das Fürstengrab mit der Himmelsscheibe von Nebra in Zusammenhang stünde.

Was man zum Fürstengrab sagen kann


Das freigelegte Herrschergrab stammt aus der Zeit von vor 3.800 bis 3.900 Jahren. Es war für einen reichen Fürst errichtet worden.
Frühere Funde (siehe oben), Ausgrabungs-Dokumentationen und Listen belegen diesen Reichtum. Sie weisen auch auf einen aktiven Fernhandel nach Norden und Süden hin.

Das einstige Grab bestand aus 2 Kammern, die allerdings beide leer waren. Nach oben schloss die fürstliche Grabkammer dachartig ab. Seitlich wurden massive Eichenbohlen gefunden. Darüber hatte man tonnenweise Erde aufgehäuft. Den Grabhügel. 
Auch in diesem Erdreich fanden die Archäologen Knochenreste und Tonreste, die auf eine noch ältere bronzezeitliche Siedlung hinweisen.
Entdeckt wurden ferner Steinschlagplätze, Trampelwege und Fahrspuren, die auf die Bauarbeiten an dem Fürstengrab hinweisen.




DHW - hier der Link Homepage der Autorin

Freitag, 14. August 2015

Sommerkonzerte Viktualienmarkt Cocco Moser

Bis 30. August: Sommerkonzerte "á la carte" in der Heilig Geist Kirche am Viktualienmarkt

Täglich ein Konzert für Harfe und Orgel/Cembalo 


Eingang zur Heilig-Geist-Kirche,
Foto: Helga Waess


Jeden Abend im August darf man im Zentrum Münchens ab 20 Uhr von den Anstrengungen des Tages einfach mal abschalten, wenn im kühlen Kirchenraum von Heilig Geist am Viktualienmarkt ein Konzert "á la carte" gespielt wird. 

Sarah Cocco lässt an jedem Abend ihre Harfe erklingen und Stefan Moser die Orgel oder das Cembalo. 

Was an jedem Abend gespielt wird, das entscheiden die Besucher bis spätestens fünf Minuten vor Konzert-Beginn.

von Helga Waess


Eintritt frei! - Spenden für die Kindertafel Glockenbach e. V. erbeten

Der Veranstalter bittet um Spenden zwischen 5 und 10 Euro, die dann der Kindertafel Glockenbach e. V. zu Gute kommen. Hier ein Link zur Kindertafel Glockenbach e. V., einer Hilfsorganisation für Kinder im gesamten Stadtgebiet von München.



Heilig Geist Kirche am Viktualienmarkt in München,
Foto: Helga Waess

Klassische Musik nach Auswahlliste - eben "á la carte"

Am Eingangsportal von Heilig Geist liegt ein Programm mit Komponisten von Bach bis Mozart oder Dupré aus. Es gibt insgesamt 6 Kategorien, die zur Auswahl stehen.


Ankündigung der Sommerkonzerte "á la carte" über dem
Eingang zur Heilig Geist Kirche in München,
Foto: Helga Waess


Hier die Listen der Komponisten für die abendlichen Sommerkonzerte


Insgesamt gibt es drei Auswahllisten (rot, grün, blau) und an jeden Tag darf aus einer anderen Liste gewählt werden.

Wahlliste rot:

J. S. Bach, Gounod, V. Lübeck, D. Buxtehude, N. Bruhns, W. A. Mozart, A. Vivaldi, E. Grieg, S. Barbar, E. Lemare, G. F. Händel, A. Guilmand, M. Dupré, J. S. Bach

Wahlliste grün:

F.-J. Nadermann, M. Mchedelov , E. Walter-Küne, L. Spohr, C. Saint-Saens, G. Caramiello, C. Salzedo, A. Hasselmans, A. Zabel, E. Parish-Alvars, G. Fauré

Wahlliste blau:

J. S. Bach, F. Schubert , G. F. Händel, A. Vivaldi, W. A. Mozart, A. Vivaldi, W. A. Mozart, B. Koelewjin, C. Franck, S. Scheidt, C. H. Widor, L. Vierne

Die genannten Komponisten werden jeweils mit anderen Stücken aufgeführt. Man könnte folglich bis zum 30. August noch 18 verschieden Konzerte hören. Denn: die Besucher dürfen wählen. Sie kreuzen einfach ihre Favoriten an und die sechs am häufigsten gewählten Werke werden zum Besten gegeben. "Á la carte" eben!

Bei Konzert-Beginn, um 20 Uhr, wird das endgültige Programm bekannt gegeben

Wie wäre es am 14. August mit J. S. Bach "Dorische Toccata d-moll", danach von Vivaldi der "Winter" (2. Satz) - bestimmt sehr erfrischend - und am fortgeschrittenen Abend E. Griegs "Morgendämmerung".

Schnell vergisst man die Hitze des Tages


Der Klang in diesem Kirchenraum, das Ambiente und die famos vorgetragenen Stücke sorgen für ein Wohlbefinden im Einklang mit der Musik.


Harfe à la carte - Sa 15.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - So 16.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Mo 17.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Di 18.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Do 20.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Fr 21.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Sa 22.8., 20.00 Uhr
Harfe à la carte - So 23.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Mo 24.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Di 25.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Mi 26.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Do 27.8., 20.00 Uhr
Orgel à la carte - Fr 28.8., 20.00 Uhr
Konzertabend - Sa 29.8., 20.00 Uhr
Konzertabend - So 30.8., 20.00 Uhr

Hier ein Link zur Homepage der Heilig Geist Kirche mit Veranstaltungsprogramm

Das Plakat zu den Sommerkonzerten in der Heilig Geist Kirche am Viktualienmarkt,
Foto: Helga Waess

DHW - hier der Link Homepage der Autorin

Donnerstag, 13. August 2015

Picasso Madrid Kulturgutschutzgesetz

Picasso wieder in Spanien

Kulturgüterschutzgesetz 

KOPF EINES JUNGEN MÄDCHENS/„Mädchenbüste mit Zöpfen“ ist "Spanisches Kulturgut"


Es ist eine aufregende Picasso-Aktion gewesen. Der Spanischen Regierung ging es darum Kulturgut zu schützen, als sie im Mai diesen Jahres endgültig die Ausfuhr verweigerte. Das Gemälde „Mädchenbüste mit Zöpfen“ (WVZ Werkverzeichnisnummer  1395 – siehe unten), dessen Wert auf 25 Millionen Euro geschätzt wird, verließ Ende Juli dennoch Spanien und dies, obwohl der spanische Staat es unter das Kulturgutschutzgesetz gestellt hatte. (Abbildung des Gemäldes in der FAZ unter diesem Link). Als spanisches Kulturgut hätte der Besitzer, ein bekannter Bankier, es nicht außer Landes bringen dürfen. Doch er stellte in Korsika erneut einen Antrag auf Ausfuhr.

von Helga Waess
Werkverzeichnis „Picasso. Kindheit und Jugend eines Genies. 1881-1907“
von Josep Palau i Fabre [hier: 2. deutsche Ausgabe,
(Könemann Verlags GmbH) Bonn 1998] 

Pablo Picasso „Mädchenbüste mit Zöpfen“, Paris Herbst-Winter 1906


Der Maler Pablo Picasso (1881 bis 1973) hatte den „Kopf eines jungen Mädchens“ im Jahr 1906 gemalt. Im Werkverzeichnis „Picasso. Kindheit und Jugend eines Genies. 1881-1907“ von Picassos Freund Josep Palau i Fabre [hier: 2. deutsche Ausgabe, (Könemann Verlags GmbH) Bonn 1998] wird das Gemälde in schwarzweiß gezeigt und unter der (WVZ) Werkverzeichnisnummer 1395 auf Seite 481 abgebildet. Hier betitelt als „Mädchenbüste mit Zöpfen“, Paris Herbst-Winter 1906.

Es ist das Jahr in dem Picasso das bekannte Porträt von Gertrude Stein in Paris malt. Picasso arbeitet in seinem Atelier in Paris. Seine Arbeiten zeigen eine immer stärkere Reduzierung der Farbe und Formen. Zeigt er in dem beschlagnahmten Gemälde (WVZ-Nr. 1395) noch Pupillen so werden diese in weiteren Werken immer weiter verschwimmen, bis nur noch schwarze, tiefgründige Höhlen bleiben.

Picasso ist hier auf dem Weg in den Kubismus


Und Picasso ist im Herbst 1906 bereits auf dem Weg zu seinen berühmten „Demoiselles d'Avignon“. Der Naturalismus, welcher im beschlagnahmten Werk zu finden ist, wird immer weiter verschwinden und den archaischen Formen weichen. Dieses Mädchenbildnis zeigt eine kleinen Schritt des großen Malers hin zum Kubismus.

Picasso und die Yacht des Bankiers


Auf einer Yacht sollte das Gemälde außer Landes gebracht werden, obwohl es keine Ausfuhrgenehmigung gab. Keine geringere Institution als das Kulturministerium in Madrid hatte diese verweigert. Auch das Argument, dass dieses Werk gar nicht in Spanien gemalt worden sei, zog nicht.

Seit 1977 gehört das Mädchen-Gemälde dem spanischen Bankier, der es seit Jahren auf seiner Yacht aufbewahre, hieß es. Ein erster Ausfuhrantrag wurde 2012 gestellt und abgelehnt. Der Antrag ging durch mehrere hochrichterliche, spanische Instanzen, bis es im Mai diesen Jahres hieß:

NEIN! Keine Ausfuhr, weil es auf spanischen Boden „kein vergleichbares“ Gemälde des großen spanischen Malers gäbe.

So hatte abschließend das oberste spanische Gericht entschieden.

Picasso sollte ursprünglich in London versteigert werden


Als das Gemälde jetzt in die Schweiz gebracht werden sollte, hatte der Besitzer in der Korsischen Stadt Bastia erneut eine Ausfuhrgenehmigung beantragt. Das Gemälde sollte ursprünglich in London versteigert werden. Es gab jedoch schon das endgültige NEIN zur Ausfuhr. Die Korsen alarmierten den Zoll und das Gemälde wurde beschlagnahmt.

Alle Gazetten berichteten von dem sensationellen Kunstschmuggel. Kurzzeitig wurde der Picasso beim französischen Zoll auf Korsika verwahrt. Wie der Französische Zoll über DPA der Presse mitteilte:

war das Gemälde am Dienstag an Spanien zurückgegeben worden. Beamte der Guardia Civil waren mit hohem Sicherheitsaufgebot nach Korsika geflogen, um das nationale Kulturgut zurückzuholen.

Nun wird der Kopf einer jungen Frau „Mädchenbüste mit Zöpfen“ von Pablo Picasso in Madrid, im Depot des Reina-Sofia-Museums, verwahrt, bis eine Entscheidung über die Zukunft des Mädchens getroffen wird.


KLEINER PRESSESPIEGEL ZUM SACHVERHALT:

Spanisches Kulturgut. Französischer Zoll beschlagnahmt Picasso-Gemälde






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Montag, 10. August 2015

Karlsruhe 300 Jahre Stadtgeburtstag

Savoir-vivre in der Badischen Fächerstadt Karlsruhe

300 Jahre Karlsruhe - Festivalsommer bis zum 27.09.2015


Seinen Namen hat die Stadt von Markgraf Karl Wilhelm, der Karlsruhe vor 300 Jahren als so genannte „Fächerstadt“ plante. Der Markgraf ließ im Jahr 1715 zunächst das Schloss planen und erbauen. In seiner Stadt sollte dieses prächtige Bauwerk das Zentrum bilden. Fächerartig ließ er alle Straßenzüge von hier ausstrahlen.

von Helga Waess
Plakat zum Stadtgeburtstag, Foto: Helga Waess

Neben der einzigartigen Schloss-Stadtanlage war es immer wieder auch das milde Klima, das die Reisenden begeisterte. Richard Wagner fand dieses in einem Brief an seine Frau sogar erwähnenswert

Karlsruhe ist sehr wohlfeil, angenehm und freundlich.“ 
Quelle: "KTG Karlsruhe Tourismus GmbH" – hier ein Link zur Homepage der KTG 



Karlsruhe in der Zeit von Johann Wolfgang von Goethe


Goethe besuchte seine Schwester in Karlsruhe nachweislich in den Jahren 1775, 1779 und 1815. In dieser Zeit entwickelte sich die Stadt zur Hauptstadt des Großherzogtums Baden. Goehte war Gast des Markgrafen und erwähnt ihn in einem Brief aus dem Jahr 1779:

Hier sind die Kinder schön und allerliebst, der Markgraf gefällig und unterhaltend, die Markgräfin gesprächig, der Erbprinz in seinen Augenbrauen retranchirt aber gutwillig, die Erbprinzen sehr passiv am Gängelbande der Frau Schwiegermama. …“ Quelle: "KTG Karlsruhe Tourismus GmbH" – hier ein Link zur Homepage der KTG 

Goethe verfasste in Karlsruhe unter einem Ginkgobaum im Zentrum des Botansichen Gartens 1815 das Gedicht Ginkgo Biloba für Marianne von Willemer.

Zum Stadtgründungsfest wehen die Fahnen in der Stadt Karlsruhe
Foto: Helga Waess

Warum entstand Karlsruhe vor 300 Jahren gerade an diesem Ort?


Manch einer mag sich wundern, das eine Stadt in Deutschland erst 300 Jahre alt ist. Karlsruhe existiert seit Markgraf Karl Wilhelm hier seine neue Residenz errichtete. 

Zuvor hatte er seinen Herrschaftssitz in Durlach, das heute einen östlichen Stadtteil von Karlsruhe bildet und sehr sehenswert ist.



Die römische Villa Rustica und die Residenz Durlach


Eine Ansiedlung gab es hier aber bereits seit dem Jahr 120 nach Christi. Der Stadtteil Durlach im Osten der Stadt steht über der römischen Villa Rustica.

Die Stadt Durlach wird bereits 1196 in den Urkunden der Staufer erwähnt. Seit 1219 übernahmen die Markgrafen von Baden die Herrschaft. Im Jahr 1565 bekommt der Ort herausragende Bedeutung, da Markgraf Karl der Zweite eine Residenz in Pforzheim aufgibt und nach Durlach geht. Er erweitert ein Jagd- und Lustschloss zur Durlacher Residenz und lässt diese prächtig ausstatten. 1689 wir das Schloß im Pfälzischen Erbfolgekrieg bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Durlach war der ursprüngliche Sitz des Markgrafen Karl von Baden-Durlach. Die Bevölkerung nennt Durlach die „Mutter“ und Karlsruhe die „Tochter“ ihrer Stadt. Es sollte unbedingt besucht werden. Die engen Gassen, der Marktplatz und der Schlossplatz vermitteln italienisches Flair. An einem lauen Sommer-Spätnachmittag, lässt es sich dort herrlich bummeln und Kultur, badische Küche und Ambiente sorgen für entspannte Stunden.
Sehenswert sind ferner
  • der Turmberg mit 280 m Höhe
  • die teilweise zerstörte Karlsburg (ab 1833 Kaserne)
  • der Marktplatz Durlach (täglich von 7.30 bis 14.00 markt.
  • der Basler Torturm (vermutlich aus dem 14. Jahrhundert)
  • und die Gasse „An der Stadtmauer“ - innerhalb der alten Stadtgrenze

300 Jahre – Stadtgründungsfest Karlsruhe

Nun existiert diese Stadt also schon 300 Jahre, das Klima ist immernoch freundlich, die Temperaturen im August mit bist zu 37 Grad allerdings gewöhnungsbedürftig. Aber die Stadtväter haben ein buntes Veranstaltungsprogramm rund um ihren Stadtgeburtstag zusammengestellt, das von Yoga im Schlossgarten bis zu Führungen und einer eigenen Spielstadt für Kinder alles bietet. Nähere Informationen gibt es direkt neben dem Schloss im 

KA300 Laden
Kaiserstraße 97

am Pavillon im Schlossgarten.

Karlsruhe hat eine feine Museumslandschaft

Das Badische Landesmuseum, welches im Schlossbau von Markgraf Karl beheimatet ist, oder die Staatliche Kunsthalle laden in ihre klimatisierten Räume. In der Kunsthalle wird die Moderne anhand beeindruckender Originale vorgestellt.

Und auch das Vivarium im Naturkundemuseum sollte man sich nicht entgehen lassen.

Das ZKM – Zentrum für Kunst und Medientechnologie

Es genießt internationalen Ruf und wird auch als „Deutsches Centre Pompidou“ bezeichnet. Es ist die weltweit „größte Kulturfabrik“. Interaktivität ist zurzeit in Mode. Aber was ist ein interaktives Museum? Das ZKM ist das erste interaktive Museum bei dem der Besucher, seine Wahrnehmung und sein Handeln direkt gefragt sind.  Hier ein Link zum ZKM


Gärten und Parkanlagen in Karlsruhe

Karlsruhe verfügt über viel Grün, das den Besucher zum spazieren und verweilen einlädt. Vom Schlossgarten mit seinen Wäldern und seltener Vegetation, bis zur größen Innerstädtischen Parkanlage, dem Stadtgarten mit Zoologischem Garten erwartet den Besucher viele wundervolle Natureindrücke. (Hier ein Link zum Zoologischen Garten in Karlsruhe). Ein Spaziergang in der Rheinaue ist besonders reizvoll.

Savoir-vivre geht auch Badisch

Die Nähe zu Frankreich machte aus Karlsruhe eine Genuss und Gaumen-Stadt. Mehrere 
  • Restaurants, 
  • Künstlerkneipen und 
  • badische Weinstuben 

laden zum verweilen ein.


Der KA300-Veranstaltungskalender

Er zeigt ein übervolles Programm, so dass jeder Tagesausflug nach Karlsruhe ein Erlebnis wird. Hier ein Link zum Veranstaltungskalender zum 300. Stadtgeburtstag von Karlsruhe.

Ausstellungen zur Kultur, Lebensqualität und Wissenschaft, eine Kinderspielstadt namens KARLOPOLIS, die ganztags geöffnet hat. Hier ein Link zur Kinderspielstadt in Karlsruhe 

Und es gibt eine Postkarten-Aktion


Zu sehen auch unter eine extra Homepage der Veranstalter 110000tage Karlsruhe (Hier der Link zur Homepage mit dem Postkarten-Konzept zur 300 Jahr-Feier). Weiße Flächen, die die Besucher gestalten können. Hier ein Link zu den Postkarten 110000tage und Nächte - das sind umgerechnet 300 Jahre.

Beim Planen einer Reise nach Karlsruhe kann man sich an die

KTG Karlsruhe Tourismus GmbH

Tel.: +49 (0) 721 3720-5383



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Sonntag, 9. August 2015

Brunnenfest Viktualienmarkt Muenchen

Fest-Tradition am Viktualienmarkt in München

Fünftes Brunnenfest und „An jedem Eck a Gaudi!“


Wie schon zur Faschingszeit mit dem traditionellen Tanz der Marktweiber (Link zu unserem Blogbeitrag zum Tanz der Markfrauen), so haben die Standl-Betreiber am Viktualienmarkt eine weitere Tradition begründet, die bei jedem Wetter Besucher anlockt: DAS BRUNNENFEST. „An jedem Eck a Gaudi!“, so das Motto im so genannten Wohnzimmer der Stadt, auf dem Viktualienmarkt.

von Helga Waess
Ida Schumacher-Brunnen auf dem Viktualienmarkt,
Foto: Helga Waess

August 2015: Fünftes Brunnenfest der Standlbetreiber bei 37 Grad


Und es war a Gaudi! An jedem Brunnen wurde Musik gespielt oder getanzt und die Besucher machten mit. Und so manch einer ließ seine Arme im Brunnen baumeln oder schunkelte im Biergarten unter den großen Kastanien.


Weiss Ferdl-Brunnen, Viktualienmarkt München,
Foto: Helga Waess

Münchner Originale erhalten ein Denkmal


München setzt seinen Originalen Denkmäler und am Viktualienmarkt zieren die Helden und Heldinnen des gepflegten Münchner Humors je einen Brunnen.
  • Elise-Aulinger-Brunnen - Volksschauspielerin und Rundfunkpionierin
  • Roider-Jackl-Brunnen - Roider Jackl, Förster, Levitenleser und "Gstanzlsänger"
  • Weiß-Ferdl-Brunnen - Weiss Ferdl, beliebter Volkssänger und Humorist
  • Karl-Valentin-Brunnen - Karl Valentin, Komödiant, vom Scheitel bis zur Sohle
  • Ida-Schuhmacher-Brunnen - Ida Schumacher, Humoristin und "Ratschkathl"
  • Liesl-Karlstadt-Brunnen - Liesl Karlstadt, enge Partnerin von Karl Valentin
Biedermeierkleidung der Künstler,
Foto: Helga Waess

Man feiert in der Kleidung aus der Zeit von 1860 bis 1920


Mit diesem Fest erinnern die Veranstalter, das sind die Vertreter der Markthallen der Stadt München, das Kulturreferat und die Betreiber der Marktstände, an die Zeit von 1860 bis 1920. 

Karl Valentin-Brunnen und Künstler auf dem Viktualienmarkt,
Foto: Helga Waess
Das sind jene Jahrzehnte, in welchem München mit seinen Volksschauspielern und Volkssängern Geschichte schrieb. Hieran erinnern die Brunnen auf dem Markt.


Musiker auf dem Viktualienmarkt, Brunnenfest,
Foto: Helga Waess



An die 180 Künstler kamen in der Kleidung der Jahrhundertwende, im Biedermeierlock auf dem Markt und traten, wie in den Jahren zuvor honorarfrei mit Gesang und Tanz, Schauspiel und Lesungen zur Gaudi der Touristen und Einheimischen auf.

Brunnenfest, Künstler auf dem Viktualienmarkt,
Foto: Helga Waess

Das Brunnenfest - Ein Stück Münchner „Kultur-Tradition“


Die Viktualienmarkt-Standl-Betreiber erweisen sich mit ihrem Brunnenfest wieder einmal als Event-Manager mit einem guten Näschen. Alle hatten geöffnet, man konnte kosten, kaufen und dabei feiern. Leckereien und regionaler Spezialitäten aus der Region oder direkt importiert – wie am Olivenstandl und am Obststandl von Müller (Foto).

Obststand Müller, Olivenstand im Hintergrund,
Foto: Helga Waess


Der „Holunderstandl“ - rechts neben „Nordsee“ - hatte köstlichen Sanddorn-, Erdberr- und Holunder-Sirup. Hier ein Link zumHolunderstandl Mit Mineralwasser und Eiswürfel die besten Durstlöscher bei diesen Temperaturen. Alles wird hier selbst hergestellt. Unser Tipp für einen kühlen Nachmittags-Drink ohne Alkohol:

Ein Schuss Sanddorn-Sirup mit Mineralwasser aufgegossen - das sieht übrigens aus wie Bier (Kinder haben ihre Freude daran) - dazu drei Eiswürfel, ein Minzeblatt. Ein feiner Durstlöscher.

Unsere Fotos vom „Wohnzimmer der Stadt“, dem Viktualienmarkt


Er liegt direkt an der Heiliggeistkirche in München.

Viktualienmarkt an der Heiliggeistkirche in München, Foto: Helga Waess

Auch die kritisch beäugten Münchner Tauben hatten bei diesen Temperaturen durst und wagten sich - trotz Menschenmenge an die Brunnen auf dem Viktualienmarkt.


Taube am Ida Schumacherbrunnen, Viktualienmarkt München, Foto: Helga Waess

So manch ein Besucher suchte die Erfrischung am kühlenden Brunnen von Weiss Ferdl. Der hätte das bestimmt mit Humor genommen und ein Gedicht drauf gereimt.


Abkühlung am Viktualienmarktbrunnen, Foto: Helga Waess

Salat auf dem Viktualienmarkt: Frischer geht's nimmer! 


Und ein frischer Salat, Oliven und Lachs. Genau das richtige bei diesen Temperaturen.





Hier ein Link zum Brunnenfest auf dem Viktualienmarkt.






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Dienstag, 4. August 2015

Saarlouis EVE ARNOLD Magnumfotografin

Saarlouis: EVE ARNOLD. Eine Hommage an die große Magnum-Fotografin


Sie war eine der großen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts: Eve Arnold (1912 – 2012). Ihre Eltern wanderten aus Russland nach Amerika aus, wo die junge Frau eine Rolleicord-Kamera erwirbt und als Autodidaktin gegen Ende der 1940er Jahre ihre fotografische Karriere beginnt. Als erste Frau wird sie Mitglied bei der 1947 in Paris gegründeten Fotoagentur MAGNUM. Wo sie auf Kollegen wie George Rodger, Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David „Chim“ Seymour, Ernst Haas und viele andere traf.

Text: Helga Waess
Museum Haus Ludwig in Saarlouis, Foto: Helga Waess



Der Grande Dame im Fotojournalismus gewidmet


MUSEUM HAUS LUDWIG widmet der Grand Dame der Fotografie diese umfassende Retrospektive mit sehr eindringlichen Reisefotografien. Gemeinsam mit MAGNUM PHOTOS und der Versicherungskammer Kulturstiftung konnte das Museum diese feine Ausstellung stemmen. Afghanistan, China, Indien und Südafrika stehen auf dem Programm. Aber auch das Fotogesicht im 20. Jahrhundert. Gezeigt in Aufnahmen von Marlene Dietrich, Marilyn Monroe, Joan Crawford, Isabella Rossellini.

Ausstellungsplakate am Museum in Saarlouis, Foto: Helga Waess

Ungewöhnliche Modeaufnahmen in Harlem und Reisefotografie


Eve Arnold macht ungewöhnlichen Modeaufnahmen. Sie stellt ihre Motive in Harlem auf. Und das zurzeit der Rassendiskriminierung. 
Aber sie ist auch Reisefotografin: Sie reist als Reportagefotografin nach Afghanistan, China oder auch Indien. Das Menschliche und der Mensch an sich werden zu ihrer Bildsprache. Die arabischen, verschleierten Frauen werden ihr Thema und ein China im Umbruch.

Plakat Eve Arnold vor dem Museum Haus Ludwig in Saarlouis, Foto: Helga Waess



Eve Arnold schreibt Fotogeschichte


Durch ihre feinfühlige Art gelingen ihr herausragende Portraitaufnahmen der Filmstars ihrer Epoche wie Marlene Dietrich, Marilyn Monroe oder Joan Crawford. Sie fotografiert über fünfzig Jahre Marilyn Monroe und Zeitgenossen.
Sie ist im Studio und im privaten Umfeld der Stars unterwegs. Als Standfotografin ist sie am Film-Set von:


  • The Best of Everything (1959),
  • The Misfits (1961)
  • oder Blue Velvet (1985).

Sie versucht hinter das Schönheitsideal und Image der Hollywood-Diven zu schauen. Und sie formuliert ihre Absicht:

„Ich wollte ein weiblicher Photograph sein, und dass meiner Kamera die ganze Welt offensteht“.

Eve Arnold beobachtet ihr Motiv und wartet auf DEN AUGENBLICK. Ihre Fotos finden sich in Foto- wie Modemagazinen (Vogue, LIFE, ...).

Die Fotokunstausstellung „Eve Arnold“ 


läuft noch bis zum 20. September im Museum Haus Ludwig in Saarlouis. Hier ein Link zum

MUSEUM HAUS LUDWIG

für Kunstausstellungen Saarlouis
Kaiser-Wilhelm-Straße 2, 66740 Saarlouis
Tel.: 06831/128540, Fax: 06831/128547

Öffnungszeiten am Museum Haus Ludwig, Foto: Helga -Waess

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 10 – 13 und 14 – 17 Uhr. Sa, So und an Feiertagen: 14 – 17 Uhr
Montags geschlossen
Der Eintritt ist frei.
Öffentliche kostenlose Führungen:
(in Zusammenarbeit mit der vhs Saarlouis) an folgenden Sonntagen:
14. Juni, 28. Juni, 12. Juli, 26. Juli, 9. August, 23. August, 6. September
und 20. September jeweils um 15 Uhr
Museumspädagogik: Rahmenprogramm 
(Führungen, Workshops, Exkursionen, Vorträge u.a.) s. Veranstaltungskalender.



Informationen und Buchung der Angebote der Museumspädagogik für
Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter 06831 / 443-412 / 413.

Zur Ausstellung ist folgender Katalog empfohlen

Eve Arnold. Hommage, Hrsg. Isabel Siben und Andréa Holzherr,
184 Seiten, 120 Tafeln, davon 54 in Farbe und 66 in Duotone
Format: 23 x 29 cm, gebunden, Schirmer Mosel Verlag, München 2012
ISBN 978-3-8296-0601-1 [Deutsch I English]
zum Preis von 39,80 €

Montag, 3. August 2015

Entenhausen Erika-Fuchs-Museum Schwarzenbach

Neues aus Entenhausen

Museum für Donald, Dagobert und Co. am 1. August 2015 in Schwarzenbach eröffnet

Entenhausen hat endlich ein offizielles Museum in Deutschland. Schwarzenbach an der Saale heißt der glückliche Ort. Die Kunsthistorikerin Erika Fuchs wird mit dem ERIKA-FUCHS-HAUS, einem Museum für Donald, Dagobert und Co. geehrt. Sie übersetzte die Entenhausen-Comics ins Deutsche und eroberte mit Wortwitz und sprachlichen Feinheiten die Leser-Herzen ganzer Generationen.


Text Helga Waess
Comic Convention Kongresshalle Muenchen
Beim Comicfestival in der Alten Kongresshalle München
war das Entenhausen-Museum in Schwarzenbach ein beliebtes Thema,
Foto: Helga Waess

Die Werbetrommel für dieses neue Museum, das sicherlich jung und alt aus ganz Europa anlocken wird, wurde in München bereits auf dem Comicfestival Anfang Juni gerührt. 


MUSEUM FÜR COMIC UND SPRACHKUNST


Für mehr Informationen zum neuen Comic-Museum von Donald, Micky-Maus und Co haben wir hier ein paar Links zusammengestellt:




Erika Fuchs war die Chefredakteurin der Micky Maus


Erika Fuchs wuchs an der Ostsee auf und lebte seit 1933 in Schwarzenbach. Hier übersetzte sie die Sprechblasen aus Entenhausen und verlieh den Enten einer weltbekannten Stadt mit Sprachgefühl und Einfühlungsvermögen eine Stimme für deutsche Leser.

Im Erika-Fuchs-Museum werden Sprach- und Fundstücke ausgestellt


Filmcollagen, Interviews, zweidimensionale Großfiguren der Enten-Stars, Comics und Zeichnungen. Man betritt die Welt von Donald und darf einmal durch eine Comicwelt wandeln.


Entenzeichner DON ROSA war in München beim Comicfestival


Keno Don Hugo Rosa, Künstlername DON ROSA, der Zeichner von Dagobert und seinem überfüllten Geldspeicher, gab Autogramme in München. Das Amerikahaus veranstaltete eine Don Rosa-Ausstellung mit Gesprächsrunde und viele Fans waren dabei. Hier ein Link zur Homepage vom Comicfestival und zu Don Rosa.

Zum Comicfestival in München siehe in diesem Blog auch folgende Beiträge:




DHW - hier der Link Homepage der Autorin