Mittwoch, 13. November 2019

Berlin: Museum für Fotografie - Seen By#13

Berlin - Museum für Fotografie


Die Ausstellung „Seen By #13“ will zu neuen Strategien zur Betrachtung zeitgenössischer Fotografie aufrufen



Berlin – Fotoausstellung „Seen By #13“ im Museum für Fotografie vom 15.11.2019 bis 12.01.2020



Berlin. Die Fotografie-Ausstellung SEEN BY #13 ist eigentlich eine Schnellwechsel-Show und will den Umgang und das Sehen von zeitgenössischer Fotografie anhand von stetig wechselnden Bildern (162 Stück) – Modus Operandi – zur Diskussion stellen. Sie trifft damit einen aktuellen Nerv in der Fotokunst-Betrachtung.
Es ist inzwischen die dreizehnte Gemeinschaftsarbeit in Form eines Ausstellungsprojekts, die die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und die Universität der Künste Berlin im Museum für Fotografie durchführen. Interessant ist wieder einmal das Thema dieser Kooperation und das gesetzte Ziel, denn man möchte Künstler, Kuratoren und Betrachter zu neuen Betrachtungs- und Interpretationsstrategien bewegen. In einem Raum werden 162 Werke gezeigt, was durch zwei Projektionsflächen möglich wird.

Berlin - Foto: Helga Waess (Pressefoto-Archiv)

Ohne inhaltliche Vorgaben wollte man eine Kollektive Aussage aus der Summe von Einzelarbeiten finden



Die „Entwicklung einer kollektiven Bildsprache“ ist ein hoher Anspruch, zu dem Künstler- und Künstlerinnen einige Monate dazu aufgerufen waren Fotoarbeiten in einen Pool einzuspeisen. Die regelmäßig beobachtete Bildauswahl durch die Konzept-Kuratoren sollte eine Summe an Ausdrucksmitteln erbringen, die zum Abschluss des Projekts zu einer „kollektiven Bildsprache“ führen sollte.
Stellt sich die Frage: Wo bleibt hier die Individualität des Künstlers, seiner Wahrnehmung und der kollektiven Wahrnehmung von Fach-Betrachtern aus unterschiedlichen Background-Strukturen?

Die Bedingungen der von Bodo Schlack kuratierten Ausstellung



In einem Raum werden auf insgesamt 162 Bildträgern und mit nur zwei Projektoren die Arbeiten von 20 teilnehmenden Künstlern mit je zwei Bildflächen gezeigt. Die Abfolge der Bildpaare wird alle 12 Stunden zu Wiederholungen führen. Die Künstlerische Wertschöpfung bringt analoge SW- in Bezug zu Farbbildern, zeigt Grafiken oder auch nur Objekte, und bezieht Texte und Performances mit ein. Alles wurde in das gleiche Medium umgewandelt und wird in einer Dauerbildwechselshow den Ausstellungsbesucher herausfordern.

Die Kunstwerke zur Ausstellung lieferten übrigens: Louisa Boeszoermeny, Viiri Linnéa Broo Andersson, Mateo Contreras Gallego, Eva Friedrich, Friederike Goebbels, You Gu, Moritz Haase, Elizabeth Hepworth, Miji Ih, Jakob Ketzel, Lucia Krug, Gonzalo Ruelas, Schlack/Giménez, Joram Schön, Anouk Tschanz, Greta Wildhage, Asís Ybarra, Lukas Zerrahn, Tania Elstermeyer und Frank Jimin Hopp.


20/21sec Interferenz – 81 x 81 Dias - Modus Operandi stellt eine großformatige Doppel-Diaprojektion vor und will das Konzept der Wahrnehmung schulen



Ohne vorgegebenes Gefüge werden Fotografien, die zu einander ohne Bezug stehen, gezeigt. Projektoren sorgen für steten Wechsel. Nicht der Künstler, sondern sein Werk stehen im Mittelpunkt, weshalb die Anonymität der Aufnahmen sicherlich manches Rätsel aufgeben. Alles wird nur einmal – wir vermuten über Zufallsgenerator – gegenübergestellt. Ein Dialog zwischen den Darstellungen wird dann nur einer Momentaufnahme entsprechen, was unserer schnelllebigen Zeit sicherlich entspricht.

Bleibt die Frage: was bedeutet das Einzelne Bild noch in der Masse und ist der Produzent oder das Medium wichtig.
Wenn Wahrnehmung und Kunst auswechselbar sind, dann könnte KI (Künstliche Intelligenz) doch auch den Künstler eines Tages ersetzen und überhaupt: Wozu noch Themenausstellungen und Konzeptkunst?

… wir überlassen die Interpretations-Strategien an dieser Stelle den Besuchern der Ausstellung und dem angesprochenem Fachpublikum.

Eine spannende Ausstellung zur zeitgenössischen Fotografie



erwartet den Besucher von Seen By #13. Modus Operandi vom 15.11.2019 bis 12.01.2020
im Museum für Fotografie in Berlin.

Kunstbibliothek im Museum für Fotografie

Staatliche Museen zu Berlin
Jebensstr. 2, 10623 Berlin

Homepage: smb.museum/mf

Di., Mi., Fr., Sa., So. 11:00-19:00 Uhr; Do. 11:00-20:00 Uhr