UNESCO-Welterbekomitee tagt in Busan, Südkorea
UNESCO-Welterbe: „Mehr als eine Auszeichnung – ein Auftrag für die Zukunft“ - hier die Erklärung der Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Maria Böhmer
48. Sitzung berät das Gremium über die Aufnahme neuer Stätten in die Welterbeliste, den Erhalt und Schutz des Menschheitserbes
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| SZ-Zeppelin, Foto: Helga Waess (Pressefotoarchiv) |
Wir veröffentlichen hier die Erklärung der Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Maria Böhmer zu Tagung des UNESCO-Welterbekomitees in Busan, Südkorea:
„Die Siedlungen der Berliner Moderne stehen für eine Idee, die heute aktueller ist denn je: gutes Bauen muss den Menschen dienen. Ihre Erweiterung um die Waldsiedlung Zehlendorf würde dieses weltweit bedeutende Zeugnis sozialer und zukunftsorientierter Architektur stärken.
Der Welterbe-Titel ist mehr als eine Auszeichnung, er ist ein Auftrag für die Zukunft. Klimawandel, Kriege, rasant wachsende Städte und ein Tourismus, der vielerorts an seine Grenzen stößt, setzen Kultur- und Naturerbestätten weltweit unter Druck. Ihr Schutz ist wichtiger denn je. Deshalb kommt dem UNESCO-Welterbekomitee eine zentrale Verantwortung zu. Es entscheidet nicht nur über Neuaufnahmen, sondern setzt sich für den Schutz der Stätten ein, die das gemeinsame Erbe der Menschheit bewahren. Die Angriffe auf das Welterbe in Kyjiw und Lwiw haben erst vor kurzem wieder gezeigt, wie dringend notwendig das ist.
Besonders ermutigend ist die Aussicht, dass mit den Komoren sowie São Tomé und Príncipe zwei Staaten erstmals auf der Welterbeliste vertreten sein könnten. Das Welterbe lebt von internationaler Zusammenarbeit und davon, dass immer mehr Menschen und Regionen an dieser globalen Verantwortung teilhaben.
Ich wünsche mir, dass von der 48. Sitzung des Welterbekomitees ein klares Signal ausgeht für den Schutz gefährdeter Stätten, für nachhaltige Entwicklung und für eine internationale Zusammenarbeit, die unser gemeinsames Erbe auch für kommende Generationen bewahrt.“ (lt. Pressemitteillung vom 19. Juli 2026)
Hintergrund - Das UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 19. bis 29. Juli in Busan, Südkorea
Es ist das wichtigste mit der Umsetzung der Welterbekonvention betraute Gremium. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit dem Erhaltungszustand eingeschriebener Stätten.
Dem Komitee gehören 21 Vertragsstaaten der Welterbekonvention an
Derzeit zählen dazu Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, Grenada, Jamaika, Kasachstan, Kenia, Kuwait, Libanon, die Mongolei, Peru, Polen, die Schweiz, Senegal, Südkorea (Vorsitz), Tansania, Togo, Türkei, Tschechien, die Ukraine und Vietnam.
Derzeit vereint sie 1.248 Kultur- und Naturstätten in 170 Ländern. 53 davon gelten als bedroht. Deutschland verzeichnet aktuell 55 Welterbestätten.
