Posts mit dem Label Bayerischen Staatsgemäldesammlungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bayerischen Staatsgemäldesammlungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 7. Juli 2026

3. Juli - 8. Nov. 2026 Große Baselitz-Neupräsentation in München

PINAKOTHEK DER MODERNE - SAMMLUNG MODERNE KUNST - MUSEUM BRANDHORST

 

Baselitz-Neupräsentation in München - Werke der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen im  SAAL 28 in der Pinakothek der Moderne: Georg Baselitz (1938–2026)


AUSSTELLUNGSDAUER: 03. JULI 2026 – 08. November 2026 - 31 Werke von Georg Baselitz  von frühen Arbeiten der 1960er Jahre über die „Remix“-Serie bis zum Spätwerk



München. Mehr als fünf Jahrzehnte haben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen das Werk von Georg Baselitz (1938–2026) eng begleitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart erneuerte er maßgeblich die figurative Malerei nach 1945. Der Bestand der Sammlung Moderne Kunst umfasst 31 Werke – von frühen Arbeiten der 1960er Jahre über die „Remix“-Serie bis zum Spätwerk. Die aktuelle Präsentation in Erinnerung an den Künstler umfasst eine Auswahl an elf Arbeiten, welche die komplexe Entwicklung seines Schaffens nachvollziehbar macht. 

Museumsareal in München - Pinakothek der Moderne - Collage mit Alter Pinakothek - München - Foto: Helga Waess (Pressefotoarchiv)

Der erste Ankauf eines Werkes von Georg Baselitz durch die ehemalige Staatsgalerie moderner Kunst im Haus der Kunst erfolgte bereits 1972

Nur vier Jahre später widmete die damalige Staatsgalerie moderner Kunst im Haus der Kunst dem damals 38-jährigen Künstler eine Einzelausstellung. Diese Schau markierte einen Wendepunkt: Zeitgenössische Kunst rückte in den Fokus des Museums, und eine gegenwartsorientierte Ankaufspolitik wurde etabliert.

Dank der Unterstützung von Herzog Franz von Bayern, langjähriger Wegbegleiter und früher Sammler des Künstlers, konnte die erste Ausstellung verwirklicht werden und bedeutende Werke für den Sammlungsbestand gesichert werden. 

Hervorzuheben ist „Der Mann am Baum“ (1969), eines der ersten Gemälde, in denen Baselitz die Figur auf den Kopf stellte. Diese Umkehrung wurde zu einem zentralen Merkmal seines Schaffens und kann zugleich als kritische Reflexion deutscher Geschichte verstanden werden.
 

Die 2019 erfolgte Schenkung von sechs Gemälden und einer Skulptur aus den Jahren 2008 bis 2017 zu Ehren von Herzog Franz von Bayern bildete einen weiteren Höhepunkt

Zu den herausragenden Werken des Spätwerks und dieser Schenkung zählen das Gemälde „Avignon ade“, dessen Figur in einem zeit- und grenzenlosen Raum zu schweben scheint, sowie die Skulptur „Zero Ende“, ein eindringliches Sinnbild der Vergänglichkeit.
 

Über Generationen von Sammlungsleiter:innen und Direktoren hinweg hat die Sammlung Moderne Kunst diesen Werkbestand kontinuierlich erweitert und die künstlerische Entwicklung Baselitz’ über Jahrzehnte begleitet

 Durch das großzügige Engagement des 

  • Wittelsbacher Ausgleichsfonds, 
  • von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V., 
  • der Theo Wormland-Stiftung, 
  • der Michael & Eleonore Stoffel-Stiftung 
  • sowie durch Georg Baselitz selbst 
konnten wichtige Werke in den Bestand aufgenommen werden.


Seit 2009 bereichern zudem neun Baselitz-Werke der Sammlung Udo und Anette Brandhorst den Münchner Bestand

Das Sammlerehepaar verband eine tiefe Freundschaft mit dem Künstler. Die Werke im Museum Brandhorst spannen einen Bogen von frühen Werken wie „Birke“ (1970) bis zum jüngsten Ankauf im Jahr 2023 mit „Manopola – Fausthandschuh“ (2019).

Carla Schulz-Hoffmann, 

verantwortliche Referentin der Pinakothek der Moderne und stellvertretende Generaldirektorin bis 2011, prägte über 30 Jahre diesen Sammlungsbereich. Sie hat die erste Ausstellung verantwortet – wie auch die aktuelle Präsentation co-kuratiert.
 

Die Werkauswahl zeigt Baselitz‘ intensive Auseinandersetzung mit Malerei: 

Baselitz experimentierte mit Farbtönen, fragmentierte die Figur, trug die Farbe mit Fingern auf, bezog sich auf kunsthistorische Vorbilder, nahm eigene Motive in der „Remix“-Serie wieder auf. Er hinterfragte Malerei schonungslos;  Verdrängtes wurde damit auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene zu Tage gefördert. Georg Baselitz’ Werk bleibt herausfordernd, kraftvoll und kompromisslos.

 

AUSSTELLUNGSDAUER:

 03. JULI 2026 – 08. November 2026

 

Im Museum Brandhorst 

... wird parallel zur Baselitz-Neupräsentation in der Pinakothek der Moderne ein eindrucksvolles Werk in Gedenken an Georg Baselitz im Treppenhaus gezeigt: „Manopola – Fausthandschuh“ (2019).

 

Kuratiert von Verena Hein und Carla Schulz-Hoffmann und unterstützt von Lilith Bitzer
 


Georg Baselitz in der musica viva-Konzertreihe des Bayerischen Rundfunks


2025 gestaltete Georg Baselitz die Marionetten für die Neuinszenierung von Igor Strawinskys „Histoire du Soldat“ im Rahmen der Salzburger Festspielen. Die einzigartige und gefeierte Produktion des Salzburger Marionettentheaters kommt zur musica viva nach München.

22. September 2026, 19.00 Uhr:
 
Prinzregententheater, mit Dominique Horwitz, Isabelle Faust ausgewähltes All-Star-Ensemble internationaler Musiker:innen.


Informationen zum Programm finden Sie unter:

  •  www.br-musica-viva.de/konzerte/isabelle-faust-friends

Montag, 15. Dezember 2025

Provenienzforschung: Bayern restituiert Gemälde

Restitution eines Gemäldes durch die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen


Erweitertes Restitutionsgesetz bezieht jetzt auch bislang ungeklärte Bereiche wie Händlerware, Auslandverkäufe und Fluchtgut mit ein! Nach 15 Jahren wird eine zunächst negativ befundene Entscheidung aus dem Jahr 2010 revidiert und ein Gemälde aus dem Umkreis von Lucas Cranach dem Älteren wurde Anfang Dezember an die Erben von Ernst Magnus zurückgegeben


Seit Juli 2025 ist das neu begründete Referat für Provenienzforschung an der Museumsagentur mit der Neubewertung von Restitutionanträgen betraut (English)


München. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben den 2010 zunächst abgelehnten Erb-Fall neu bewertet und das Renaissance-Gemälde „Hl. Anna Selbdritt“, welches zwischen 1522-1525 datiert werden kann und aus dem Umkreis Lucas Cranach d. Ä. stammt, jetzt an die Erben des einstigen Besitzers nach  Ernst Magnus (Hannover) zurückgegeben. Das Gemälde wurde im Jahr 1940 vom einstigen Eigentümer an die Galerie Fischer in Luzern in Kommission abgegeben, der Kunsthändler Walter Andreas Hofer verkaufte das kleinformatige Werk im Jahr 1941 an Hermann Göring. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs landete das Werk im Central Collecting Point der amerikanischen Alliierten am Königsplatz und wurde von dort treuhänderisch an den Bayerischen Ministerpräsidenten übergeben. Im Jahr 1961 ging das Gemälde „Hl. Anna Selbdritt“ als Erwerbung aus NS-Besitz in die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Alte Pinakothek, Rückseite, München, Foto: Helga Waess (Pressefotoarchiv)


 Neuer Bewertungsrahmen der Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut in Bayern

Das 2009 gestellten Restitutionsgesuch der Erben wurde, nach der Ablehnung des Anspruchs im Jahr 2010, nun auf Basis des neuen Bewertungsrahmens der Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut für die Prüfung und Entscheidung zum Umgang mit NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut geprüft und  Restitution jetzt bewilligt.

Der Bayerische Kunstminister Markus Blume sagte am 12. Dezember zu der aktuellen Entscheidung: 

„Ich freue mich, dass der klar definierte und erweiterte Kriterienkatalog des neuen Bewertungsrahmens des Schiedsgerichts NS-Raubgut die rechtlichen Voraussetzungen für die Rückgabe des Gemäldes ‚Hl. Anna Selbdritt‘ an die Erben nach Ernst Magnus schafft. Mit dem Start der Schiedsgerichtsbarkeit hat eine neue Ära bei der Rückgabe von NS-Raubkunst begonnen – und sie wirkt weit über den Rechtsweg hinaus. Der Bewertungsrahmen konkretisiert die Washingtoner Prinzipien und schafft verlässliche Leitlinien. Das ist ein wichtiger Fortschritt für eine zeitgemäße Restitutionspraxis. Zum ersten Mal werden auch bislang ungeklärte Bereiche wie Händlerware, Auslandverkäufe und Fluchtgut geregelt. Dabei gilt: Keine Regel ohne Ausnahme – nur so lässt sich jeder Einzelfall individuell würdigen. Für Museen in Bayern und deutschlandweit schafft das die Chance, schwierige Sachverhalte erneut zu beleuchten und Entscheidungen auf eine breitere, tragfähige Grundlage zu stellen“.

Anton Biebl, der Leiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen äußertes sich wie folgt: 

„Die Entscheidung, das Werk an die Erben von Ernst Magnus zurückzugeben, ist ein sichtbares Zeichen für die Weiterentwicklung unserer Restitutionspraxis. Wir sind den Opfern des NS-Unrechts und ihren Nachfahren verpflichtet, ihre Geschichten sichtbar zu machen und gerechte Lösungen zu finden."

Hannah Cavendish-Palmer, die Urenkelin von Ernst Magnus, bedankt sich mit folgenden Worten:

‘Thank you to the people of Germany for being willing to listen, remember, and recognize the tragic persecution of my family members and so many others, whose lives were destroyed by the Nazis. Thank you to the Bavarian State Museums for hearing that call and returning the painting. I implore German institutions to continue returning stolen works.’

Übersetzt: Ich danke dem deutschen Volk für seine Bereitschaft, zuzuhören, sich zu erinnern und die tragische Verfolgung meiner Familienmitglieder und so vieler anderer anzuerkennen, deren Leben von den Nazis zerstört wurde. Mein Dank gilt den Bayerischen Staatsmuseen, die diesem Appell gefolgt sind und das Gemälde zurückgegeben haben. Ich appelliere an alle deutschen Institutionen, weiterhin gestohlene Kunstwerke zurückzugeben.


Ernst Magnus (1871–1942) und seine Frau Ida stammten ursprünglich aus Hessen und lebten lange Jahre in Hannover

Magnus war Direktor der Commerz- und Disconto-Bank Hannover, Mitglied im Börsenvorstand und von 1914 bis 1933 im Aufsichtsrat der Continental Gummi-Werke AG. Gemeinsam mit seiner Frau baute er eine Kunstsammlung auf, beraten von einem Assistenten des Kunsthistorikers, Museumsfachmanns und Mitbegründers des modernen Museumswesens Wilhelm von Bode.

Mit Beginn des NS-Regimes wurde die Familie zunehmend entrechtet. Ihre Konten wurden gesperrt, Grundstücke unter Wert verkauft, Judenvermögensabgabe und Reichsfluchtsteuer mussten geleistet werden. 1935 war Ernst Magnus verfolgungsbedingt nach Lausanne emigriert, wohin er Teile seiner Sammlung und wertvolle Einrichtungsgegenstände mitnehmen konnte. 

Doch um die Kosten der Flucht und ein Visum für Kuba finanzieren zu können, sah sich Magnus gezwungen, weitere Kunstwerke zu verkaufen, darunter „Hl. Anna Selbdritt“. Als sich die Asylregelungen in der Schweiz zunehmend verschärften, gelang der Familie 1941 die Ausreise über Sevilla nach Havanna, wo Ernst Magnus bereits wenige Monate später, am 12. Februar 1942, verstarb. Seine Frau und Tochter konnten weiter in die USA fliehen.


Die Provenienzforschung im vorliegende Fall zeigt, dass die Bewertung von sogenanntem „Fluchtgut“ neue Tatsachen begründet

Verkäufe in der Schweiz während der NS-Zeit lassen sich häufig schwer einordnen, da sie einerseits unter formal freien Marktbedingungen stattfanden, andererseits aber oftmals von den existenziellen Zwängen der Verfolgung diktiert waren. 

Der 2024 verabschiedete neue Bewertungsrahmen ermöglicht hier eine differenziertere Betrachtung: Er berücksichtigt stärker die verfolgungsbedingten wirtschaftlichen Nöte von Emigrantinnen und Emigranten, indem er anerkennt, dass auch außerhalb des Reichsgebietes erzwungene Verkäufe vorliegen können.

Für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und die Forschenden des neu gegründeten Referates für Provenienzforschung an der Museumsagentur bedeutet dies

... Fälle wie den von Ernst Magnus nach mehr als einem Jahrzehnt neu zu bewerten und Entscheidungen auch nach vielen Jahren erneut kritisch zu hinterfragen. 

Zugleich ist es eine Verpflichtung, die Provenienzforschung weiter auszubauen, Ressourcen bereitzustellen und die Ergebnisse transparent zu kommunizieren. 

Die Restitution des Gemäldes „Hl. Anna Selbdritt“ ist damit auch ein Zeichen dafür, dass die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Verantwortung übernehmen und den Umgang mit NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern konsequent weiterentwickeln.



Quelle: der vorliegende Text und Sachverhalt bezieht sich auf die Pressemeldung der 

Bayerischen Staatsgemäldesammlungen  vom 12. Dezember 2025

Montag, 13. Oktober 2025

Bayerische Staatsgemäldesammlung: Restitution eines Gemäldes von Johannes Koerbecke

 Rückgabe von Kulturgut an die Erben


Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen geben das Werk „Die Vision des Hl. Bernhard“ von Johannes Koerbecke an die Nachfahren von Ellen Funke zurück


Restitution eines Gemäldes durch die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (English)


München. Wie der Redaktion heute mitgeteilt wurden geben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen das Gemälde „Die Vision des Hl. Bernhard“ von Johannes Koerbecke an die Nachfahren von Ellen Funke zurück. Der Künstler Johannes Koerbecke (1407-1491) malte die "Vision des hl. Bernhard" im 3. Viertel des 15. Jahrhunderts auf Eichenholz (der Bildträger hat die Größe von 94 x 78,7 cm) und wird in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen unter der Inv. Nr. 10644 verzeichnet. Das Werk ist seit 2020 bei Lost Art gemeldet (ID 592322). Der westfälische Maler Johann Koerbecke hat dieses Altargemälde vermutlich zwischen 1450 und 1475 gemalt. Gezeigt wird die Vision eines unbekannten Mönchs: er sah den Zisterzienser-Abt Bernhard von Clairvaux im Kloster Mores den gekreuzigten Jesus Christus umarmen. Das Werk befand sich  in der Staatsgalerie Bamberg in der Neuen Residenz, die zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gehört. Nun wurde das Gemälde nach "sorgfältiger und wissenschaftlich fundierter Provenienzforschung" an die Erben zurückgegeben.

Abendstimmung. Bavaria von der Theresienwies aus gesehen, Foto: Helga Waess (Cover Kunst-Kultur-Blog)


FAMILIE WELS ALS NACHFAHREN ZUR RESTITUTION 

„Wir haben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und alle beteiligten Mitarbeiter als offen, positiv und bemüht wahrgenommen. Daher schulden wir diesen unseren besonderen Dank. Das Bild ist nun zurück in der „Sammlung Alexander Haindorf“, welche durch uns als Nachfahren nach Möglichkeit wieder zusammengetragen wird. 

Die persönliche Rückgabe des Bildes war ein besonderer und ergreifender Moment. Wir haben klar gespürt, dass alle Mitarbeiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sich selbst sehr über die Rückgabe gefreut haben und genauso ergriffen waren wie wir. 

Ein solcher Weg ist oft sehr lang, und benötigt Unterstützung von Fachleuten. Daher möchten wir hier unseren Dank an Frau Dr. Sabine Rudolph (spezialisierte Anwältin für NS-Raubkunst) aussprechen.” 


ANTON BIEBL ZUR RESTITUTION 

„Mit viel Engagement setzen sich die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und die Forscherinnen des neu gegründeten Referates für Provenienzforschung an der Staatlichen Museumsagentur Bayern für die Aufklärung historischer Unrechtmäßigkeiten und die Rückgabe von während der NS-Zeit entzogenen Kunstwerken ein. Durch sorgfältige und wissenschaftlich fundierte Provenienzforschung wird verlorenes Kulturgut sichtbar gemacht und werden im Sinne der historischen Gerechtigkeit faire Lösungen ermöglicht.“, betont Anton Biebl, Leiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. 





Freitag, 27. Dezember 2024

München: Ausstellungstipp für Januar 2025

 München - Pinakotheken - Ausstellungen Dezember 2024 und Januar 2025


Ausstellungen zum Jahreswechsel und im Januar 2025 - in der Alten Pinakothek, der Pinakothek der Moderne, dem Museum Brandhorst und der Sammlung Schack


Der Königsplatz und das Kunstareal sollte jeder München-Besucher gesehen haben - und im Museum lässt es sich wunderbar und bei hochkarätiger Kunst entspannen


München. Das Neue Jahr naht mit großen Schritten, da sollte man doch noch einen Museumsbesuch einplanen: Wer dieser Tage in München ist, sollte sich eine Auszeit in einer der großen Museen der Stadt gönnen. Fast jedes Haus hat auch ein Kaffee zum ausruhen und einen Museumsshop, der mit kleinen Mitbringsel für Daheimgebliebene oder auch mit Ausstellungs- und Sammlungskatalogen etwas zum Mitnehmen bietet. Die Pinakotheken im Kunstareal der Münchner Maxvorstadt gehören zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen - ebenso wie die Sammlung Schack - und vereinen die renommiertesten Kunstsammlungen weltweit.  Wir stellen sie unten kurz vor und zeigen das Ausstellungsprogramm der Häuser zum Jahresende und für den Januar 2025, Das Kunstareals bietet als Museumsquartier von München eine vielfältige Ausstellungskultur, die jeder Tourist gesehen haben sollte. Das Stadtviertel Maxvorstadt mit den Pinakotheken und zahlreichen Kunstgalerien ist vom Münchner Königsplatz  (Haltestelle U2 oder Bus 100) aus gut zu erreichen.

Pinakothek der Moderne (oben) und Alte Pinakothek (unten rechts) - Fotocollage: Helga Waess


Die Pinakothek der Moderne 

Die Pinakothek der Moderne  im Kunstareal Münchens - an der Barer Straße - wurde vor über 20 Jahren eröffnet und vereint vier  Museen in einem. Gezeigt werden hier Werke aus den Bereichen Kunst, Graphik, Architektur sowie Design - dieses Museum gehört zu den  größten Sammlungshäusern Europas.


Die Neue Pinakothek in München 


Dieses Museum der europäischen Kunst des 19. Jahrhunderts findet sich im Münchener Kunstareal. In der Neuen Pinakothek werden Werke gezeigt, die zeitgeschichtlich zwischen die Schwerpunktsammlungen der Alten Pinakothek mit ihren Alten Meistern und der Pinakothek der Moderne mit der die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts liegen

Bis voraussichtlich 2029 wird die Neue Pinakothek grundlegend saniert. Ein Teil der Sammlung wird zurzeit in der Alten Pinakothek gezeigt (Ausstellungsliste siehe unten).


Die Alte Pinakothek in München

Die Alte Pinakothek vereint mehr als 700 Gemälde berühmter Alter Meister - darunter Werke von Albrecht Dürer, Rembrandt, Albrecht Altdorfer, Sandro Botticelli, Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian und Peter Paul Rubens. In über 19 Sälen sowie 47 Kabinetten werden die Meisterwerke der Kunstgeschichte unteranderem in Sonderausstellungen (Ausstellungsliste siehe unten).


 Die Sammlung Schack 

Die Sammlung Schack (sie liegt im Stadtteil Lehel) beherbergt eine renommierte Gemäldesammlung und gehört zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ist. Die Sammlung des Grafen Adolf Friedrich von Schack vereint Gemälde bekannter Maler des 19. Jahrhunderts.

Ort:

  • Sammlung Schack, Prinzregentenstraße 9, 80538 München

Öffnungszeiten:

  • Mittwoch bis Sonntag - 10.00 - 18.00 Uhr
  • Montags und Dienstags - geschlossen



AKTUELLE AUSSTELLUNGEN UND PRÄSENTATIONEN  


Alte Pinakothek


ALTE MEISTER IN BEWEGUNG -  Sammlungspräsentation

  • bis 29. März 2025 
  • in der Alten Pinakothek in München
  • Alte Pinakothek - Obere Galerie    


RUBENS, BRUEGHEL UND DIE BLUMENKRANZMADONNA   - All Eyes On

  • bis 12. Januar 2025 
  •  Alte Pinakothek
  •  Saal VIII 


VON TURNER BIS VAN GOGH 

MEISTERWERKE DER NEUEN PINAKOTHEK IN DER ALTEN PINAKOTHEK    

  • 18.12.2024 — 31.12.2026
  • Alte Pinakothek - Sammlungspräsentation 
  • Erdgeschoss Ostflügel


RACHEL RUYSCH – NATURE INTO ART 

  • bis 16. März 2025 
  • Alte Pinakothek
  •  Erdgeschoss Westflügel 


Sammlung Schack 


SPITZENTREFFEN – WERKE DER NEUEN PINAKOTHEK IN DER SAMMLUNG SCHACK     

ECCENTRIC. ÄSTHETIK DER FREIHEIT  

  • bis 27. April 2025 
  • Sammlung Schack    


Pinakothek der Moderne


MIX & MATCH. DIE SAMMLUNG NEU ENTDECKEN    

  • bis 31. Dezember 2025 
  • Pinakothek der Moderne 
  • Säle 1-17, 27-33, 35 |  


VISUAL INVESTIGATIONS. ZWISCHEN AKTIVISMUS, MEDIEN UND GESETZ  

  • bis 09. Februar 2025
  • Pinakothek der Moderne 


ALMUT HEISE  

  • bis 04. Januar 2025   
  • Pinakothek der Moderne
  • Graphik 


DEN MENSCHEN VOR AUGEN. KÜNSTLERISCHE STRATEGIEN SEINER DARSTELLUNG IN ITALIENISCHEN ZEICHNUNGEN 1450-1750 

  • bis 04. Januar 2025
  • Pinakothek der Moderne
  • Graphik


SOCIAL SEATING 

  • bis 11. Mai 2025 
  • Rotundenprojekt Nr. 9  
  • Pinakothek der Moderne 
  •  Design  

NGOZI-EMEJE EZEMA – BOUNDLESS VASES

  • bis 11. Mai 2025
  • Rotundenprojekt Nr. 10 
  • Pinakothek der Moderne 
  •  Design   


KITCHEN CULTURE. VON DER ERSTEN EINBAUKÜCHE BIS ZUR INDIVIDUELL KONFIGURIERTEN KÜCHE 

  • Pinakothek der Moderne
  • Design   


DIE FARBE VON GLAS  

  • Pinakothek der Moderne
  • Design   


WO DIE WILDEN STRICHE WOHNEN 

  • bis 26. Januar 2025 
  • Pinakothek der Moderne
  • Design  


PAULA SCHER. TYPE IS IMAGE    

  • bis 21. September 2025   
  • Pinakothek der Moderne
  • Design 


DAS FAHRRAD – KULTOBJEKT – DESIGNOBJEKT    

  • bis 01. April 2025 
  • Pinakothek der Moderne
  • Design 


INS FREIE   

  • 26. Januar 2025
  • Pinakothek der Moderne
  • Design


X-D-E-P-O-T     

  • Pinakothek der Moderne
  • Design   


Museum Brandhorst 


ANDY WARHOL & KEITH HARING. PARTY OF LIFE   

  • bis 26. Januar 2025  
  • Museum Brandhorst 


NEUE HIGHLIGHTS AUS DER SAMMLUNG BRANDHORST  

  • bis 16. Februar 2025 
  • Museum Brandhorst  


ALEX KATZ: PORTRÄTS UND LANDSCHAFTEN   

  • bis 16. Februar 2025  
  • Museum Brandhorst 


BRANDHORST FLAG COMMISSION: LILY VAN DER STOKKER   

  • bis 15. März 2025 
  • Museum Brandhorst  


CY TWOMBLY IM MUSEUM BRANDHORST    

  • Museum Brandhorst  



 ÖFFNUNGSZEITEN    


Alte Pinakothek                            
  •  Täglich außer MO | 10.00-18.00 | DI, MI 10.00-20.00    

Neue Pinakothek   
                      
  • Wegen Sanierungsmaßnahmen geschlossen    

Pinakothek der Moderne       
     
  • Täglich außer MO | 10.00-18.00 | DO 10.00-20.00    

Museum Brandhorst                   
  •  Täglich außer MO | 10.00-18.00 | DO 10.00-20.00    


Sammlung Schack                       

MI-SO | 10.00-18.00 | Jeden 1. und 3. MI im Monat 10.00-20.00    


 SONDERÖFFNUNGSZEITEN AN FEIERTAGEN 

  • MI 01.01.sowie MO 06.01 haben alle Häuser von 10.00 bis 18.00Uhr für Sie geöffnet 


 


Donnerstag, 19. Dezember 2024

Giorgione entdeckt - Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Das Weihnachtswunder in München: Ein Fest für die Kunstgeschichte!


Ein Weihnachtswunder in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen: "Giorgione entdeckt!"


Forschungsgruppe entdeckt ein vergessenes Werk von Giorgione! (English, Italiano)


München. Eine Interdisziplinäre Forschungsgruppe hat im Rahmen der Erschließung des Bestandes zu venezianischen Renaissancemalerei innerhalb der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ein vergessenes Kunstwerk von Girogione entdeckt. Die Forscher des Teams aus der Alten Pinakothek und dem Doerner Instituts in München haben nach umfassenden kunsthistorischen wie kunsttechnologischen Untersuchungen ihre Erkenntnis festigen können, dass ein "rätselhaftes Doppelbildnis", welches im Rahmen der Ausstellung „Venezia 500. Die sanfte Revolution der venezianischen Malerei“ (Alte Pinakothek, 27.10.2023–04.02.2024) ausgestellt war und seit 2011 in der Grünen Galerie der Münchner Residenz präsentiert wurde, eine eigenhändige Schöpfung von Giorgio da Castelfranco (1473/74–1510), genannt Giorgione ist! Besonders spannend:  es gibt auch noch abweichende Unterzeichnungen. Das Werk soll nun dauerhaft in der Alten Pinakothek gezeigt werden. Giorgione, der jung verstarb, hatte die Malkunst der Renaissance revolutioniert. Forschungsbericht mit Abbildungen des Gemäldes kostenfrei online als PDF - Englisch  (siehe unten): www.amjournal.org/publications/54 (Link in browser kopieren)

Pinakothek der Moderne Rückseite der Alten Pinakothek (rechts unten) - photos and collage: Helga Waess

In der Pressemeldung der Bayerische Staatsgemäldesammlungen heißt es:

"Der berühmte Künstlerbiograph Giorgio Vasari hatte das Gemälde 1568 im Palazzo der Florentiner Bankiersfamilie Borgherini gesehen und als Bildnis des jungen Giovanni Borgherini mit seinem Lehrer aus Venedig beschrieben. Tatsächlich entspricht der Charakterkopf des porträtierten Humanisten dem überlieferten Aussehen des venezianischen Universalgelehrten Trifone Gabriele, zu dessen Schülern Giovanni Borgherini nachweislich zählte. Mit Astrolabium und Zirkel demonstriert der auch von zeitgenössischen Quellen als Lehrmeister der Astronomie und Kosmologie ausgewiesene Gelehrte im Münchner Porträt, wie sich Himmel und Erde vermessen lassen, während der jugendliche Giovanni mit seinen weichen Locken und den dunklen Augen dem Ideal musisch-intellektueller Sehnsucht entspricht, das die venezianische Bildniskultur dieser Jahre prägte.

Kunsttechnologische Untersuchungen ermöglichten die Bestimmung der vom Künstler verwendeten Materialien, deren Vielfalt das breite Angebot venezianischer Farbenhändler spiegelt, und brachten darüber hinaus einen im Wortsinn vielschichtigen Schaffensprozess ans Licht. Durch bildgebende und materialanalytische Verfahren, darunter vor allem Makro-Röntgenfluoreszenz-Scans der Bildvorder- und Rückseite, konnten unter der sichtbaren Darstellung drei weitere Kompositionen aufgedeckt werden: eine Pinselzeichnung der biblischen Szene des zwölfjährigen Jesus unter den Schriftgelehrten, darüber eine an Giorgiones berühmte Tempesta erinnernde Landschaftsszene sowie zuletzt das Bildnis einer kostbar gekleideten Figur, deren Gewand wohl aus dem nasridischen Emirat von Granada kam. Wie Querschliffproben belegen, entstanden alle vier Kompositionen in unmittelbarer Abfolge. Die technologischen Untersuchungen gewähren also seltene Einblicke in die Arbeitsweise eines kompromisslos innovativen Künstlers. Zugleich zeugen die Bildfindungen von der Experimentierfreude und Ambition des Malers, der mit seiner virtuosen Pinselzeichnung in den Wettstreit zu Leonardo da Vinci und Albrecht Dürer trat, mit der gemalten Fantasie einer arkadischen Landschaft den Dialog zu poetischen Schöpfungen seiner Zeitgenossen suchte und dessen detailgenauer Blick für ein Stoffmuster aus dem maurischen Spanien die venezianische Offenheit im kulturellen Austausch mit der Islamischen Welt widerspiegelt. Zusammengenommen ergeben die Erkenntnisse eine sehr starke Indizienkette, deren Beweiskraft für die Zuschreibung an Giorgione wesentlich durch die Aufdeckung bzw. Neuinterpretation der Quellen gestützt wird, die sich zur Provenienz und Sammlungsgeschichte erhalten haben." (Pressemeldung der Bayerische Staatsgemäldesammlungen, vom 18. Dezember 2024)


Kunstminister Markus Blume betont das Weihnachtswunder, das dieser Entdeckung innewohnt

„Der Fund eines Giorgiones in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ist ein wahres Weihnachtswunder! Ein Giorgione ist nicht nur für die Alte Pinakothek spektakulär, sondern auch ein Höhepunkt für die internationale Kunstwelt. Ich danke dem interdisziplinären Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Alten Pinakothek und des Doerner Instituts München, dass sie mit ihrem Scharfsinn, ihrer präzisen Forschungsarbeit sowie mit modernster Analysetechnik diese Entdeckung möglich gemacht haben.“


Andreas Schumacher, Sammlungsleiter für die Italienische Malerei an der Alten Pinakothek

„Giorgiones vielschichtiges Doppelbildnis bündelt alles, was die kulturelle Blüte Venedigs im frühen 16. Jahrhundert ausmacht ... Die Entdeckung dieses Meisterwerks verdankt sich der Präzision von zwei jungen Wissenschaftlerinnen, Johanna Pawis und Anneliese Földes, die wir dank großzügiger Förderung unseres Projekts beschäftigen können. Das Gemälde ist von unschätzbarem Wert, es ist ein spektakulärer Glücksfall für die Alte Pinakothek und eine Sensation für die italienische Kunstgeschichte. Ein Giorgione unterm Weihnachtsbaum ist mehr als ein 6er im Lotto!“


Eva Ortner, Direktorin des Doerner Instituts 

„Unser Erfolgsrezept ist die enge fächerübergreifende Teamarbeit unmittelbar am Kunstwerk, im direkten Austausch zwischen Kunstgeschichte, Restaurierung und Naturwissenschaften, auf Augenhöhe und mit größter Durchlässigkeit zwischen den Disziplinen ...“


Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, unterstreicht abschließend: 

„Museen sind ihrem Wesen nach nicht nur Orte der kulturellen Bildung, der Vermittlung und der Kommunikation. Sie sind auch Forschungseinrichtungen. Mit größter Sorgfalt werden die eigenen Bestände untersucht, was in vorliegendem Fall durch die Großzügigkeit vieler Förderer möglich wurde. Mein herzlicher Dank gilt der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Hubert Burda Stiftung.“


Eine Publikation zum Thema "Double Portrait Attributed to Giorgione "

Das Gemälde kann in der Alten Pinakothek im Original besichtigt werden: Giorgio da Castelfranco, gen. Giorgione (1473/74–1510), Bildnis des Giovanni Borgherini und des Trifone Gabriele, 1509/10, Leinwand, 91,5 x 67 cm, Inv. Nr. 7452 - München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek

"In einer frei zugänglichen Onlinepublikation werden die Forschungsergebnisse, die für die Kunstgeschichte der italienischen Renaissancemalerei nicht weniger als eine Sensation bedeuten, nun der Öffentlichkeit vorgestellt": https://www.amjournal.org/publications/54

Im Detail und mit allen kunsttechnologischen Aufnahmen wurden die Ergebnisse, dank derer in der Alten Pinakothek neben dem Bildnis eines jungen Mannes (um 1505/10) nun ein weiteres Werk Giorgiones zu sehen ist, jetzt im internationalen Open-Access-Magazin ArtMatters publiziert: One Canvas, Four Ideas: A Double Portrait Attributed to Giorgione With Different Compositions Underneath | in: ArtMatters:

  • Anneliese Földes, Johanna Pawis, Heike Stege, Eva Ortner, Andreas Schumacher, Jan Schmidt, Jens Wagner, Andrea Obermeier: One Canvas, Four Ideas. A Double Portrait Attributed to Giorgione With Different Compositions Underneath, in: ArtMatters. International Journal for technical art history, volume 9, issue 1, S. 1–33.


Mehrjähriges Forschungsprojekt 


Das mehrjährige Forschungsprojekt unter Leitung von Andreas Schumacher und Eva Ortner wird großzügig von der DEUTSCHEN FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT (DFG), der ERNST VON SIEMENS KUNSTSTIFTUNG und der HUBERT BURDA STIFTUNG unterstützt. 

Für weitere Informationen siehe: Die venezianische Malerei der Renaissance in der Alten Pinakothek.


Quelle und Zitate:  Pressemeldung der Bayerische Staatsgemäldesammlungen, vom 18. Dezember 2024

Freitag, 12. Juli 2024

München: Ausstellungstipp Rubens und Brueghel in der Alten Pinakothek

München Ausstellungstipp Alte Pinakothek


Peter Paul Rubens und Jan Brueghel d. Ä. und das Gemälde der "Madonna im Blumenkranz", um 1616/18, wird ab sofort in der Alten Pinakothek in München präsentiert


Alte PINAKOTHEK im SAAL VIII vom  09. Juli 2024 ‐ 12. JANUAR 2025


 
München. ALL EYES ON Sammlungspräsentation „Rubens, Brueghel und die Blumenkranzmadonna“ in der Alten Pinakothek. Ihre Namen kennt jeder, denn sie gehören zu den berühmtesten Malern Europas. Aber ihre Arbeit in Teamwork, ihre Interaktion oder wie man sagt ihr Co-Working ist vielen nicht bekannt. Teamwork gab es unter Künstlern bereits im 17. Jahrhundert. Der Meister des Pinsels Peter Paul Rubens (1577-1640) schuf monumentale Historienbilder mit teils überlebensgroßen Figuren und Jan Brueghel der Ältere (1568-1625), auch Bumenbrueghel genannt, war nicht nur der Spezialist für feine Landschaftsmalerei und Stillleben mit Blumen und Insekten, nein, er war auch offen für gemeinschaftliche Werke mit anderen Großen Künstlern. Die beiden großen Künstler der Kunstgeschichte schufen gemeinsam eine großartige „Madonna im Blumenkranz“, die ab diesem Sommer in aller Detailbeschaffenheit samt Entstehungsprozess ausgestellt wird. Wie arbeiteten Rubens und Brueghel zusammen und blieben sie dabei zwei eigenständigen Persönlichkeiten. 

 

Alte Pinakothek in München - Rückseite mit Baunarben, Foto: Helga Waess (Pressearchiv)

Peter Paul Rubens und Jan Brueghel d. Ä. und das Gemälde der "Madonna im Blumenkranz, um 1616/18 in der Alten Pinakothek in München


"Die Präsentation zeichnet die Abfolge der Arbeitsschritte nach und offenbart verworfene Bildideen sowie neue kreative Lösungen. Detailaufnahmen dokumentieren die hohe künstlerische Qualität der Malerei. 

ALL EYES ON setzt inmitten der Galerie ein Werk oder eine Werkgruppe, eine bedeutende Künstlerper­sönlichkeit oder künstlerische Position, Gastauftritte einzelner Leihgaben, wichtige Restaurierungen oder Neuerwerbungen in Szene. Die künstlerischen wie technischen Qualitäten der Gemälde, Inhalt und Bedeutung, ihre Entstehungs- und Wirkungsgeschichte sowie ihre Schöpfer werden im Kontext der Sammlung beleuchtet. Auf diese Weise eröffnen sich neue, aktuelle Perspektiven und vielfältige Einblicke in die Forschungsarbeit an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. ... Wir danken der Herbert Schuchardt-Stiftung für die Förderung der Ausstellung und Vermittlung.
" (Pressemeldung - Bayerische Staatsgemäldesammlungen)

 

Weitere Informationen zum Werk und zum Programm: (Link in Browser kopieren)

  • www.pinakothek.de/de/rubens-brueghel-und-die-blumenkranzmadonna




BEGLEITPROGRAMM

Begleitend zur ALL EYES ON Sammlungspräsentation „Rubens, Brueghel und die Blumenkranzmadonna“ 

Kunstvermittlungsangebot

  • KUNSTAUSKUNFT SO 12.00 – 16.00


 

  • ONLINE-FÜHRUNGEN 


MO 21.10.2024 | 16.12.2024, 17.30 Live Chat Online Führung

Anmeldung unter programm@pinakothek.de

 

  • FÜHRUNGEN MIT DER KURATORIN


MO 18.11.2024, 17.30 Uhr Live Chat Online-Führung mit Mirjam Neumeister 

Anmeldung unter programm@pinakothek.de

  • DI 03.12.2024, 18.30  Eine Stunde mit Mirjam Neumeister

 

 

IM TEAM: DIALOGFÜHRUNGEN


  • DI 29.10.2024, 18.30 Eine Stunde mit Mirjam Neumeister und Jan Schmidt
  • DI 07.01.2025, 18.30 Eine Stunde mit Mirjam Neumeister und Jan Schmidt


 

FAMILIENFÜHRUNGEN


  • SO 13.10.2024 | 24.11.2024, 11.00 | Familienführung


 

OFFENE MITMACH-AKTIONEN zur Blumenkranzmadonna

  • SO 17.11.2024 | 24.11.2024 | 01.12.2024 | 11.00-14.00 | Adventskranzbinden für Jung und Alt


Ohne Anmeldung | Einstieg jederzeit möglich

Treffpunkt: Vor dem Haupteingang im Außenbereich

Materialgebühr: 8 Euro pro Kranz

 

  • SO 27.10.2024 | 01.12.2024 | 05.01.2025, 14.00-17.00 | We are family: Workshop für Familien


Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Ohne Anmeldung 

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt | Einstieg jederzeit möglich

Treffpunkt: Saal XI

 

  • SO 06.10.2024 | 17.11.2024, 14.00-17.00 | Mit allen Sinnen


An diesen Sonntagen erwartet Sie zwischen 14.00 und 17.00 eine überraschende Aktion in der Sammlung, um die Blumenkranzmadonna emotional zu erleben.
Teilnahme im Eintrittspreis inbegriffen
Einstieg jederzeit möglich

 Ohne Anmeldung

 

KOMMENDE AUSSTELLUNGEN 

IN DER 

ALTEN PINAKOTHEK IN MÜNCHEN

 

18. FEBRUAR ‐ 06. JULI 2025 

FRANÇOIS BOUCHER, RUHENDES MÄDCHEN


 29. JULI 2025 ‐ 11. JANUAR 2026

ALL EYES ON - RAHMEN MACHEN BILDER