Mittwoch, 21. Oktober 2026

24. Okt. - DGPh: Renommierte Auszeichnungen für Fotografie 2026

 75 Jahre Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh)

 

Förderungen und Auszeichnungen rund um die Kultur der Fotografie - Preisverleihung im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) 

 

24. Oktober 2026: FOTOGRAFIE-Preis-Verleihung im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK)

 

Köln. Preisverleihung für Fotografie. Am Samstag, den 24. Oktober 2026 wird die Kultur der Fotografie gefeiert, denn es werden gleich vier renommierte Auszeichnungen für Fotografie verliehen. Im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) werden folgende Preisträger geehrt: der Kulturpreis geht an den Fotografen, Künstler und Hochschulprofessor Timm Rautert, der Dr. Erich Salomon-Preis an die französisch-amerikanische Fotografin Jane Evelyn Atwood, die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography an die Kuratorin Sarah Greenough und die National Gallery of Art und der Otto-Steinert-Preis. der DGPh-Förderpreis für Fotografie an den Fotografen Samuel Solazzo (1. Preis). Mit den DGPh Photography Awards unterstreicht die 1951 gegründete DGPh die gesellschaftliche und kulturelle Relevanz der Fotografie und verwandter Medien. Die DGPh engagiert sich auf den vielfältigen Anwendungsgebieten des Fotografischen in Kunst, Wissenschaft, Bildung, Publizistik, Wirtschaft und Politik. Offizielle Homepage der Gesellschaft: www.dgph.de


Cover Kunst-Kultur-Blog - Fotografie kann Stimmungen festhalen - Foto: Helga Waess (Pressefotoarchiv)


DGPh verleiht Preise für die Kultur der Fotografie

DGPh Kulturpreis

Timm Rautert

DGPh Dr. Erich Salomon-Preis

Jane Evelyn Atwood

DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography

Sarah Greenough und die National Gallery of Art, Washington D. C.

Otto-Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie (1. Preis)

Samuel Solazzo


Ort der Preisverleihung:

MAKK Museum für Angewandte Kunst

An der Rechtschule . 50667 Köln

Homepage: www.dgph.de

 


Die Deutsche Gesellschaft für Photographie feiert 2026 

ihr 75-jähriges Bestehen


Kulturpreis der DGPh

an den Fotografen, Künstler und Hochschulprofessor Timm Rautert


Mit dem Kulturpreis, ihrer höchsten Auszeichnung, würdigt die DGPh das Lebenswerk von Timm Rautert, das dokumentarische Genauigkeit mit konzeptueller Tiefe verbindet. Rautert hat die deutsche Fotografie über Jahrzehnte entscheidend geprägt – mit seinem fotografischen Werk, durch seine journalistische Arbeit und durch seine Lehrtätigkeit als Professor für Fotografie.

Timm Rautert, geboren 1941, studierte von 1966 bis 1971 bei Otto Steinert – dem Begründer der "Subjektiven Fotografie" – an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. Seine Laufbahn hat ihn im Anschluss durch nahezu alle Bereiche der Fotografie geführt. Bereits während des Studiums begann Rautert mit Experimenten zu den Bedingungen des Mediums Fotografie, deren Ergebnisse unter dem Begriff Bildanalytische Photographie (1968–1974) zusammengefasst wurden. Reisen nach New York (1969) und Japan (1970) leiteten eine intensive Auseinandersetzung mit der dokumentarisch-journalistischen Fotografie ein. Überzeugt von der Idee, mit der Fotografie die Welt verbessern zu können, nahm er sich im Auftrag großer Magazine und Zeitungen sozialer Themen an – vor allem für das ZEITmagazin, für das er zwischen 1974 und 1983 eng mit dem Journalisten Michael Holzach zusammenarbeitete, sowie für Geo und Merian. 

Die Fotografie wurde für Rautert zum Instrument der Gesellschaftsanalyse, was seine fotografischen Arbeiten etwa über Contergan- Betroffene (1969) oder Obdachlosenasyle (1975) eindrucksvoll belegen. Neben diesen gesellschaftskritischen Reportagen setzte Rautert die Arbeit an langfristig angelegten Projekten fort, die die Strukturen moderner Arbeitswelten, kulturelle Identität und gesellschaftliche Rollenbilder thematisieren. So entstehen u.a. die Serien Deutsche in Uniform (1974), The Amish (1974), Gehäuse des Unsichtbaren (bis 1992) oder Eigenes Leben (1992–1994).



Dr.-Erich-Salomon-Preis 2026

an die Fotografin Jane Evelyn Atwood


Mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis 2026 ehrt die DGPh die französisch-amerikanische Fotografin Jane Evelyn Atwood. Sie hat die Möglichkeiten des dokumentarischen Bildes konsequent erweitert; ihr Werk richtet den Blick seit Jahrzehnten auf Menschen am Rand der Gesellschaft und steht exemplarisch für eine engagierte, ethisch reflektierte Fotografie.

Geboren 1947 in New York, lebt Atwood seit 1971 in Paris. Ihre fotografische Karriere begann sie Mitte der 1970er-Jahre als Autodidaktin. Geboren 1947 in New York, lebt Atwood seit 1971 in Paris. Ihre fotografische Laufbahn begann sie Mitte der 1970er-Jahre als Autodidaktin: 1976 entstand mit ihrer ersten Kamera eine Serie über Sexarbeiterinnen in der Rue des Lombards in Paris. Es folgten Arbeiten über transidente Menschen, blinde Kinder, Menschen mit HIV und Aids sowie über Inhaftierte. Atwood steht für eine Fotografie der Nähe, des Respekts und der Empathie. Ihre Arbeiten entstehen über lange Zeiträume hinweg und zeichnen sich durch ein tiefes Vertrauen zwischen Fotografin und Porträtierten aus; dank intensiver Recherche und einer sensiblen Vorgehensweise dringt sie in Lebenswelten vor, die sonst unsichtbar bleiben.



DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography 2026

an die Kuratorin Sarah Greenough und die National Gallery of Art, Washington D. C.


Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) verleiht die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography 2026 an die amerikanische Kuratorin Sarah Greenough und die National Gallery of Art. Die Auszeichnung würdigt eine Persönlichkeit und eine Institution von internationalem Rang, die gemeinsam eine bedeutende Sammlung geschaffen und diese durch Forschung, Ausstellungen und Publikationen einem breiten Publikum zugänglich gemacht haben.

Die Auszeichnung geht an das Museum, das – mit der Gründung einer eigenen Abteilung für Fotografie 1990 unter Sarah Greenough – die Fotografie als gleichberechtigte Sammlungssparte neben Malerei, Skulptur, Druckgrafik und Zeichnungen etabliert hat und an Sarah Greenough, die durch Engagement und ihre herausragenden kuratorischen Leistungen, die Fotografie als eigenständige Sammlungs- und Ausstellungssparte nicht nur mit aufbaute, sondern maßgeblich prägte.



DGPh-Förderpreis für Fotografie "Otto Steinert-Preis. DGPh Förderpreis für Fotografie"

1. Preis an Samuel Solazzo


Der "Otto Steinert-Preis. DGPh Förderpreis für Fotografie" bietet förderungswürdigen Projektideen eine Bühne. Auf den Photography Awards in Köln wird der diesjährige Preisträger Samuel Solazzo vorgestellt.

Samuel Solazzo überzeugte mit seinem Projektexposé A Collection of Valuable Copies, dessen weitreichende inhaltliche und formalästhetische Relevanz nicht nur auf theoretischer Ebene als eigenständige Position wahrgenommen wurde.

Die konzeptionelle Stärke des Projekts liegt in seiner Kombination aus wissenschaftlicher Archivarbeit und künstlerisch-fotografischer Darstellung materieller Kultur anhand der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig.

Für sein Projekt A Collection of Valuable Copies erhält der in Leipzig lebende Fotograf, ein Stipendium in Höhe von 5.000,00 €.



Weitere Informationen zu den Auszeichnungen


Mit dem Kulturpreis zeichnet die DGPh seit 1959 lebende Persönlichkeiten für bedeutende Leistungen im Bereich der Fotografie aus


Der Preis besteht aus einer Urkunde sowie einer von Prof. Ewald Mataré (1887–1965) gestalteten, goldgefassten optischen Linse und wird als höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Photographie jährlich vergeben. Träger des Kulturpreises sind unter anderem Ann und Jürgen Wilde (2025), Gerhard Steidl (2024), Ute Mahler und Werner Mahler (2023), Hans-Michael Koetzle, Ute Eskildsen, Helga Paris, Sarah Moon, Gottfried Jäger, Klaus Honnef, Stephen Shore, Wolfgang Tillmans, Wim Wenders, F. C. Gundlach, Daido Moriyama, Irving Penn, William Klein, Bernd und Hilla Becher, Henri Cartier-Bresson und Man Ray.


WhiteWall ist Partner der Deutschen Gesellschaft für Photographie e. V. und unterstützt den Kulturpreis 2026 als Sponsor. Der international tätige Anbieter fotografischer Hochwertproduktion mit Sitz in Frechen ist zugleich exklusiver Printing Partner des Kulturpreises.


Die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography


wurde von dem international renommierten Fotoexperten Manfred Heiting (DGPh) initiiert und wird von ihm gefördert. Sie wurde 2025 erstmals vergeben – an die niederländische Kuratorin Mattie Boom und das Rijksmuseum.


Die Auszeichnung würdigt eine Institution sowie die außerordentlichen Leistungen einer Persönlichkeit von internationalem Rang, die dort eine qualitativ hochwertige Sammlung aufgebaut und sie durch zusätzliche Forschung, Ausstellungen und Publikationen einem interessierten Publikum zugänglich gemacht hat.


Der Dr. Erich Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie


wird seit 1971 für eine „vorbildliche Anwendung der Fotografie in der Publizistik" verliehen. Er dient zugleich dem Andenken an den großen Fotografen der Weimarer Republik, Dr. Erich Salomon, dem der moderne Bildjournalismus starke Impulse verdankt.

Der Preis besteht aus einer Urkunde sowie einer Leica-Kamera und wird jährlich vergeben.

Unter den Ausgezeichneten befinden sich Printmedien, Organisationen und Fernsehschaffende sowie – seit 1985 – Persönlichkeiten, die sich um die Fotografie in der Publizistik verdient gemacht oder im Bildjournalismus Herausragendes geleistet haben, darunter:

der STERN (1971), Robert Frank (1985), Barbara Klemm (1989), Mary Ellen Mark (1994), Reporters sans Frontières (2002), Martin Parr (2006), Letizia Battaglia (2007), Paolo Pellegrin (2013), Josef Koudelka (2015), Stephanie Sinclair (2019), Chris Killip (2020), Hans-Jürgen Burkard (2021), Susan Meiselas (2022), Rafał Milach (2023), Andrea Diefenbach (2024) und Kathy Ryan (2025).

Partner der DGPh bei diesem Preis ist die Leica Camera AG, die die Auszeichnung mit der Überreichung einer Leica Kamera an die Preisträgerin unterstützt.


Der Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie

wird von der Sektion Bild der DGPh vergeben und fördert herausragende Positionen des professionellen fotografischen Nachwuchses. Alle zwei Jahre ausgeschrieben, richtet er sich an noch zu realisierende fotografische Projekte; die Vergabe ist an keine stilistische Ausrichtung oder Thematik gebunden.

Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert: einem Stipendium in Höhe von 5.000 Euro und zwei Anerkennungen in Höhe von je 500 Euro.

Erstmals 1979 verliehen, wurde er 2026 zum 23. Mal ausgeschrieben.

Namensgeber ist Otto Steinert (1915–1978), Mediziner, Fotograf und Professor für Fotografie, der als einer der einflussreichsten Lehrer und Vermittler von Fotografie in Deutschland gilt. 1947 eröffnete Steinert in Saarbrücken sein erstes Atelier für künstlerische Fotografie, ein Jahr später übernahm er dort die Leitung der Fotoklasse an der Staatlichen Saarländischen Schule für Kunst und Handwerk, deren Direktor er 1952 wurde. 1959 nahm er eine Lehrtätigkeit an der Folkwang Schule für Gestaltung in Essen auf, nachdem er bereits 1954 in Saarbrücken zum Professor ernannt worden war.


75 Jahre DGPh – die Gesellschaft feiert mit den Preisverleihungen die Fotografie


Die Deutsche Gesellschaft für Photographie feiert 2026 ihr 75-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das eng mit der Geschichte der photokina verknüpft ist: Ihre Entstehung geht maßgeblich auf L. Fritz Gruber zurück, der als Kurator der ersten photokina 1950 in Köln der Messe von Beginn an eine kulturelle Dimension gab und sie mit der "Welt-Ausstellung der Photographie" zu einem internationalen Treffpunkt machte. In einer Zeit kultureller Isolation wurde Köln so zum Zentrum des fotografischen Austauschs; aus dieser Verbindung von Industrie, Ausstellungspraxis sowie künstlerischem und wissenschaftlichem Anspruch entstand 1951 die DGPh.

Bereits in der Gründungsversammlung am 15. Mai 1951 im Kölner Rathaus wurden unter anderem August Sander, Ernst Leitz, Herbert List, Otto Steinert und Liselotte Strelow zu ordentlichen Mitgliedern berufen; Edward Steichen, damals Leiter der Fotoabteilung des Museum of Modern Art in New York, wurde korrespondierendes Mitglied. Das verlieh der jungen Gesellschaft von Anfang an internationales Gewicht. Bis heute versteht sich die DGPh als offenes Forum für alle, die Fotografie als Kunstform, Kulturgut und gesellschaftliches Medium begreifen.


Über die DGPh


Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) ist ein eingetragener Verein mit rund 1.200 Mitgliedern in ganz Deutschland und Sitz in Köln. Die DGPh setzt sich für die Förderung der Fotografie als Kulturgut und damit für die Stärkung ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Bedeutung ein.

Ihre Aktivitäten richten sich auf die Vermittlung fotografischer Themen an Fachöffentlichkeit und Gesellschaft sowie auf die Reflexion aktueller Entwicklungen wie Digitalisierung, KI und neue Bildmedien.

Sie umfassen die vielfältigen Anwendungsgebiete des Fotografischen in Kunst, Wissenschaft, Bildung, Publizistik, Wirtschaft und Politik.

Als zentrale Instanz für die Vermittlung wegweisender fotografischer Leistungen vergibt die DGPh jährlich mehrere renommierte Auszeichnungen, darunter den Kulturpreis, den Dr.-Erich-Salomon-Preis, die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography und den Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie.



Hintergrundinformationen: Medieninformation der DGPh