03.07.26 - 29.08.27 Münchentipp: Zwischenräume und Übergänge in Kunst und Raum
Ausstellungstipp: ab 3. Juli 2026 bis 29. August 2027 - "Between & Beyond - ZWISCHENRÄUME UND ÜBERGÄNGE. KUNST UND RAUM SEIT 1960!" in der Pinakothek der Moderne
03.07.2026 — 29.08.2027 Pinakothek der Moderne - Kunstausstellung - SÄLE 21-26 // ERÖFFNUNG: Donnerstag, 02. Juli, 19.00 Uhr
München. Der Raum bestimmt unsere Position, Bewegung und Wahrnehmung. Als Betrachtende erleben wir Kunst nie losgelöst vom Raum, sondern immer im Raum. Unter dem Titel Between & Beyond präsentiert die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne vom 03. Juli 2026 bis 29. August 2027 Werke aus der eigenen Sammlung, die sich mit der ästhetischen wie gesellschaftlichen Wahrnehmung des Raumes auseinandersetzen. Gezeigt werden Gemälde, Objekte und installative Arbeiten von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart, welche die Beziehung zwischen Werk, Raum und Betrachter:in benennen.
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| Pinakothek der Moderne im Kunstareal in München , Foto: Helga Waess (Pressefotoarchiv / Collage) |
Ab den 1960er Jahren begannen Künstler:innen der Minimal Art, den umgebenden Raum als integralen Bestandteil ihrer Werke zu begreifen
Entstanden sind Installationen, die das Publikum gezielt in eine körperliche und sinnliche Erfahrung einbeziehen und nur in der Begegnung – „in situ“ – vollumfänglich erlebbar sind. Zu diesen speziellen Raumerfahrungen zählt Dan Flavins Lichtinstallation „untitled (to you Heiner, with admiration and affection)“, 1973, die den Ausstellungsraum in farbiges Neonlicht taucht und eine visuelle Entgrenzung des realen Raumes ermöglicht. Fred Sandbacks eigens für die Pinakothek der Moderne konzipierte, begehbare Raumstudie „Mikado (sculptural study for the Pinakothek der Moderne)“, 2003, ist seit 2014 erstmals wieder zu sehen und erzeugt mit minimalen Mitteln sich wandelnde Flächen und Volumina. Ebenso raumgreifend ist die großformatige Bodenarbeit „Knots“, 1969, von Mary Miss, eine jüngere Neuerwerbung, deren Raster aus Knoten Denk- und Imaginationsräume öffnet. Der Raum wird als Zwischenraum („between“) angesehen, der zwischen Werk und Betrachtenden entsteht, oder als imaginärer und transzendenter Raum („beyond“), der durch Licht, Schatten und Bewegung erfahrbar wird.
Auch in der Malerei wurde die traditionelle Bildfläche nach Ende des Zweiten Weltkrieges radikal infrage gestellt. Lucio Fontana zerschneidet die Leinwand, um den Bildraum zu erweitern, Ida Applebroog setzt ihre Malerei aus mehreren Leinwänden zusammen und schafft ein Nebeneinander einzelner Motive, das eine beklemmende Schnittstelle zwischen privaten und öffentlichen Realitäten offenbart. Imi Knoebel überwindet die dimensionalen Beschränkungen der Malerei und öffnet einen Schattenraum, der auf Verborgenes und Verdrängtes weist. Sean Scully lässt in seiner monumentalen Malerei die Grenzen der Bildfläche verschwimmen.
Die Perspektive auf einen erweiterten Bildraum beeinflusste ebenso nachfolgende Generationen. Monika Baer hinterfragt Sehgewohnheiten, indem sie ihre abstrakte Malerei mit subtilen Zeichen durchbricht. Klára Hosnedlová kombiniert in ihrem raumgreifenden Werk – eine Neuerwerbung durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V., die hier zum ersten Mal gezeigt wird – Zwei- und Dreidimensionalität und verleiht ihm durch eine außergewöhnliche Materialwahl eine zeitlose Ungreifbarkeit.
Die Arbeiten von Victor Leguy und Roman Ondak erweitern den Bildraum um eine gesellschaftliche Dimension. Sie thematisieren Schwellenmomente individueller und gemeinschaftlicher Erfahrungen.
Die präsentierten Werke aus der Sammlung Moderne Kunst
... beziehen die Besucher:innen ein und machen den Museumsraum neu erfahrbar. Schwebezustände, Übergangs- und Schwellenmomente laden ein zu einer veränderten Art der Auseinandersetzung – mit sonst Verdrängtem oder Übersehenem.
Gezeigt werden Arbeiten u. a. von Nevin Aladağ, Josef Albers, Carl Andre, Ida Applebroog, Monika Baer, Dirk Bell, Joseph Beuys, Martin Boyce, Alberto Burri, Dan Flavin, Lucio Fontana, Wade Guyton, Klára Hosnedlová, Donald Judd, Imi Knoebel, Victor Leguy, Mary Miss, Roman Ondak, Fred Sandback, Sean Scully, Augustas Serapinas, Richard Serra.
Kuratiert wird die Ausstellung von Verena Hein und Bernhart Schwenk, mit Eva Schuster
