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Mittwoch, 3. September 2025

Bayerische Staatsgemäldesammlung: Restitution von 4 Gemälden

RESTITUTION VON WEITEREN VIER GEMÄLDEN der BAYERISCHEN STAATSGEMÄLDESAMMLUNGEN - 02. September 2025

 

Kunstminister Markus Blume entschied auf Vorschlag der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Ende August auf Restitution von vier Gemälden - zuvor hatten das Referat für Provenienzforschung an der neu gegründeten Staatlichen Museumsagentur Bayern ermittelt, dass es sich hier um NS-Raubkunst handelt

 

Rückgaben setzen Aufarbeitung der Sammlungsgeschichte fort (English, Français, Deutsch)


MÜNCHEN. Vier Gemälde aus dem Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen werden den rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben. Die Forschung des Referats für Provenienzforschung an der neu gegründeten Staatlichen Museumsagentur Bayern hatte ergeben, dass es sich um NS-Raubkunst handelt. Infolgedessen entschied Kunstminister Markus Blume auf Vorschlag der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Ende August auf Restitution der Gemälde „Lot und seine Töchter“ und „Abraham bewirtet die drei Engel“ von Franz Sigrist d. Ä., „Am Wirtshaustisch“ von Ernst Karl Georg Zimmermann sowie „Hl. Anna Selbdritt“ aus dem Umkreis Lucas Cranach d. Ä.. Für das Werk „Junges Mädchen mit Strohhut“ von Friedrich von Amerling wird die Anrufung des Schiedsgerichts NS-Raubkunst zur Entscheidung vorgeschlagen. Der Abschluss der Beforschung und Bewertung der fünf Werke ist Ausdruck von mehr Transparenz und Tempo bei Provenienzforschung und Restitution sowie des Neuanfangs von Anton Biebl als Leiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen im Frühjahr dieses Jahres.

Kunstareal in München: Pinakothek der Moderne und Alte Pinakothek (unten re.) in München, Foto: Helga Waess (Collage  - Pressefotoarchiv)

MARKUS BLUME UND ANTON BIEBL ZU DEN RESTITUTIONEN

„Mit der Rückgabe dieser vier Werke können wir das grausame Unrecht an den Eigentümern nicht heilen. Aber wir können damit den Versuch der Wiedergutmachung in Richtung der Opfer unternehmen und ein Zeichen setzen: Wir arbeiten intensiv an der Aufarbeitung des NS-Unrechts – seit diesem Frühjahr mit mehr Tempo, mehr Transparenz und mehr Ergebnissen“, betont Kunstminister Markus Blume. „Ich bin Anton Biebl und allen Beteiligten sehr dankbar, dass sie die Aufarbeitung der Sammlungsgeschichte so engagiert vorantreiben. Auch die Einrichtung einer Schiedsgerichtsbarkeit noch in diesem Jahr wird die Aufarbeitung weiter voranbringen und für einen rechtssicheren und gerechten Abschluss von strittigen Fällen sorgen. Bayern hat sich mit Vehemenz für die Einführung der Schiedsgerichtsbarkeit eingesetzt und wird solche Fälle selbstverständlich dieser Instanz vorlegen, wenn die anderen Beteiligten zustimmen.“

 
„Die Rückgabe der vier Gemälde ist für uns ein weiterer wichtiger Schritt, die Aufarbeitung unserer Sammlungsgeschichte fortzusetzen“, betont Anton Biebl. „Wir nehmen die Verantwortung für eine gründliche Provenienzforschung sehr ernst. Für uns ist entscheidend, dass Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und nach internationalen Standards getroffen werden. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass sowohl die berechtigten Interessen der Erben als auch die Verantwortung der Museen für die Bewahrung des Kulturerbes fair berücksichtigt werden.

Der Fall Lion zeigt, wie komplex Restitutionsfragen sein können, wenn historische Quellen unterschiedliche Deutungen zulassen. Gerade deshalb schlagen wir im Fall des Werkes von Amerling bewusst den Weg über das neue Schiedsgericht vor: Nur eine unabhängige und neutrale Instanz kann in einem strittigen Fall wie diesem für Klarheit sorgen.“


RESTITUTION AN DIE ERBEN der Münchner Kunsthandlung Brüder Lion

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen geben zwei Gemälde des österreichischen Künstlers Franz Sigrist d. Ä. (1727–1803) an die Erben der ehemaligen Münchner Kunsthandlung Brüder Lion zurück: „Lot und seine Töchter“ sowie „Abraham bewirtet die drei Engel“.

Die beiden kleinformatigen altdeutschen Werke gelangten am 14. Dezember 1936 im Tausch gegen ein großformatiges impressionistisches Werk des dänischen Malers Peder Severin Krøyer (1851–1909) in den Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen – nur wenige Tage, bevor die traditionsreiche Galerie Brüder Lion am Maximiliansplatz in München gezwungen wurde ihren Geschäftsbetrieb auf Druck der nationalsozialistischen Behörden zu beenden. Die Werke von Sigrist wurden proaktiv recherchiert und sind seit 2020 bei der Lost Art-Datenbank gemeldet.

Die Kunsthandlung Brüder Lion war 1888 von Jakob Lion gegründet worden. Sie entwickelte sich in den 1920er-Jahren zu einer der führenden Galerien Münchens und gehörte bis 1935 zu den zehn umsatzstärksten Kunst- und Antiquitätenhandelsfirmen in München. Bereits 1927 erwarben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen dort erstmals Kunstwerke. Neben dem Stammhaus mit elf Ausstellungsräumen betrieben die Brüder Louis, Hans und Fritz Lion zeitweise eine Filiale in Berlin sowie ein Saisongeschäft in Marienbad. Mit der „Machtergreifung” der Nationalsozialisten wurde ihre Geschäftstätigkeit jedoch sukzessive eingeschränkt, bis die Schließung des Münchner Hauses Ende 1936 erzwungen wurde.

RESTITUTION DES GEMÄLDES „AM WIRTSHAUSTISCH“ VON ERNST KARL GEORG ZIMMERMANN

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben das Gemälde „Am Wirtshaustisch“ von Ernst Karl Georg Zimmermann (1852-1901) proaktiv erforscht und 2022 auf Lost Art gemeldet. Das Werk kam als Erwerbung aus NS-Besitz in den Bestand. Auch wenn seine Provenienz nicht vollständig ermittelt werden konnte, ist der NS-verfolgungsbedingte Verlust des Münchner Kunsthändlers Bertold Jochsberger (1878-1940) eindeutig. Unklar ist jedoch, ob gegebenenfalls weitere, heute noch unbekannte frühere Eigentümer als Erstgeschädigte vorrangig zu berücksichtigen sind. Jetzt ist zu klären, an wen das Werk letztendlich herauszugeben ist.

RESTITUTION „HL. ANNA SELBDRITT“ aus dem Umkreis VON LUCAS CRANACH DEM ÄLTEREN

Im Fall des Werkes „Hl. Anna Selbdritt“ von einem anonymen Schüler Lucas Cranachs d. Ä. wurde in einem sogenannten Fluchtgutfall nach erneuter Prüfung auf Grundlage des neuen Bewertungsrahmens die Restitution entschieden. Dieser 2024 verabschiedete Bewertungsrahmen ermöglicht hier eine differenziertere Betrachtung: Er berücksichtigt stärker die verfolgungsbedingten wirtschaftlichen Nöte von Emigranten, indem er anerkennt, dass auch außerhalb des Reichsgebietes erzwungene Verkäufe vorliegen können. Der als jüdisch verfolgte Direktor der Commerz- und Disconto-Bank Hannover Ernst Magnus (1973-1942) verkaufte das Gemälde in der Schweiz. Damit finanzierte er die Flucht seiner Familie, da sämtliches Vermögen in Deutschland nicht mehr verfügbar war.

Schiedsgericht NS-Raubkunst KANN im FALL DES AMERLING-Gemäldes ENDGÜLTIGE Klärung SCHAFFEN

Seit Februar 2024 wurden sämtliche Erwerbungen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen aus der Kunsthandlung Brüder Lion eingehend untersucht. Dabei konnte eine Forderung der Erben nach Lion für Rückgabe des Gemäldes „Junges Mädchen mit Strohhut“ von Friedrich von Amerling (1803–1887) nach intensiven Forschungen nicht bestätigt werden. Die Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass eindeutige und ausreichende Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Kunsthandlung zum Zeitpunkt des Tauschgeschäfts noch frei auf dem Markt agieren konnte und von einem Handelsgeschäft im Rahmen eines „ordnungsgemäßen üblichen Geschäftsverkehrs“ auszugehen ist.

 Der Erwerb durch Tausch war bereits 1934 vereinbart und wurde im Januar 1935 vollzogen. An die Kunsthandlung Brüder Lion gingen damals eine großformatige Gartenszene des venezianischen Ottocento-Künstlers Luigi Nono (1850–1918) sowie ein Prunkstillleben des österreichischen Genremalers Max Schödl (1834–1921) anstelle einer Geldzahlung. Tauschgeschäfte mit Kunsthandlungen, Privatpersonen oder anderen Sammlungen waren schon vor der Zeit des Nationalsozialismus übliche Praxis für Museen, wenn keine Geldmittel vorhanden waren. Dem neuen Bewertungsrahmen des Schiedsgerichts NS-Raubkunst folgend ist nach Auswertung der Forschungsergebnisse nicht von einem verfolgungsbedingten Verlust auszugehen.

Damit weicht die Einschätzung des verfolgungsbedingten Verlusts von der der Antragsteller ab. Eine verbindliche und gerechte Klärung dieses Widerspruchs kann durch eine Entscheidung durch das Schiedsgericht NS-Raubkunst erreicht werden, zumal dessen Spruchpraxis zum Kriterium des „ordnungsgemäßen üblichen Geschäftsverkehrs“ noch nicht vorliegt. Auf diese Weise wird eine unabhängige und neutrale Bewertung der bisherigen Recherchen ermöglicht, um größtmögliche Transparenz sicherzustellen und ein faires, für alle Seiten nachvollziehbares Schiedsurteil zu gewährleisten. Der Freistaat setzt damit bewusst auf ein transparentes Verfahren, das den internationalen Standards der Restitutionspraxis entspricht. 

Aufarbeitung und Provenienzforschung

Das Referat für Provenienzforschung ist seit Juli 2025 in der neu gegründeten Staatlichen Museumsagentur Bayern angesiedelt. Die Forscherinnen arbeiten seit Jahrzehnten systematisch an den Beständen der staatlichen Museen.

 Ziel der Provenienzforschung ist es, die Herkunftsgeschichte aller Sammlungsbestände des Freistaats – insbesondere der Erwerbungen aus der Zeit des Nationalsozialismus – transparent zu machen und kritisch zu hinterfragen.

 Gerade im Fall der Kunsthandlung Brüder Lion zeigt sich die besondere Komplexität der Provenienzforschung, da viele Geschäftsunterlagen durch Verfolgung und Emigration verloren gingen. Die Rekonstruktion der Erwerbungsgeschichte war daher nur mit intensiver Recherche und unter Einbeziehung zahlreicher Quellen möglich. Im Fall Magnus ist die Entscheidung, das Werk an die Erben zurückzugeben, ein sichtbares Zeichen für die Weiterentwicklung der Restitutionspraxis des Freistaates. Der Fall Jochsberger wiederum demonstriert die Herausforderungen in der Suche nach den heute berechtigten Eigentümern.

Weitere 8 Werke warten auf die Restitutionsentscheidung  

Abgesehen von diesen aktuellen Restitutionsentscheidungen bereitet das Referat für Provenienzforschung an der Staatlichen Museumsagentur Bayern in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen die Rückgabe von weiteren acht Werken vor, über die bereits entschieden wurde: Provenienzforschung.


QUELLE - Pressemeldung:  

  • Medieninformation der Bayerische Staatsgemäldesammlungen vom 2. September 2025:  "Restitution von weiteren vier Gemälden der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen"

Dienstag, 13. Mai 2025

München Pinakothek: Ankauf Hans Baldung Grien

Alte Pinakothek zeigt eine bedeutende Neuerwerbung


Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben ein herausragendes Gemälde aus dem frühen 16. Jahrhundert erworben -  Der Ankauf des Kunstwerks von Hans Baldung Griens 'Maria als Himmelskönigin' für den Bereich der Altdeutschen Malerei der Alten Pinakothek ist etwas ganz Besonderes

Ab dem 05. Juni ist die bedeutende Neuerwerbung im Rahmen der Sammlungspräsentation „Wie Bilder erzählen - Storytelling von Albrecht Altdorfer bis Peter Paul Rubens“ in der Alten Pinakothek zu sehen (ENGLISH)


 
München.  Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben ein herausragendes Gemälde aus dem frühen 16. Jahrhundert erworben: Hans Baldung Griens „Maria als Himmelskönigin“. Es war eines der letzten noch in Privatbesitz befindlichen Gemälde dieses faszinierenden Künstlers der Dürerzeit. Es gelang mit den Mitteln der Pesl-Stiftung Bayern, der Ernst von Siemens Kunststiftung und dem Pinakotheks-Verein das Werk anzukaufen. Diese Medieninformation, aus der wir unten zitieren, erreichte die Redaktion des Kunst-Kultur-Blogs gestern. Schön, dass die Sammlung erweitert werden konnte! Wir freuen uns mit der Sammlungsleitung und auf die Präsentation des Gemäldes im Rahmen der Ausstellung "Wie Bilder erzählen ... " ab Juni 2025. 

Alte Pinakothek unten Rechts - Collage mit Pinakothek der Moderne, Foto: Helga Waess (Pressefotoarchiv)



Der Künstler Hans Baldung, genannt Grien (1484/85-1545) ist einer der bedeutendsten und zugleich stilistisch eigenwilligsten und originellsten Künstlern der Renaissance nördlich der Alpen



Er kam aus der Nürnberger Werkstatt Albrecht Dürers und ließ sich 1509 in Straßburg nieder. Aus seiner Werkstadt kommen eine Bandbreite an kleinformatigen Andachtsbilder, Altarretabel und Bildnisse, aber auch mythologischen und allegorischen Darstellungen. Seine profanen, neuartigen Bildthemen zeigen neben der Kenntnis der etablierten Bildtradition, die Einflüsse humanistischen Gedankenguts  auch zeitgenössische theologische Diskurse. 
 

Das nun für München neu erworbene Gemälde „Maria als Himmelskönigin“

Es kann aus stilistischen Gründen in die Zeit um 1516/18 eingeordnet werden. In diesen Jahren entstand auch der Hochaltar des Freiburger Münsters für Grien ein prestigeträchtiger Großauftrag. Danach kehrte er nach Straßburg zurück. Es ist daher vermutlich eine der frühesten Auseinandersetzungen des Künstlers mit dem Thema im Medium der Tafelmalerei.

Die Staatsgemäldesammlungen beschreiben in ihrer Pressemeldung das Gemälde wie folgt:

Über mögliche Auftraggeber beziehungsweise Käufer ist nichts bekannt, doch dürfte das Bild sich an ein anspruchsvolles und gebildetes Publikum wie Juristen oder Kleriker gerichtet haben. Dabei kombiniert er die Darstellung der gekrönten Himmelskönigin mit der einer Maria lactans, der stillenden Muttergottes. Neben der hohen malerischen und koloristischen Qualität, die für sich genommen den Ankauf für die Alte Pinakothek rechtfertigen würde, zeigt das auf den ersten und flüchtigen Blick vermeintlich traditionell wirkende Bild exemplarisch Baldungs besondere Fähigkeit zu eigenständigen, von gängigen Mustern abweichenden und dabei inhaltlich anspruchsvollen Bilderfindungen: 

So kontrastiert Baldung einerseits die idealschöne, mit ihren fein gelockten Haarsträhnen durchaus sinnliche Mariengestalt mit einem mit geradezu zupackendem Realismus gegebenem Säugling, der hungrig und ganz irdisch an der Brust der Mutter trinkt. Gleichzeitig sorgt der hauchzarte, transparente und von der Bügelkrone Mariens in einem weiten Bogen herabwehende Schleier – ein malerisches Bravourstück – für eine sinnfällige Verbindung beider Figuren, indem er sich mit dem Windeltuch des Jesuskindes zu vereinen scheint und so sinnfällig wie beifällig auf die doppelte Natur des Jesuskindes hinweist. 

Doppeldeutig erscheint auch die fahle, in ihrer Helligkeit mehrfach abgestufte Scheibe hinter dem Kopf der Maria: Einerseits als Heiligenschein lesbar, hat sie zugleich den Charakter einer übernatürlichen Lichterscheinung, die erneut auf die göttliche Natur Christi wie auch die Aufnahme Mariens in himmlische Sphären bezeugt. Damit erweist sich die Darstellung als überzeitliche Vision, die sich vor den Augen der Betrachtenden ereignet, worauf auch die wie geblendet wirkende, fast karikaturartig und in Grisaillemalerei ausgeführte Engelsfigur zur linken Seite der Muttergottes anzuspielen scheint.
 

Mit diesem bedeutenden Ankauf kann eine bestehende Lücke der Sammlung auf höchstem Niveau geschlossen werden!

Ein kleinformatiges Andachtsbild des Künstlers fehlte bisher in der Alten Pinakothek. 

Gleichzeitig fügt sich das Bild so nahtlos in die bestehende Sammlung – eine der größten und zugleich bedeutendsten dieser Art überhaupt – ein, dass es fast wie für diesen Ort geschaffen scheint. Ankäufe dieser Qualität sind nicht nur seltene Glücksfälle, sondern angesichts der Preise auf dem internationalen Kunstmarkt eigentlich unmöglich. Dies unterstreicht die überragende Bedeutung der zukünftig dauerhaft zur Verfügung stehenden Unterstützung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen durch die Pesl-Stiftung Bayern, durch die sich zukünftig in dieser Hinsicht ganz neue Möglichkeiten eröffnen.


Baldungs „Maria als Himmelskönigin“ besitzt eine gut dokumentierte und sogar illustre Provenienz

  •  Nachdem es 1907 aus Basler Privatbesitz in das Fürstlich Hohenzollern‘sche Museum in Sigmaringen gelangt war, wurde es 1928 vom jüdischen Lederwarenfabrikanten Robert von Hirsch, einem begeisterten und passionierten Kunstsammler, für dessen Privatsammlung in Frankfurt erworben. Beraten vom damaligen Direktor des Städelschen Kunstinstituts, Georg Swarzenski, trug Robert von Hirsch eine der bedeutendsten Privatsammlungen der Weimarer Republik mit Schwerpunkt auf Kunst und Kunsthandwerk des Mittelalters und der Renaissance zusammen. 
  • Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten gelang es Robert von Hirsch, bereits 1933 nach Basel zu emigrieren, wobei er auch seine Kunstsammlung in die Schweiz ausführen konnte (ein von ihm als Gegenleistung unter Zwang an Hermann Göring abgetretenes Cranach-Gemälde wurde nach Kriegsende an ihn restituiert). Nach seinem Tod im Jahr 1977 wurde, wie testamentarisch bestimmt, die komplette Sammlung Robert von Hirschs 1978 in London versteigert, wobei zahlreiche Werke ihren Weg in die Sammlungen bedeutender deutscher wie internationaler Museen fanden. 
  • Nach über 30 Jahren in einer deutschen Privatsammlung gelangte Baldungs „Maria als Himmelskönigin“ 2012 in amerikanischen Privatbesitz, woher die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen das Gemälde unter Vermittlung des New Yorker Kunsthändlers Nicolas Hall nun erwerben konnten.

Das Gemälde wurde im Zuge der Neuerwerbung eigens neu gerahmt

Die Pesl-Stiftung Bayern ermöglichte nach intensiver Recherche großzügig den Erwerb eines ästhetisch perfekt passenden und zeitgenössischen historischen Profilrahmens (Deutschland um 1500-1550, Nussbaumholz, mit Schellack gefasst) bei Knoell Rahmen, Basel.
 

Ab dem 05. Juni ist diese bedeutende Neuerwerbung im Rahmen der Sammlungspräsentation „Wie Bilder erzählen"

Storytelling von Albrecht Altdorfer bis Peter Paul Rubens“ in Saal XII in den Sonderausstellungsräumen im Erdgeschoss West der Alten Pinakothek zu sehen, wo sie ihren ersten Auftritt im Kontext der Sammlung erhalten wird.

Markus Blume, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Freistaat Bayern:


„Himmlischer Zuwachs für Bayern: Hans Baldung Griens 'Maria als Himmelskönigin' wird Münchnerin! Dass wir dieses herausragende Werk der Altdeutschen Malerei dauerhaft in der Alten Pinakothek bestaunen können, verdanken wir maßgeblich dem Wirken von Maja und Rudolf Pesl. Ohne viel Aufsehens hat das Ehepaar Pesl Münchens Kunstwelt mit leiser Stimme laut geprägt, es hat Bayerns Kunstsammlungen bereits in der Vergangenheit fantastische Schätze beschert. 'Maria als Himmelskönigin' ist die erste von der Pesl-Stiftung Bayern maßgeblich mitgeförderte Erwerbung für die Alte Pinakothek - aber längst nicht die Letzte. Die Pesl-Stiftung wird auch in Zukunft Ankäufe für die Alte und Neue Pinakothek sowie das Bayerische Nationalmuseum ermöglichen. Unsere Dankbarkeit gebührt auch zwei weiteren starken Partnern - der Ernst von Siemens Kunststiftung und dem Pinakotheks-Verein, die bei diesem Ankauf wieder großzügige Unterstützung geleistet haben. Mäzenatentum hat in Bayern große Tradition - darauf sind wir stolz! Gemeinsam machen wir große Kunst möglich!“


Dr. Thomas Weckbach, Vorsitzender des Stiftungsrates der Pesl-Stiftung Bayern:


„Der Ankauf von Hans Baldungs „Maria als Himmelskönigin“ ist ganz im Sinne des Stifters, der durch den engen Stiftungszweck die nachhaltige Förderung der Museen mit Ankäufen höchster Qualität gesichert wissen wollte. Er ergänzt die Sammlung nicht nur, sondern wird sie bereichern. Ein derart herausragendes Werk erwerben zu können, ist ein seltener Glücksfall. Dies zu ermöglichen war uns Verpflichtung und Freude zugleich.“

 

Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung:

„Ein Ankauf der Superlative: Hans Baldung ein kreativer, gebildeter Renaissancemensch hat der Himmelskönigin eine malerisch perfekte, farblich beeindruckende, göttliche und sinnliche Erscheinung verliehen. Kompliment an die Wissenschaftler der Staatsgemäldesammlungen, die den Erwerb mutig betrieben haben und die Mitförderer, die einmal mehr zeigen, wie wichtig privates Engagement für unsere Museen ist. “

 

Elisabeth Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein, Vorsitzende des Pinakotheks-Vereins:


„Der Pinakotheks-Verein, getragen von großem bürgerschaftlichen Engagement, freut sich, gemeinsam mit den beiden Stiftungen diesen bedeutenden Ankauf für die Alte Pinakothek ermöglicht zu haben. “


Anton Biebl, Interimistische Leitung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen:


„Der Ankauf des Kunstwerks von Hans Baldung Griens 'Maria als Himmelskönigin' für den Bereich der Altdeutschen Malerei der Alten Pinakothek ist etwas ganz Besonderes. Dafür danke ich der

Pesl-Stiftung, der Ernst von Siemens Kunststiftung und dem Pinakotheks–Verein sehr.

Den heutigen Tag können wir aus einem noch anderen Grund besonders feiern, da wir von nun an die Pesl-Stiftung als weiteren wichtigen Partner an der Seite der Alten Pinakothek wissen. Diese Partnerschaft wird es uns ermöglichen, eine Erwerbungs–Strategie zu entwickeln, um so die weltberühmte Sammlung auf höchstem Niveau zu verdichten.“


 

Bayerische Staatsgemäldesammlungen -
Alte Pinakothek München

Adresse: Barer Str. 27, 80333 München


Öffnungszeiten: 
  • Täglich außer Montag von 10.00 - 18.00 
  • Dienstags und Mittwochs von 10.00 - 20.00
  • Montags geschlossen

Freitag, 24. Januar 2025

Veranstaltungstipp: Sonderprogramm in den Museen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

Sonderprogramm - Bayerische Staatsgemäldesammlungen in München

 

Februar-Sonderprogramm an den Häusern der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

 

Rund um das Spannungsfeld von Kunst, KI und Urheberrecht

 

München. Die Häuser der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen laden für den Februar zu einigen spannenden Events.  Im Rahmen der Sonderausstellung „Rachel Ruysch – Nature into Art“ wartet ein  Film und Musikgenuss in der Alten Pinakothek auf die Besucher. Aber auch für Sofa-Fans haben die Staatsgemäldesammlungen einiges Online zu bieten:  Kunst von zu Hause genießen? Das geht in verschiedenen digitalen Formaten wie Live-Chats oder Workshops. Alle Termine findet man auf der Website unter www.pinakothek.de/programm. Im Kunst-Kultur-Blog haben wir einen Artikel zur aktuellen Sonderausstellung „Rachel Ruysch – Nature into Art“  ALTE PINAKOTHEK 26. November 2024 — 16. März 2025 (und auf ENGLISH)

Fotocollage: Pinakothek der Moderne und u.re. Alte Pinakothek, Fotos: Helga Waess (Archiv)

 

FILMVORFÜHRUNG | Eine Reise in das Reich der Natur – „Das große Krabbeln“

SA 01.02. | 14.00 | Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium

Eine kostenfreie Vorstellung mit kurzer Einführung durch das kuratorische Team der „Rachel Ruysch“-Ausstellung. Die faszinierende Welt der Insekten, Pflanzen und Blüten wird im  Film lebendig und man erlebt einen Mikrokosmos, dem sich die Amsterdamer Malerin Rachel Ruysch im 17. Jahrhundert in vielen Blumenstillleben widmete. Im Anschluss an die Filmvorführung besteht ab 16.30 Uhr die Möglichkeit, die Sonderausstellung „Rachel Ruysch – Nature into Art“ zu besuchen. Kunstvermittler sind vor Ort ansprechbar.

  • SA 01.02. | 14.00 | Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium | Eintritt frei
  • Ab 16.30 | Kunstauskunft in der Ausstellung in der Alten Pinakothek | Für die Sonderausstellung „Rachel Ruysch – Nature into Art“ ist eine Eintrittskarte erforderlich. 
  • Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt in alle Häuser. 
  • Zeitfenstertickets für die „Rachel Ruysch“-Ausstellung unter: https://www.pinakothek.de/de/nature-into-art



KONZERT | Zwischen Blüten und Klang. Ein Konzertabend mit Erik Bosgraaf

DO 06.02. | Konzertbeginn 20.00 | Ausstellung ab 18.30 geöffnet | Alte Pinakothek | Sonderausstellung und Saal IX 1. OG


"Der niederländische Blockflötenvirtuose Erik Bosgraaf hat als Hommage an Rachel Ruysch einen musikalischen Blumenstrauß aus Stücken ihrer Zeit zusammengestellt. Die ausgewählten Werke stammen von Jacob van Eyck, Arcangelo Corelli, Georg Philipp Telemann bis hin zu Johann Sebastian Bach. Farbenpracht und Vielfarbigkeit erklingen in einem facettenreichen Programm, in dem sich die Musik der barocken Meister eindrucksvoll entfaltet. Zum Abschluss präsentiert Erik Bosgraaf die Komposition „Rachel Ruysch Reimagined“, die er speziell für diesen Abend geschaffen hat.

Vor dem Konzert besteht die Möglichkeit zu einem freien Ausstellungsrundgang. In den Sälen können die Besucher:innen bei der „Kunstauskunft“ mit unseren Ciceroni ins Gespräch kommen und spannende Einblicke in die gezeigten Werke und Arbeiten gewinnen."

  • DO 06.02. | Konzertbeginn 20.00 | Ausstellung ab 18.30 geöffnet | Alte Pinakothek | Sonderausstellung und Saal IX 1. OG
  • Eintritt zzgl. VVK-Gebühr 28 Euro | ermäßigt 14 Euro
  • VVK an der Museumskasse der Alten Pinakothek sowie über München Ticket



BESONDERS | After Work – Kunst, Wein und Musette

DO 13.02. | 19.00-21.30 | Alte Pinakothek

 "Gesellige Stunden nach Feierabend: Das Jazz-Label Upstroke Music hat ein besonderes Musikprogramm für unsere beliebte After Work-Reihe gestaltet. In der Tradition der Musette-Musik erklingen in den Ausstellungsräumen und im Foyer der Alten Pinakothek barocke Melodien, salonfähig interpretiert – mal im Trio, mal im Duett.

Unsere Ciceroni begleiten den Ausstellungsbesuch und freuen sich bei der „Kunstauskunft“ auf einen inspirierenden Austausch zu den gezeigten Werken. Ein passendes Getränk sollte hier nicht fehlen: Garibaldi München schenkt im Foyer die exklusive Weinedition zur Ausstellung „Rachel Ruysch – Nature into Art“ aus."

  • DO 13.02. | 19.00-21.30 | Alte Pinakothek
  • Tickets im VVK über 
  • München Ticket 
  • Museumskasse der Alten Pinakothek
  • Ggf. Restkarten an der Abendkasse



DIGITAL - Live-Chat - Die Neue Pinakothek. 1854 – 1981 – 2029

MO 24.02. um 18.30

"Die Neue Pinakothek in München wurde auf Veranlassung Ludwigs I. von Bayern errichtet und 1854 eröffnet. Als Pendant zur “Älteren Pinakothek” war es das erste Museum für zeitgenössische Kunst auf dem europäischen Kontinent. Dank des legendären Direktors Hugo von Tschudi kamen kurz vor dem Ersten Weltkrieg die noch heute oft bewunderten Werke beispielsweise von Manet, Cézanne und van Gogh hinzu. Im Zweiten Weltkrieg wurde der ursprüngliche Bau vernichtet. 1981 konnte ein Neubau von Alexander Freiherr von Branca eingeweiht werden, der die nun weitgehend abgeschlossene Sammlung als eine weltweit führende Galerie des 19. Jahrhunderts präsentierte, in der im Unterschied zur Alten Pinakothek auch die Skulptur (und inzwischen Fotografie) vertreten ist. Das Gebäude wird zurzeit einer langjährigen Komplettsanierung unterzogen und soll 2029 in neuem Glanz erstrahlen. Unser Live-Chat mit Angelika Grepmair-Müller und Jochen Meister vom Team Bildung und Vermittlung erzählt in kompakter Form die Geschichte der Neuen Pinakothek in München und zeigt beispielhafte Werke aus der Online-Sammlung."

  • MO 24.02. | 18.30
  • Anmeldung unter 
  • programm@pinakothek.de



DIGITAL | Online-Workshop | Exzentrisches Zeichnen

MO 24.02. | 20.00 | Pinakothek der Moderne


"Zeichnen kann jede:r! In diesem Workshop werden wir uns gemeinsam mit experimentellen Methoden dem freien Zeichnen nähern. Dabei lösen wir uns spielerisch von Blockaden und Hemmungen beim Zeichnen. Inspiriert durch die Ausstellung ECCENTRIC. ÄSTHETIK DER FREIHEIT wollen wir mutig, frei und humorvoll selbst erfahren, was aus dem Zentrum herausgerückte Zeichnungen (ex centro) bedeuten können."

  • MO 24.02. | 20.00 | Pinakothek der Moderne
  • Begrenzte Anzahl an Teilnahmeplätzen 
  • Anmeldung bis zum Vortag bzw. zum vorhergehenden Werktag unter:
  •  www.pinakothek-der-moderne.de



BESONDERS : Talk im Rahmen von „Rachel Ruysch. Nature into Art“
acatech am Dienstag: KI trifft Kreativität – Filmkunst ohne Grenzen und ohne Rechte?

  • DI 25.02. | 18.00-20.30 |
  •  acatech Forum – Haus B, Karolinenplatz 4, 80333 München


"Generative KI-Modelle können Texte erstellen, als persönliche Assistenz dienen – und werden immer häufiger auch genutzt, um gestalterische Elemente zu erzeugen, von Grafiken bis hin zu kurzen Clips für Social Media. Unzählige Tools stehen dafür öffentlich zur Verfügung, oft sogar kostenfrei.
Mit diesen technologischen Entwicklungen gehen vielfältige Veränderungen einher: Einerseits eröffnen sich für Kunstschaffende völlig neue Möglichkeiten, ihre Kreativität auszuleben. Werke können deutlich schneller und kostengünstiger geschaffen werden als bisher. Besonders im Film verschmelzen unterschiedliche Kunstformen wie Audioelemente und visuelle Komponenten, Bewegt- und Standbilder.
Andererseits werfen diese Entwicklungen auch kritische Fragen auf: Welche Daten wurden für das Training der KI-Modelle verwendet, und wird deren Ursprung transparent kommuniziert? Was gilt noch als geistiges Eigentum, wenn KI-Tools im kreativen Schaffensprozess eingesetzt werden? Wie verändern sich Urheberrechte in einer Welt, in der KI immer stärker mitgestaltet?

Diesen und weiteren Fragen im Spannungsfeld von Kunst, KI und Urheberrecht widmen wir uns am Beispiel Film bei acatech am Dienstag in Kooperation mit der Alten Pinakothek in München. 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Rachel Ruysch – Nature into Art“ statt."
 

  • DI 25.02. | 18.00-20.30 |
  •  acatech Forum – Haus B, Karolinenplatz 4, 80333 München
  • Teilnahme kostenfrei. 
  • Anmeldung erforderlich unter KI trifft Kunst



BESONDERS | Exzentrik – Ausdruck des Unangepassten | Lesung und Drag-Performance

DO 27.02. | 18.00 | Pinakothek der Moderne


"Der ehrenamtlich betriebene Buchladen glitch und die Bildung und Vermittlung der Pinakothek der Moderne laden im Rahmen der Ausstellung ECCENTRIC. ÄSTHETIK DER FREIHEIT zu einer besonderen Lesung ein. Erlebt, wie die Grenzen zwischen Kunst, Selbstinszenierung und gesellschaftlichen Normen durchbrochen werden, wenn Perry Stroika in einer mitreißenden Drag-Performance die Bühne betritt.

glitch (non-profit volunteer-run queerfeminist bookstore) versammelt literarische Perspektiven auf das Thema Exzentrik und öffnet den Raum für eine lebendige Auseinandersetzung mit dem Anderssein – im Dialog, in der Performance und in der Kunst."

  • DO 27.02. | 18.00 | Pinakothek der Moderne
  • Teilnahme kostenfrei | Keine Anmeldung nötig



ÖFFNUNGSZEITEN  der Häuser der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen


  • Alte Pinakothek                             Täglich außer MO | 10.00-18.00 | DI, MI 10.00-20.00   
  • Neue Pinakothek                          Wegen Sanierungsmaßnahmen geschlossen   
  • Pinakothek der Moderne             Täglich außer MO | 10.00-18.00 | DO 10.00-20.00   
  • Museum Brandhorst                    Täglich außer MO | 10.00-18.00 | DO 10.00-20.00   
  • Sammlung Schack                       MI-SO | 10.00-18.00 | Jeden 1. und 3. MI im Monat 10.00-20.00   

    
(Zitate aus der Pressemeldung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vom 24.1.2025)
 
 

Freitag, 15. März 2024

München: Ausstellungsankündigung: KEITH HARING & ANDY WARHOL im Juni 2024

 Ausstellungsankündigung: Museum Brandhorst im Kunstareal in München


Im Sommer beginnt die Ausstellung KEITH HARING & ANDY WARHOL. PARTY OF LIFE


Ausstellungsdauer vom 28. JUNI 2024 BIS 26. JANUAR 2025 im Untergeschoss des Museum Brandhorst 


München. Noch drei Monate, dann geht es wieder um die Popstars der Kunstszene, um die Vermarktungsgenies der POP-ART-KUNST Andy Warhol und Keith Haring. Beide waren mit ihren Neuerungen übrigens die berühmtesten Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Warhol revolutionierte mit seinen Siebdrucken und poppigen Bilder die etablierten Vorstellungen und seine Factory war legendär. Haring brachte mit überdimensionalen Strichmännchen, die Bewegung auf den Punkt und ließ seine Figuren mit wenigen Strichen regelrecht tanzen. Inzwischen sind beide Bestandteil des kollektiven Bildgedächtnisses weltweit. Und: die beiden waren befreundete Weggefährten, absolut zeitgenössisch und wegweisend - wobei der Altersunterschied von gut 30 Jahren gar keine Rolle spielte - und in der New Yorker Kunst- und Clubbingszene zuhause.

Kunstareal in München - Museen - Pressefoto-Collage: Helga Waess


„Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life“ im Museum Brandhorst 

Erstmals wird Warhol (1928 - 1987) und Haring (1958 - 1990) eine institutionelle Ausstellung gewidmet. Hierbei greifen die Kuratoren in die Sammlung Brandhorst, die mit 120 Werken die größte Warhol-Sammlung außerhalb der USA besitzt und deren Konvolut an Haring-Arbeiten stetig wächst.

 Keith Harings legendäre Geburtstagsfeiern fanden unter dem Titel „Party of Life“ statt. Ein Motto, das den Künstlerischen Kosmos der 1980er-Jahre zusammenfasst und alles beinhaltet die MTV-Szene inklusive Discos, Voguing, Hip-Hop, New Wave und Graffiti-Kunst. 

Eine ganz besondere Künstlerfreundschaft zeigt auch im Werk Parallelen und wurde dem Anspruch der beiden gerecht:

Andy Warhol und Keith Haring wollten durch ihre 

Kunst-Botschaften möglichst viele Menschen erreichen.


Die Ausstellung lässt ab Juni 2024 die Zeit von Warhol und Haring nachempfinden, die sowohl den Austausch mit den Zeitgenossen aus Performance, Literatur, Musik und Mode schätzten und in Film- und Fotomaterial festgehalten wurden. Die Kuratoren Franziska Linhardt unter Mitarbeit von Arthur Fink werden auch diverse Alltagsgegenstände in die Visualisierung der Zeit einbringen und dadurch einen breiten Blickwinkel auf die gezeigten Werke ermöglichen.

 

KEITH HARING & ANDY WARHOL. PARTY OF LIFE im Museum Brandhorst


Ausstellungsdauer 

  • vom 28. JUNI 2024 BIS 26. JANUAR 2025 im Untergeschoss des Museum


Museum Brandhorst

im Kunstareal in München

Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Theresienstraße 35 a

80333 München

Öffnungszeiten

  • Täglich außer Montag: 10:00 - 18:00 Uhr
  • Donnerstag: 10:00 - 20:00 Uhr


Das Kunstareal München findet man im Münchner Stadtteil Maxvorstadt

Im Kunstareal auf einer Fläche von 500 × 500 Metern sind in München

  • insgesamt 18 Museen und Ausstellungsflächen, 
  •  20 Galerien mit verschiedenen Angeboten, 
  • sechs international renommierte Hochschulen (LMU, TU, ...)
  • und andere Kulturinstitutionen (Doernerinstitut, etc.)
  • Auktionshäuser,
  • usw. zu finden.

 Das Münchner Kunstareal gehört zu den wichtigsten Kulturstandorten in Europa.

#MuseumBrandhorst