Sonntag, 2. April 2017

Starnberger See: Wer hier wohnt, wohnt im Urlaub

Starnberger See - ein Gedankengang

Wer hier wohnt, wohnt im Urlaub

Ein paar Stunden am See



Unglaublich. Wo sonst nur leises Säuseln zu hören ist, rauschen heute am Strand von Ammerland die Wellen. Ein angenehmer Wind streichelt die Haut und ein schattiges Plätzchen unter einem Baum schützt vor der direkten Sonneneinstrahlung. Erstes Grün bricht an den Sträuchern hervor. Singvögel trällern ihre Lieder und von Zeit zu Zeit kreischen die Möwen in reger Unterhaltung.

Starnberger See, Foto: Helga Waess (Archiv)


So sitze ich hier und lasse die Metropole hinter mir. Die Sonne glitzert auf dem bewegten See. Gerade so, dass man versteht, wie der Märchenerzähler es meinte, als er schrieb:

Es funkelt auf dem Wasser so, als habe ein Zwerg seinen Silberschatz im See versenkt und es leuchte von unten her.

Segelbote ziehen gegenüber, unweit des Ufers am Buchheim Museum vorbei. Ein Surfer zieht seine Runden vor der Kulisse der hier und da noch schneebedeckten Alpen. Ab und zu hebt er samt Brett vom Wasser ab und schwebt ein paar Meter.

Kinder spielen am Ufer und junge Frauen holen sich die erste Bräune. Mutige gehen mit den Füßen ins Wasser. Noch ein paar Tage diese sommerlichen Temperaturen und die Badesaison könnte losgehen. - Offiziell erst Mitte Mai. -

Ein kühler Hauch streicht angenehm über mein Gesicht. Man kann die saubere Luft fast riechen. Kaum zu glauben, dass wenige Kilometer vor München der Urlaub beginnt.

Nach einem Morgen am PC erholen sich die Augen hier schnell. Es ist für mich einer der schönsten Orte, die ich kenne. Der weite Blick bis zur Alpenkette, davor das glitzernde Blau des Starnberger Sees mit der Seeshaupter Kulisse, das ewige rauschen des Wassers und schon ist der Kopf frei. Der Morgen auf Festplatte gespeichert und weit weg.

Ein kleines Motorboot kommt längsseits. Aus Richtung Ambach. In der Mitte des Sees wirft der Fischer seine Netze aus. Es dauert, aber dann gibt er wieder Gas Richtung Starnberg. Das kleine Boot durchschneidet das Wasser. Schnell hängt sich der Surfer in seinen Windschatten und scheint für ein paar Minuten gleichsam über das Wasser zu fliegen.

Ein Mann mit einem wirklich großen Hund, eine Mischung zwischen Bernhardiner und Leonberger nähert sich und strebt dem Wasser zu. Gierig schlürft das Tier das kühle Nass. Ich lege mein Schreibmaterial bei Seite, schließe die Augen und lausche.


Ja, wer hier wohnt, wohnt im Urlaub.



Starnberger See, Foto: Helga Waess (Archiv)