Donnerstag, 3. November 2016

Nachbericht Highlights 2016

HIGHLIGHTS 2016 meldet Positives aus dem Kunsthandel


Seismograph des Kunstmarkts: Trotz der Wirtschaftslage wird in Kunst investiert



Der Messe-Bericht der Veranstalter der HIGHLIGHTS 2016 löst bei uns Begeisterung aus




Ein Messe-Rückblick spricht von einem überwältigenden Angebot, das Sammler und Museumskuratoren überzeugte. Und auch die Händler schlossen am Sonntagabend gut gelaunt ihr Resumé: „Die HIGHLIGHTS ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. Keine andere Kunst- und Antiquitätenmesse hat diese Konzentration an Qualität und Top- Händlern wie die Münchner Verkaufsschau.“ (so: Eberhard Kohlbacher von der Wiener Galerie Wienerroither & Kohlbacher)

Der Kunsthändler gab Franz Marcs Gemälde „Katzen im Körbchen“ von 1911 für eine Millionen Euro an eine Privatsammlung ab.

Messestand von Eduard Franke, Bamberg, Foto: Helga Waess


Kunstsammeln heißt auch immer Kunst für nachfolgende Generationen bewahren


Im Kaiserhof der Residenz boten 44 internationale Kunsthändler als Aussteller erlesene Kunst in eleganten Ambiente feil. Der Auftakt-Abend der Messe wurde ein gutes Ohmen für die Gesamtveranstaltung, denn bereits während der Vernissage wechselten hochkarätige Exponate den Eigentümer.

Wir stellen fest: Vorbesichtigung mit Kuratoren und Sammlern nehmen bei Kunstverkaufsmessen einen wichtigen Stellenwert ein.


Werke des Expressionismus


Fast eine halbe Million Euro brachte Gabriele Münters Gemälde „Blick aus dem Fenster“ bei der Galerie Thomas.
Aber auch Noldes kleines Aquarell „Mond über der Marsch“ von 1920/30 ging von  Thole Rotermund in neue zeitüberdauernde Hände.
Und die Galerie Schwarzer erfreute mit Otto Muellers „Mädchenakt“, eine Papierarbeit der frühen 1920er Jahren, einen neuen Eigentümer.



Dr. Bernhard Maaz, Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen:


„Als Teil einer Kultur im Umgang mit Kunst ist eine Messe wie die Highlights gerade für einen starken Wirtschaftsstandort Deutschland gar nicht hoch genug zu schätzen. Der Anteil an alten Meistern mag im Kunsthandel geringer geworden sein, aber als Museumsmann finde ich es äußerst spannend, wie die Nachkriegskunst und die Kunst der 1960er Jahre - sowohl aus musealer Perspektive als auch unter dem Blickwinkel des Marktes - neu gesehen und bewertet wird. Messen sind auch Seismographen für Veränderung". 

Kunst nach 1945


Messegang Highlights, rechts
Rupprecht Geiger
Foto: Helga Waess

Sechsstellige Summen kamen bei der Galerie Schlichtenmaier auf das Konto. Hier wurde der  die Leinwand „464/67“ von Rupprecht Geiger aus dem Jahr 1969 veräußert. (Foto/ rechte Seite) Die Galerie Ludorff brachte „Yellow“ von Gotthard Graubner an den Mann und die Galerie Française überließ eine "marktfrische" Arbeit von Serge Poliakoff  einen neuen Besitzer.


Adel, Groß- und Bildungsbürgertum gab und gibt es immer noch

Alte Kunst 


Die Liebhaber Alter Kunst erkennt man auf den Kunstmessen im In- und Ausland sofort. Das Kunstbetrachten und Kulturgenießen steht bei jenen Messe-Besuchern im Vordergrund. Gediegene, teils gesetzte Gestalten, ein bisserl vergeistigt ohne verschroben zu sein. Alles wirkt als wäre man gerade einem Barock-Schloss entsprungen und lustwandelt nun im gleichen Ambiente über eine Kunstmesse. Hier treffen auch gleichgesinnte Sammler und Händler.
Man führt interessante Gespräche bis zurück in jene Zeiten, als die Geschichte des Barock geschrieben wurde und ein alles überdenkender Austausch bringt hier sogar alteingesessene Händler ins Schwärmen. Adel, Groß- und Bildungsbürgertum gab und gibt es immer noch. Und auf den Highlights gibt man sich ein internationales Stell-Dich-Ein.
Viele hochinteressante Sammlerpersönlichkeiten konnten - von ihren Händler gut beraten - über viele die Jahrzehnte wahre Kunstschätze an Möbeln, Silber und bis hin zu Bildhauerkunst bewahren und über die Zeit retten.

"Hofnarr Fröhlich" und Bronzeputto


Die Firma Porcelain Langeloh hatte einen glücklichen Auftakt am  Vernissage-Abend und konnte eine um 1740 in Meissen geschaffene „Hofnarr Fröhlich“-Figur, Entwurf Johann Joachim Kaendler sowie eine zierliche Meissen-Tazza aus dem Jahr 1735, Bemalung von Christian Friedrich Hörold, weiterreichen.
Die christliche Skulptur, welche Dr. Rainer Jungbauer - Europäische Skulpturen aus Straubing mitbrachte, zog ebenfalls die Sammler an. Ein geflügelter Bronzeputto des frühen 18. Jahrhundert aus der Hand des Barock-Bildhauers Balthasar Permoser (zugeschrieben) flog lächelnd in eine neue Sammlung.


Alte Meister


Seit Generationen im Kunsthandel sind die Scheidwimmer von Messen gar nicht wegzudenken. Altmeisterspezialist Xaver Scheidwimmer mit "Geiger"-farbener Kravate veräußerte „Die Befreiung der Stadt Den Briel am 1. April 1572“ von Salomon von Ruysdael  für annähernd 200.000 Euro.

Der Möbel- und Interieurspezialisten Christian Eduard Franke aus Bamberg zeigte eine Thüringer Pfeilerkommode aus der Goethe-Zeit.

Und bei Peter Mühlbauer traf ein Sammler auf sein Augsburger Renaissance-Kabinett aus der Zeit um 1580.

Käufe im unteren und mittleren fünfstelligen Euro-Bereich wurden häufig spontan getätigt


Fine Art Photografie


Von der Galerie Stephen Hoffman (Rückseite Bayerischer Hof, München - Link zur Homepage der Galerie Stephen Hoffman) wurde ein besonderer Vintage-Abzug aus dem Nachlass von Philippe Halsmanns weitergereicht. Das "Porträt Winston Churchill" stammt aus dem Jahr 1951 - aus dem Jahr also, als Churchill erneut zum Premier gewählt wurde. 1953, als der Premier den Literaturnobelpreis für seine historischen und literarischen Schrifte erhielt, zierte dieses Portrait das Cover des Live-Magazins.

Galerie Stephen Hoffman, Highlighs 2016, Philipp Halsmann, "Winston Churchill" (1951), Foto: Helga Waess


Die Galerie Faber punktete mit Arbeiten von André Kertész oder Man Ray - der Preis lag zwischen fünf und fünfzehn Tausend Euro. Noch in Verhandlungen steht August Sander aus Wien für eine Gesamtsammlung im Wert von 2,8 Millionen Euro für 70 Motive.


Kunst des 19. Jahrhunderts


HIGHLIGHTS-Co-Geschäftsführer Dr. Alexander Kunkel gab an seinem Messestand ein gutes Bild. Er hatte  mit der Studie zu Franz von Stucks Gemälde „Luzifer“, die zuvor als Leihgabe in einer Ausstellung hing am Markt mit 240 000 Euro bei gleich drei öffentlichen Institutionen großes Interesse hervorgerufen.
Alle übrigen Händler schienen auch zufrieden.


RESUMÉ der Geschäftsführung - Dr. Kunkel über die Highlights 2016


 „Wir freuen uns, dass so viele Stamm-Aussteller München die Treue halten und die neuen Galerien sehr gut angenommen wurden.“

Plan für die HIGHLIGHTS 2017 sei die Verdichtung der alten Kunst. Viele renommierte Händler, die auch im Kuratorium der Kunstmesse sind, wünschen sich dies.

Hier der Link zur Veranstaltungshomepage: 

HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse München  

SAVE THE DATE:  25. bis 29. Oktober 2017
Lokation wie gewohnt: Kaiserhof der Residenz, München

(A.W.)